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An vielen Info-Ständen in den drei beruflichen Schulen inLimburg konnten sich Schüler über Karrierechancen informieren.

Hessencampus

Bildungsmesse an beruflichen Schulen half Schülern bei der Orientierung

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Bei der Bildungsmesse des Hessencampus Limburg-Weilburg konnten sich Schulabgänger über weiterführende Schulangebote informieren. In der Peter-Paul-Cahensly-Schule, der Adolf-Reichwein- und der Friedrich-Dessauer-Schule waren auch zahlreiche Unternehmen präsent, die den jungen Leuten ihre Karrierechancen präsentierten.

In Limburg gibt es ein breitgefächertes Bildungsangebot für junge Menschen. Davon ist Bernd Spriestersbach vom Organisationsteam der Bildungsmesse überzeugt und weist auf berufliche Gymnasien, Abendgymnasien, Berufsfach- und höhere Handelsschulen hin. Folglich kämen nicht nur Schüler aus dem heimischen Kreis, sondern auch verstärkt aus dem Rhein-Lahn- und Westerwaldkreis hierher. Wichtig sei, dass bei der Bildungsmesse, die am Wochenende in Limburg stattfand, auch viele Schüler Vorträge halten können, so dass jüngere Schüler von ihren Erfahrungen lernen könnten.

Manuel Merz beispielsweise erzählte, dass er sich an der Schule noch mit dem Fachgebiet Elektrotechnik beschäftigt habe. Doch nun möchte er Pfleger werden. Warum? „Ich habe mit dem Thema zu Hause viel zu tun gehabt“, sagte der 20-Jährige. Er habe einen pflegebedürftigen Opa gehabt. Da er wisse, dass in Deutschland Pflegenotstand herrsche und er anderen Menschen helfen wolle, mache er an der Klinik Weilmünster gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Danach werde er eine Ausbildung starten.

Was Freunde cool finden

Das FSJ-Jahr habe er gebraucht, um erkennen zu können, ob er mit diesem Beruf mental klarkomme. Er denkt jetzt: ja. „Das ist Erfüllung für mich“, sagt Manuel. Man dürfe die Erfahrungen, wenn beispielsweise ein Patient auf dem Weg der Besserung scheine und dann doch sterbe, einfach nicht mit nach Hause nehmen, berichtet Merz.

Jutta Golinski steht am Stand der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg und ist mit der Resonanz zufrieden: „Viele junge Leute und Eltern fragen, welche Berufe es in der Region gibt und wie sie an Lehrstellen kommen können“. Die Chancen auf dem Markt seien derzeit hervorragend. Die Jugendlichen von heute hörten aber nicht mehr so sehr wie früher bei der Berufswahl auf Lehrer und Eltern. Wichtig sei vielen, dass ihre Freunde den Beruf cool finden. Kaufmann für Büromanagement sei beispielsweise gerade ein besonders angesagter Beruf.

Magdalena Witteyer besucht die Realschule der Leo-Sternberg-Schule und weiß genau, was sie will. Sie möchte in Limburg ein Fachabitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft oder Pädagogik beginnen und will künftig als Lehrerin arbeiten. Die Bildungsmesse nutzte sie, um sich über die Inhalte der Schulangebote vor Ort schlau zu machen. Anastasia Dell hat eine Ausbildung bei der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg gestartet und versucht die Freude am Beruf der Bankkauffrau jungen Schülern zu vermitteln. „Ich habe immer gerne gerechnet. Darum habe ich mich hier beworben“, sagt sie. Man könne im Lauf der Ausbildung aber in alle Bereiche reinschnuppern und dann gegen Ende erst entscheiden, auf was man sich spezialisieren wolle. Sie sagt, es habe eine Zeit gegeben, in der das Interesse an Bankausbildungen nachgelassen habe. Mittlerweile gebe es bei der Volksbank aber wieder mehr Bewerber. „Wir können auch durch die Ausweitung unseres Geschäftsgebiets mehr Auszubildende als früher einstellen“, warb Dell.

„Ich will Leben retten“

Alina Demmer ist sich noch nicht sicher, ob sie direkt nach der Schule eine Ausbildung macht. Wahrscheinlich werde sie an die Adolf-Reichwein-Schule gehen, sich dort auf Pädagogik und Soziales spezialisieren. Berufsziel könne dann Erzieherin sein oder möglicherweise auch ein Lehramtsstudium.

Eine Schülerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, zeigte sich hingegen von der Ausbildungsmesse enttäuscht. „Ich finde es schade, dass ich hier nicht mehr erfahren habe, als ich auch schon aus dem Internet weiß“, sagte sie. Das einzige Gute an dem Angebot sei, dass man Schülern Fragen stellen könne. Sie selbst interessiere sich für den Bereich Wirtschaft. Ein ebenfalls anonym bleiben wollender Aussteller findet es seinerseits schade, dass auch viele Schüler kommen, die kein ernsthaftes Interesse an der Messe hätten. Die würden einfach durchlaufen, ohne sich richtig zu informieren, um Erwartungen der Schule und der Eltern durch ihre Anwesenheit gerecht zu werden.

Laura Siegert hingegen bereute es nicht, sich an dem Nachmittag umfassend informiert zu haben. „Ich habe viel Neues erfahren“, sagte sie. Sie traut es sich zu, Medizin zu studieren und Ärztin zu werden. Ihre Freundin Celine Springer erzählte: „Ich will Leben retten.“ Sie sei hier, um zu sehen, wie sie sich ihren Traum erfüllen könne, OP-Schwester zu werden.

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