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Dr. Sebastian Schaub (vorne, von links), Bürgermeisterkandidatin Birgit Geis und Seitenwechsler Kai-Hagen Maiwald wollen mehr grüne Politik für Limburg.

Grüne Kandidatin in Limburg

Birgit Geis soll Bürgermeisterin werden

  • vonRobin Klöppel
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Stadträtin einstimmig nominiert - Vorbereitung auf die Kommunalwahl

Der Limburger Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat rechtzeitig vor der Nominierungsversammlung am Samstagnachmittag in der Stadthalle doch noch eine Kandidatin für die Bürgermeisterdirektwahl am 14. März 2021 gefunden. Die 64-jährige Birgit Geis aus Dietkirchen, Sachbearbeiterin beim Kreissozialamt, fordert Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) heraus. Zudem gehen bisher der von der CDU unterstützte Stefan Laux und Maximilian Acht (FDP) ins Rennen.

Geis wurde als einzige Kandidatin von den 15 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern in geheimer Wahl einstimmig nominiert. Für die auch am 14. März stattfindenden Kommunalwahlen haben die Grünen eine Liste mit 30 Personen für die Wahl zur Limburger Stadtverordnetenversammlung auf die Beine gestellt, mit Geis sowie dem bisherigen Fraktionssprecher Dr. Sebastian Schaub als Spitzenkandidaten.

Auf Platz acht kehrt mit dem früheren Fraktionssprecher Andreas Pötz ein bekanntes Gesicht auf die Liste zurück. Überraschend taucht auf der neuen Liste auch Kai-Hagen Maiwald auf dem aussichtsreichen Platz vier auf. Maiwald war früher Fraktionssprecher der Limburger Linken und hatte nach der Trennung die Kandidatur mit seiner neuen Sozial-Ökologischen Fraktion angestrebt. Maiwald, der nun auch Mitglied der Grünen ist, sagte aber in der Versammlung, dass er festgestellt habe, dass er in der Sozial- und Umweltpolitik ähnliche Ansichten wie die Grünen vertrete und es darum Sinn ergebe, bei den Kommunalwahlen die Kräfte zu bündeln. Maiwalds Fraktion hat aktuell zwei Sitze im Stadtparlament. Die Grünen stellen derzeit vier Stadtverordnete.

Kandidaten für

mehrere Ortsbeiräte

Die Grünen haben es auch geschafft, vier Kandidaten für die Ortsbeiratswahl in Linter um Maiwald sowie mit Ingrid Horz-Schmachtel eine Kandidatin für die Wahl in Staffel zu gewinnen, wo sie momentan nicht in den Gremien vertreten sind. Weiterhin vertreten sein wollen die Grünen in den Ortsbeiräten Kernstadt, Dietkirchen sowie Offheim.

Für die Grünen war es, wie Fraktionssprecher Schaub berichtete, nicht einfach, die erhoffte Frau für die Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl zu finden. 15 Frauen seien angesprochen worden, bis sich mit der Stadträtin Geis doch noch eine zu einer Kandidatur bereiterklärt habe.

Birgit Geis berichtete, sie habe sich die Entscheidung für eine Kandidatur nicht leicht gemacht, denke aber als Bürgermeisterin für Limburg einiges bewegen zu können. 1983 verließ sie aufgrund ihrer Kritik an deren Atompolitik die SPD. Geis merkte dann, dass die Grünen die richtige Heimat für sie sein könnten. Sie seien ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei eingestellt, begründete die Kandidatin ihren Beitritt. 1997 wurde Geis dann Mitglied des Ortsbeirates Dietkirchen, 2009 der Stadtverordnetenversammlung. Seit 2011 vertritt sie nun die Grünen im Magistrat.

Schwerpunkt

Verkehrspolitik

Was für sie als neue Bürgermeisterin spricht? "Ich habe Politik- und Verwaltungserfahrung, ich bin belastbar und erfahren mit Stress", sagte sie. Limburg sei eine lebendige Stadt mit viel Anziehungskraft liege ihr sehr am Herzen. Ihre Themenschwerpunkte liegen unter anderem in der Verkehrspolitik. "Limburg muss zu einer autoarmen Stadt werden", betonte die Stadträtin. Den Bürgern müsse es leicht gemacht werden, aufs Auto zu verzichten. Hierzu gehörten die Verbesserung des Radwegenetzes sowie des Öffentlichen Personennahverkehrs. Limburg brauche auch viel mehr Grün zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und gegen den Klimawandel. Darum dürften die gesunden Platanen auf dem Neumarkt nicht gefällt werden. Die Stadt brauche zudem eine Infrastruktur für E-Autos und Car-Sharing in den Stadtteilen.

Birgit Geis erklärte auch, dass Limburg mehr kleine und bezahlbare Wohnungen benötige. Sie stellt aber in Frage, dass Limburg wirklich 25 Hektar neue Wohnflächen in Blumenrod benötige - mit Zerstörung wertvollen Ackerlandes und ohne Verkehrskonzept. Sie trete dafür ein, dass erst Baulücken in der Innenstadt geschlossen würden und ein Konzept entwickelt werde, dass dem Wohnungsleerstand in der Innenstadt ein Ende bereite. Geis sagte, dass es dafür wichtig sei, dass die Grünen mit einer stärkeren Fraktion als bisher ins Stadtparlament einziehen würden. Denn CDU und SPD blockierten aktuell viele gute Ideen der Grünen nur, weil sie von der falschen Seite kämen.

Schaub sagte, dass die Grünen die vergangenen fünf Jahre trotzdem in Limburg vieles bewegt hätten. Als Beispiel nannte er in Kooperation mit einem starken Bürgerengagement den Erhalt der Platanen auf dem Neumarkt. Was ihm noch am Herzen liegt? Dass Verkehrspolitik nicht nur für Autofahrer gemacht wird und dass Bauland in Limburg nicht nur für wohlhabende Interessenten aus dem Frankfurter Raum geschaffen wird, sondern vor allem für Einheimische. Robin Klöppel

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