Aktuell ist die "Halle 2" in Offheim mit ihrer offenen Decke kein Schmuckstück. Die Stadt Limburg will nun 375 000 Euro in die Sanierung stecken.
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Aktuell ist die "Halle 2" in Offheim mit ihrer offenen Decke kein Schmuckstück. Die Stadt Limburg will nun 375 000 Euro in die Sanierung stecken.

375 000 Euro stehen zur Verfügung

Bei der Hallensanierung in Offheim tut sich was

  • VonRobin Klöppel
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Stadt Limburg sagt Trainingsräume mit getrennten Umkleiden und Duschen zu

Limburg -Im Komplex Bürgerhaus und Hallenbad in Offheim gibt es im Kellergeschoss noch die sogenannte "Halle 2", die überwiegend vom örtlichen Tischtennisclub (TTC) genutzt wird. Nachdem die Tischtennisspieler massiv über die Zustände der Halle geklagt hatten, hat die Stadt für die Sanierung, insgesamt 375 000 Euro im aktuellen Haushalt zur Verfügung gestellt.

Johannes Laubach, Sprecher der Stadt Limburg, teilte dieser Zeitung auf Anfrage mit: "Das Vergabeverfahren für die notwendigen Architektenleistungen ist inzwischen abgeschlossen. Nach der Zustimmung durch die Vergabestelle wird der Auftrag vergeben. Der bereits vorhandene Vorentwurf wird anschließend mit dem Vorstand des TTC und dem beauftragten Architekturbüro besprochen. Eine Nutzungsfreigabe für den Schulsport der Grundschule sei mit Ausnahme der Kooperation im Tischtennisbereich auch künftig nicht vorgesehen, erklärte Laubach.

Dringender

Handlungsbedarf

Ein Brief des Zweiten Vorsitzenden des TTC, Mark Wies, an die NNP-Redaktion zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf aus Sicht der Nutzer ist. Die Sporthalle befinde sich seit 15 Jahren in einem sehr schlechten Zustand und werde im Volksmund als "Tropfsteinhöhle" bezeichnet. Denn durch das darüber liegende Hallenbad seien immer wieder große Wassermengen in die Halle eingedrungen. Die Undichtigkeiten seien vor eineinhalb Jahren durch den Hallenbadverein Offheim als Betreiber behoben worden, so Wies. Zuvor seien aber immer wieder große Wassermengen in die Sporthalle eingedrungen, so dass enorme Schäden verursacht worden seien. Aufgrund der zur Trocknung und Feststellung der Schäden offenen Hallendecke habe die Stadt die Halle für alle Ballsportarten außer Tischtennis sperren lassen. Hauptnutzer der Halle sei aber der TTC Offheim, der laut Wies mit sieben Herren-, zwei Damen-, vier Nachwuchsmannschaften und einer Hobbygruppe zu den größten Tischtennisvereinen im Kreis und gar im Tischtennis-Bezirk West gehöre. Für all diese Aktivitäten befindet sich aber in der "Halle 2" derzeit nur ein offener Duschraum für Damen und Herren, aber keine Umkleidemöglichkeit. Lediglich die Toiletten oder das Treppenhaus könnten den Sportlern als Ausweichmöglichkeit angeboten werden.

Wies berichtete: "Aufgrund der schlechten Verhältnisse kommt es nicht selten zu größeren Diskussionen zwischen den Gastvereinen und dem TTC Offheim als Gastgeber". Auch Betreuer der Jugendmannschaften und Eltern der Kinder seien unzufrieden. Wies versicherte, dass der Verein die letzten Jahre immer durch Eigenleistung versucht habe, den Aktiven die Umstände so positiv wie möglich zu gestalten. So sei beispielsweise der Duschraum saniert und neu gestrichen worden. Trotzdem würde der TTC ohne eine Sanierung der Halle aufgrund der derzeitigen Unattraktivität sowie des maroden Zustandes der Halle mit großen Sorgen in die Zukunft blicken.

Dankbar ist der Zweite Vorsitzende dafür, dass sich der komplette Offheimer Ortsbeirat um Ortsvorsteher Arne Piecha (CDU) für eine sofortige Sanierung ausgesprochen habe und sich nun auch bei der Stadt etwas tue. Wie Johannes Laubach dieser Zeitung erläuterte, sei es eigentlich vorgesehen gewesen, die "Halle 2" bei der jüngsten Sanierung des Bürgerhauses 2016 vor dem Offheimer Ortsjubiläum mit zu sanieren. "Allerdings musste dann frühzeitig entschieden werden, diese Sanierung weiter zurückzustellen, da die Decke zu den Duschen und Umkleideräumen des Hallenbades undicht waren. Eine Sanierung vor Abdichtung der Decke war sinnlos", so Laubach.

"Ein Anbau würde

sehr teuer werden"

Wie Laubach versicherte, ist die Sanierung der "Halle 2" bei der Stadt aber trotzdem nicht in Vergessenheit geraten. Trainingsräume mit getrennten Umkleiden und Duschen sollen nun verwirklicht werden. Wie Laubach berichtet, würden aber die Wünsche des Vereins über das hinausgehen, was nach Einschätzung des Bauamtes unter einem vertretbaren Aufwand in der Halle selbst möglich sei. Dabei gehe es laut Laubach darum, ob die Halle die Anforderungen des Verbands an die Spielflächengröße für die Wettkämpfe erfülle. Allerdings sei die fehlende Fläche sehr gering und es könne ein entsprechender Abweichungsantrag beim Tischtennisverband gestellt werden.

Nach Einschätzung des städtischen Bauamtes können durch eine reine Sanierung die fehlenden Flächen nicht geschaffen werden. Dazu brauche es einen Anbau, der sehr teuer würde. Kosten verursachten bei der Sanierung bereits die Anpassung des Brandschutzes an die aktuellen Vorgaben, die komplette Erneuerung der elektrotechnischen Ausstattung, eine Warmwasseranlage mit einer entsprechenden Zirkulation sowie eine zeitgemäße Wärmeverteilungsanlage mit Randflächen- oder Deckenstrahlungsheizkörpern. Der Einbau neuer Fenster und einer Lüftungsanlage seien ebenfalls notwendig. Für den Wettkampfsport benötige die Halle zusätzlich eine neue Beleuchtung und einen neuen Hallenboden. All dies führt laut Laubach zu Gesamtbaukosten von 375 000 Euro. Möglich sei eine Förderung aus dem Landesprogramm "Sportland Hessen" über 30 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens aber in Höhe von 50 000 Euro.

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