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Die bisherige Pächterin des Limburger Campingplatzes, Irmgard Albert (links), mit ihrer Tochter. Eigentlich sollte für sie Ende des Jahres Schluss in Limburg sein. Doch nun ist eine neue Lösung im Gespräch, um den Betrieb des Campingplatzes 2019 sicherzustellen

Plan B 

Bisherige Pächterin des Limburger Campingplatzes soll vorerst doch weitermachen

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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Die bisherige Pächterin des Limburger Campingplatzes soll sich ein weiteres Jahr um die Camper an der Lahn kümmern. Die Stadtverwaltung will so mehr Zeit gewinnen für Verhandlungen mit einem anderen Interessenten, um eine dauerhafte Lösung zu finden.

Noch immer steht nicht fest, wer den Campingplatz in Limburg künftig dauerhaft betreiben wird. Es gibt zwar einen ernsthaften Interessenten, aber noch zu viele ungeklärte Fragen, um zu einer schnellen Verhandlungslösung zu kommen. Deshalb greift nun Plan B. Im Gespräch ist eine Interimslösung mit der bisherigen Betreiberin Irmgard Albert. Nach dem Wunsch des Magistrats soll sie den Campingplatz ein weiteres Jahr betreiben; heute wird der Magistrat darüber endgültig entscheiden. Sie hatte den Pachtvertrag zum Ende dieses Jahres gekündigt, um sich mit ihrer Tochter vom nächsten Jahr an um den Campingplatz in Leutesdorf am Rhein zu kümmern. Das sollte eigentlich der Abschied von Limburg sein, der von einigen Misstönen begleitet war.  

Schon die gerade zu Ende gegangene Campingplatz-Saison war nur durch eine kurzfristige Lösung möglich geworden, weil Irmgard Albert noch einmal eingesprungen war. Andernfalls wäre eine einjährige Pause eingetreten, die unbedingt vermieden werden sollte. Und dieses Katastrophen-Szenario hätte nächstes Jahr erneut gedroht, weil noch kein neuer Pächter gefunden werden konnte. Doch der Reihe nach: Die langjährige Pächterin hatte ursprünglich schon Ende 2017 aufhören wollen, weil sie verärgert war über den Verlauf der Verhandlungen. 

Ärger richtet sich gegen einige Stadtverordnete

Ihr Ärger richtete sich nicht gegen die Stadt, sondern gegen einige Stadtverordnete. Denn es gab bereits eine Einigung mit dem Magistrat, den auslaufenden Pachtvertrag um 40 Jahre zu verlängern, verbunden mit der per Erbbaurecht verhandelten Verpflichtung, den Campingplatz zu sanieren. Ein von der Stadt beauftragter Gutachter geht von einer Investitionssumme von immerhin rund 1,5 Millionen Euro aus, um den Campingplatz auf einen modernen Stand zu bringen. Unterstützung für die damals ausgehandelte Verlängerung des Pachtvertrags mit Irmgard Albert gab es nur von SPD und Linken. Die politische Mehrheit von CDU, FDP und Grünen wünschte hingegen vor einem positiven Votum ein besseres Konzept, und wollte von der Pächterin Antworten, was konkret auf dem Campingplatz geschehen soll. 

Sie sollte ein zukunftsfestes und modernes Konzept für den Platz vorlegen und darin unter anderem darlegen, ob und welche neuen Angebote sie plant, ob und wie neue Gäste angesprochen werden können und welche neuen Gebäude wo entstehen sollen. Für eine Vertragsunterzeichnung gab es also vorerst keine Mehrheit. Die Verwaltung bereitete daraufhin eine Ausschreibung vor und verlängerte den Pachtvertrag mit Irmgard Albert um ein Jahr bis Ende dieses Jahres. An der Ausschreibung hätte sie sich beteiligen können, sie verzichtete jedoch darauf. 

Geringes Interesse an der Ausschreibung

Das Interesse an der Ausschreibung hielt sich in Grenzen: Es soll nur zwei Bewerber gegeben haben, von denen der eine fachlich nicht geeignet gewesen sein soll und der andere nicht alle formalen Kriterien erfüllt haben soll. Mit dem zweiten Bewerber, ein Unternehmen, das 26 Campingplätze in Deutschland betreibt, versucht die Verwaltung derzeit, eine Lösung zu finden. Ein Problem ist der Uferstreifen: Der befindet sich nicht im Besitz der Stadt (er gehört dem Bund und ist noch mehrere Jahre an Irmgard Albert verpachtet) und war deshalb nicht Bestandteil der zur Verfügung stehenden Fläche. Die Stadt will nun im Laufe des nächsten Jahres eine Lösung für den Uferstreifen finden und ist optimistisch, von 2020 an mit dem einzigen Interessenten am Campingplatz einen Vertrag abzuschließen, der eine Modernisierung der veralteten Anlagen vorsieht. Sollte es einen Vertragsabschluss mit der bisherigen Pächterin für das nächste Jahr geben, wird es allerdings eine gravierende Änderung geben: Der Gaststättenbetrieb würde aus personellen Gründen wegfallen. Die „Oase“ dürfte frühestens 2020 wieder geöffnet sein.

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