Mitmach-Ausstellung

Wo beginnt Diskriminierung?

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Mit „Mohrenkopf“ und „Zigeunerschnitzel“ fängt die Diskriminierung an. Aber es gibt viele weitere alltägliche Beispiele, wie die Ausstellung „Mensch du hast Rechte“ in der Limburger Kreissparkasse zeigt.

Diskriminierung, Rassismus und Anfeindungen passen nicht zu einer Welt, in der jeder Mensch gleich sein sollte. Und doch trifft man immer wieder darauf, auch im Alltag. Die Bildungsstätte Anne Frank entwickelte 2013 deshalb die Ausstellung „Mensch du hast Rechte“ und tourt damit durch die ganze Bundesrepublik. „Wir wollten eine präventive Maßnahme gegen Rassismus und Diskriminierung schaffen“, sagt Aylin Kortel, die die Ausstellung vor etwa drei Jahren gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt hat. Seit gestern werden nun im Mobilen Lernlabor – wie die Bildungsstätte die Ausstellung selbst nennt – die wichtigsten Fragen rund um das Thema Diskriminierung , Demokratie und Normalität beantwortet.

„Mensch du hast Rechte“ richtet sich vor allem an Jugendliche. „Unser Ziel ist es, jungen Menschen zu zeigen, dass schon alltägliche Dinge rassistisch oder diskriminierend sein können“, sagt Kortel. In drei farblich gekennzeichneten Bereichen können Jugendliche, aber auch Erwachsene, alles über Demokratie (grün), Diskriminierung (orange) und Normalität (grau) lernen. „Man muss sich nicht alle Bereiche angucken, eine Chronologie gibt es nicht“, sagt die Entwicklerin. Jeder entscheide für sich, worüber er gerne mehr erfahren würde und was ihn ganz persönlich interessiert.

Der Aufbau und die Aufmachung der Ausstellung laden schon ganz von selbst zum Nachgucken ein. Denn die Neugierde treibt einen dazu, Klappen zu öffnen, Holzleisten zu verschieben oder unter andere Abdeckungen zu schauen. Nur, um zu erfahren, welche Lösung sich hinter den gestellten Fragen verbirgt.

Zur Eröffnung der Ausstellung ist neben der Kreis-Schüler-Vertretung und Schülern der Adolf-Reichwein-Schule auch eine ganze Reihe an Hauptamtlichen gekommen, die in der Schul- oder Jugendarbeit tätig sind. Einer von ihnen ist Peter Wagner, hauptamtlicher Jugendarbeiter bei der evangelischen Kirche. „Ich finde die Aktion echt super“, sagt Wagner.

Für ihn sei es spannend zu sehen, welche Lösung es für die gestellten Fragen gibt. „An den meisten Stationen sieht man ja zunächst nur die Frage. Es regt sehr zum Nachdenken an“, so der Jugendarbeiter. Deshalb empfehle er auch Erwachsenen, sich die Ausstellung anzusehen. Auch Peter Jefremow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Limburg-Weilburg, hofft, dass die Ausstellung hilft, Rassismus und Diskriminierung aktiv entgegenzuwirken.

Die Ausstellung in der Limburger Kreissparkasse, Diezer Straße 20-26, ist noch bis zum 14. Juli von Montag bis Donnerstag zwischen 14 und 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

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