34-Jähriger vor Gericht

Brutaler „Axtmord“ in Limburg: Angeklagter Imad A. sagt aus

In Limburg läuft der Prozess gegen den „Axtmörder“ Imad A. Die Verteidigung hat seine Aussage angekündigt.

  • Der 34-jährige Imad A. hat bundesweit als „Axtmörder“ Schlagzeilen gemacht.
  • Im Oktober 2019 soll er seine Frau in Limburg brutal ermordet haben.
  • Prozess: Imad A. soll voll schuldfähig sein – er will jetzt vor Gericht aussagen.

Update vom Dienstag, 12.05.2020, 12.44 Uhr: Sieben Monate nach der brutalen Attacke mit Auto, Axt und Beil auf eine Frau in Limburg hat der Mordprozess gegen ihren Ehemann begonnen. Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Limburg kündigte die Verteidigung eine Aussage des Angeklagten für den nächsten Verhandlungstag an. 

Der 34-Jährige hatte laut dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft im Oktober 2019 die 31-Jährige mit einem angemieteten Auto angefahren und danach mit dem Beil und der Axt auf sie eingeschlagen. Die Staatsanwaltschaft Limburg wirft dem Angeklagten unter anderem heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen begangenen Mord vor. 

„Axtmord“ in Limburg: Verhandlung in Corona-Zeiten

Update vom Mittwoch, 06.05.2020, 14.36 Uhr: Nach dem brutalen Angriff auf eine Frau in Limburg steht ab kommenden Dienstag ihr Ehemann wegen Mordes vor dem Landgericht in Limburg. Wegen der Corona-Pandemie gibt es für die Öffentlichkeit nur eine beschränkte Zahl von Sitzplätzen, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Dem 34 Jahre alte Angeklagten wird vorgeworfen, im vergangenen Oktober seine von ihm getrennt lebende Frau mit einem Auto angefahren und danach mit einer Axt und einem Beil auf sie eingeschlagen zu haben. Die Ermittler sehen in der Trennung des Paares die Hintergründe für die Tat.

Der 34-Jährige gilt nach Einschätzung eines Gutachters als voll schuldfähig, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft berichtete. Bei der Befragung des Experten habe der 34-Jährige die Tat eingeräumt. Zuvor hatte der Mann zu den Vorwürfen geschwiegen.

Limburg: Anklage wegen heimtückischen Mordes

Die Anklage wirft dem 34-Jährigen einen heimtückischen und aus niedrigen Beweggründen begangenen Mord vor. Außerdem geht es unter anderem um den Vorwurf der Nötigung sowie des vorsätzlichen Herbeiführens eines Verkehrsunfalls. Das Gericht hat bislang sechs Verhandlungstage bis Anfang Juni geplant. Der Angeklagte ist deutscher Staatsangehöriger.

Erstmeldung vom 29.04.2020, 17.50 Uhr: Limburg - Das geht schnell: Am 12. Mai beginnt vor dem Limburger Landgericht (LG) der Prozess gegen Imad A., der bundesweit als „Axtmörder“ Schlagzeilen gemacht hat. Der 34-Jährige Deutsche mit tunesischen Wurzeln hatte am 25. Oktober 2019 in der Limburger Weiersteinstraße seine Frau Sana getötet. Er raste mit einem gemieteten Auto auf die auf dem Bürgersteig gehende 31-Jährige. Dieser absichtlich herbeigeführte Unfall war die Todesursache; danach zertrümmerte der Mann mit zahlreichen wuchtigen Schlägen mit einem Beil und einer Axt den Kopf des Opfers.

Imad A. wird sich voraussichtlich am ersten Prozesstag zur Tat äußern. Das hat gestern sein Verteidiger auf Anfrage dieser Zeitung gesagt. Der Angeklagte wird vom bekannten Koblenzer Rechtsanwalt Wolfgang Stahl vertreten, laut Focus-Liste einer der Top-Strafverteidiger in Deutschland („rhetorisch versiert, höflich im Ton, hart in der Sache“).

Limburg: „Axtmörder“ Imad A. wird „heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen“ vorgeworfen

Stahl widerspricht der Darstellung der Staatsanwaltschaft, wonach sein Mandant bislang geschwiegen hat. „Er hat sich bereits geäußert und er hat an der psychiatrischen Exploration mitgewirkt“, erläutert der Anwalt. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft bezeichnet er als „unredlich“. Er habe von Beginn an eine Stellungnahme angekündigt. Die Staatsanwaltschaft habe zudem auch zugesichert, ihn unaufgefordert über den Abschluss der Ermittlungen informieren zu wollen, was nicht geschehen sei. „Die Staatsanwaltschaft hat dann jedoch Anklage erhoben, ohne die Stellungnahme abzuwarten und in Kenntnis des Umstandes, dass Herr A. an der Exploration mitwirkt, öffentlich behauptet, mein Mandant schweige bislang“, kritisiert Stahl.

Die Staatsanwaltschaft legt Imad A. „heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen“ zur Last. „Durch sein Handeln wollte er seine Frau dafür bestrafen, dass sie ihn mit den Kindern verlassen und sich seinen Wünschen widersetzt hatte“, so der Leitende Oberstaatsanwalt Michael Sagebiel gegenüber der NNP.

Limburg: Videoaufnahmen zeigen, der „Axtmörder“ soll seine Tat geplant haben

Der Tatablauf ist aufgrund von Videoaufnahmen klar, und die Ermittler haben mehrere Beweise zusammengetragen, wonach der 34-Jährige die Bluttat akribisch geplant hat. Er spürte Sana im Frauenhaus auf, bestellte sich einen Bart und eine Perücke, kaufte eine Axt und eine Schreckschusspistole, mietete sich als Mordwaffe einen Audi A 6 Avant.

Nach dem Auftakt am 12. Mai hat die 2. Schwurgerichtskammer Termine für den 20., 25. und 29. Mai sowie den 2. und 4. Juni angesetzt. Der Vorsitzende Richter Dr. Andreas Janisch hat bislang 14 Zeugen geladen - und als Gutachter eine Rechtsmedizinerin, einen Sachverständigen zur Analyse der Fahrt und einen Psychiater zur Beurteilung der Schuldfähigkeit.

Limburg: Corona-Krise wirkt sich erheblich auf „Axtmörder“-Prozess aus

„In Abhängigkeit vom Verlauf der Hauptverhandlung werden weitere Termine bestimmt und Zeugen geladen werden“, sagt LG-Sprecher Henrik Gemmer.

Die Corona-Krise wird nach seinen Angaben erhebliche Auswirkungen auf die äußere Gestaltung des Prozesses haben. Der Mindestabstand von eineinhalb Meter kann im Schwurgerichtssaal eingehalten werden, weil der Angeklagte keinen Dolmetscher benötigt und nur von einem Rechtsanwalt vertreten wird. Die drei Richter und zwei Schöffen sitzen weit auseinander. Die Protokollführerin nimmt den Platz der Staatsanwaltschaft ein, die dafür zur Seite rückt. Noch offen ist, wie die wenigen Plätze im Zuschauerraum verteilt werden. Das Interesse der Medien wird sicher groß sein.

Von Heidersdorf Joachim / tom

Überraschung zum Prozessauftakt gegen den sogenannten „Axtmörder“: Imad A. wollte nicht nur seine Frau töten, sondern auch sich selbst. Das sagte sein Verteidiger Wolfgang Stahl.

In einem anderen grausamen Fall in Elz bei Limburg schlug ein 14-Jähriger mit einer Axt auf seine Mutter ein.* Er soll die Tat wochenlang geplant haben.

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