Die Bahnunterführung für Radler und Fußgänger im Eschhöfer Weg soll im Dezember fertig erneuert sein.Foto: Klöppel

Baustelle

Die Bahnbrücke wird neugebaut

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Weil die Brücke über dem Fuß- und Radweg am Eschhöfer Weg neugebaut wird, kann hier an sechs Wochenenden kein Zug fahren. Aber auch die Anwohner, der Straßenverkehr sowie Fußgänger und Radfahrer sind von dem 4-Millionen-Euro-Projekt der Bahn betroffen.

An sechs Wochenenden werden die Bahnpassagiere dieses Jahr mit ausfallenden Zügen auf der Strecke Limburg – Weilburg durch die Erneuerung der Fußgänger- und Radwegunterführung der Bahn im Eschhöfer Weg rechnen müssen. Der Fuß- und Radverkehr auf dem Leinpfad an der Lahn soll während der gesamten Maßnahme aber zwischen Limburg und Eschhofen weiterlaufen können, wie Bahnvertreter Mittwochabend bei einer Bürgerversammlung im Limburger Rathaus zusicherten. Nur die Wegbreite müsse vorübergehend verringert werden.

An den sechs Wochenenden, an denen die Ersatzbrücken ein- und ausgebaut werden müssen, bekommen Anwohner, in deren Häusern Lärmwerte von 65 Dezibel überschritten werden, von der Bahn kostenlose Hotelzimmer angeboten. Dies gilt jedoch nur für mit Hauptwohnsitz dort gemeldete Personen und nicht etwa für Nutzer des Campingplatzes. Allerdings finden die Wochenendarbeiten an Terminen statt, an denen der Campingplatz üblicherweise nicht genutzt wird.

Im Dezember fertig

Die Gesamtmaßnahme soll vier Millionen Euro kosten. Diesen Monat noch soll mit der Einrichtung der Baustelle begonnen werden. Im Dezember soll die neue Unterführung stehen. Michael Wöll von der DB Netz AG machte deutlich, dass es zum Austausch der 1862 errichteten Rundbogenbrücke keine Alternative gebe. Sie sei nicht so marode, dass man Angst um die Sicherheit der Zugfahrgäste haben müsse. Jedoch seien die Risse im Gemäuer und Feuchtigkeitsschäden derart groß, dass eine Sanierung keinen Sinn ergebe.

Derzeit sei die Bahn dabei, bundesweit einen Sanierungsstau abzuarbeiten. Folglich würden alleine in diesem Jahr bundesweit 875 Brücken saniert oder neugebaut. „Der Neubau in Limburg soll die nächsten 100 Jahre halten“, sagte Wöll.

Von Bürgerseite wurde gefragt, ob die Autounterführung im Eschhöfer Weg ebenfalls bald erneuert werden müsse. Wöll sagte, dass diese sicherlich irgendwann auch mal dran käme. Doch bisher gebe es dafür noch keinen Auftrag. Ihm sei auch nicht bekannt, dass hier dringender Handlungsbedarf bestehe.

Die Brücke über die Unterführung für Radfahrer und Fußgänger soll dieselbe Größe wie die alte bekommen. Jedoch werde sie nicht mehr als Gewölbe-, sondern in Rahmenform neu gebaut. Ein Bürger wunderte sich darüber, da seinem Wissen nach die komplette Strecke unter Denkmalschutz stehe. Wöll sicherte zu, dies noch einmal zu prüfen. Die Maßnahme an der Landesstraße zwischen Limburg und Eschhofen sei aber mit dem Landkreis und der Stadt Limburg abgestimmt und es habe von dieser Seite keinerlei Bedenken gegenüber der Neuplanung gegeben.

Wöll meinte auch, dass eine Gewölbebrücke schöner aussehe, doch baue man Brücken nicht mehr so groß. Kritik wurde auch laut, dass die Bahn Bauteile nicht über die Bahn nach Limburg bringen lasse, sondern mit Schwerlastern und damit Fahrbahnschädigungen in Kauf nehme. Wöll begründete die Entscheidung damit, dass ein Transport über die Gleise unsicherer sei und man so wenig Zugausfälle wie möglich auf der Strecke Koblenz–Wetzlar haben wolle.

Damit die Bahnstrecke nicht das ganze Jahr gesperrt werden muss, werden für die Zeit der Baustelle laut Wöll zwei Hilfsbrücken eingebaut. Dafür muss aber die Bahnstrecke dann am 2., 3., 9., 10., 15. bis 18. und 23. und 24. Februar sowie am 2. und 3. März vorübergehend gesperrt werden. Dies ist zudem für den Abbau vom 1. bis 4. November frühmorgens geplant.

Umleitung für Autos

Bauleiter Guido May kündigte an, dass wenn die Teile für die Baubrücke mit dem Kran montiert würden, der Autoverkehr von Eschhofen übers ICE-Gebiet in Richtung Limburg umgeleitet werden müsse. Es werde aber versucht, die Einschränkungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Das bedeute, in der Regel werde nur tagsüber und nicht nachts oder an Wochenenden gearbeitet.

Andreas Nattermann (SPD) vom Eschhöfer Ortsbeirat fragte, ob durch den Brückenneubau der Leinpfad zwischen Eschchofen und Limburg schon wieder gesperrt werde. Wöll betonte, dass er wisse, dass das bei der Bevölkerung ein sensibles Thema sei. Folglich werde alles dafür getan, dass der Pfad durchgehend offen bleibe. May sicherte auch zu, dass für den Rad- und Fußverkehr am Eschhöfer Weg ein Behelfsweg eingerichtet werde, da die Unterführung während der Arbeiten aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden könne.

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