Plädoyers im Mordprozess

Limburg: Urteil gegen „Axtmörder“ fällt – was ihm jetzt droht

  • Joachim Heidersdorf
    vonJoachim Heidersdorf
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Staatsanwalt und Nebenklage fordern lebenslange Freiheitsstrafe für den „Axtmörder“ von Limburg. Verteidiger höchstens zehn Jahre Haft wegen Totschlags.

  • Der „Axtmörder“ von Limburg bedankt sich vor Gericht für den würdevollen Umgang bei der Verhandlung.
  • Staatsanwalt und Nebenklägerin fordern eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Mann.
  • Der Verteidiger plädiert für eine Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren.

Limburg - "Was ich getan habe, ist das Schlimmste, was es gibt", sagt der sogenannte "Axtmörder" am Mittwochabend im Limburger Landgericht. In seinem "letzten Wort" bedauert Imad A. weinend und mit stockender Stimme, dass er seine Frau am 25. Oktober 2019 in Limburg mit einem Auto absichtlich umgefahren und anschließend 18 mal mit voller Wucht mit einem Küchenbeil und einer Axt auf ihren Kopf und Hals eingeschlagen hat. 

"Sana möge in Frieden ruhen", sagt der 34-Jährige. "Ich wünschte, ich hätte es nicht getan. Es tut mir leid für alle Menschen, denen ich Leid zugefügt habe. Ich allein bin schuld, kann es aber nicht wiedergutmachen." Der Angeklagte bedankt sich für den würdevollen Umgang in der Hauptverhandlung und bittet um Milde.

„Axtmörder“ von Limburg: Staatsanwalt fordert lebenslange Freiheitsstrafe

Darauf darf er bis Freitag um 14 Uhr hoffen. Dann wird die 2. große Strafkammer des Landgerichts das Urteil verkünden.

Der Staatsanwalt und die Nebenklägerin haben am Mittwochnachmittag (01.07.2020) eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Laut Thomas Pohling und Sandra Jung liegen bei der Tat die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe vor. Beide beantragten, zudem die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

In diesem Fall legt die Strafvollstreckungskammer nach 15 Jahren fest, wie viel Strafe noch verbüßt werden muss, bis der Verurteilte auf Bewährung entlassen werden kann.

Limburg: Antrag auf neuen Gutachter für Axtmörder wurde abgelehnt

Verteidiger Wolfgang Stahl plädierte für eine Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren wegen Totschlags. Nach seiner Darstellung hat sein Mandant das "monströse und verrückte Verbrechen" spontan und unter starken psychischen Belastungen ausgeführt.

Die Kammer hatte zuvor die Anträge der Verteidigung und des Angeklagten abgelehnt, einen neuen Gutachter zu bestellen. Damit bestätigten die Richter die Einschätzung des Sachverständigen, dass der Deutsche mit tunesischen Wurzeln voll schuldfähig ist.

Während der Verhandlung im Fall des "Axtmörders" aus Limburg haben mehrere Zeugen des bestialischen Verbrechens ausgesagt. Laut ihnen wirkte der Beschuldigte nach der Tat entspannt.

Der Verteidiger des "Axtmörders" von Limburg gibt einem Kollegen indirekt die Mitschuld an dem schrecklichen Verbrechen in der Limburger Weiersteinstraße.

Rubriklistenbild: © Joachim Heidersdorf

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