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Der Dom zu Limburg mit dem Bischofssitz. Auch bei den Katholiken in Hessen geht der Verlust an Mitgliedern weiter. Der prozentuale Verlust bei den Protestanten ist allerdings etwas höher.

Jahresergebnis 2017

Bistum erwirtschaftet kräftiges Plus

58 Millionen Euro aus dem Jahresergebnis 2017 kann das Bistum Limburg in die wirtschaftliche Vorsorge stecken. Das ist auch bitter nötig, wenn man die abnehmende Zahl der Gläubigen und den demographischen Wandel betrachtet.

Die Jahresabschlüsse des Bistums Limburg für das Jahr 2017 sind da. Der über 100-seitige Jahresbericht ist gestern veröffentlicht worden. Und die meisten Zahlen sind positiv. Allerdings ist die Zahl der Gläubigen erneut gesunken. 623 956 Katholiken leben im Bistum, das sind gut 6000 weniger als im Vorjahr. Vergleicht man die Zahl mit dem Jahr 2008, ist der Schwund noch erheblicher: Damals waren es noch knapp 670 000 Katholiken.

Und so ist es keine Wunder, dass das Bistum seine Mitteilung von gestern mit den Worten „Vorsorge sichert Handlungsfähigkeit“ überschrieben hat. Denn „der vorliegende Jahresabschluss 2017 ist von einer günstigen gesamtwirtschaftlichen Lage geprägt“, so Gordon Sobbeck, Finanzdezernent und Diözesanökonom des Bistum.

Insgesamt standen im vergangenen Jahr etwa 227 Millionen Euro aus Kirchensteuern zur Verfügung, 2016 waren es noch rund 214 Millionen. Davon werden etwa 119 Millionen Euro (53 Prozent) in unterschiedlicher Weise für die Seelsorge in den Pfarreien verwendet. Dieser Anteil ist um eine Million Euro oder drei Prozentpunkte gesunken, auch wenn die „Seelsorge in den Pfarreien Schwerpunkt in der Mittelverwendung“ bleibe, wie es das Bistum ausdrückt.

Die Bilanz der Körperschaft Bistum Limburg weist zum 31. Dezember 2017 ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro aus. Das sind etwa 48 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Fast 92 Prozent der Bilanzsumme sind im Anlagevermögen der Körperschaft gebunden. Aus dem positiven Jahresergebnis des Bistums Limburg können insgesamt gut 58 Millionen Euro verwendet werden. „Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geben uns Raum zur Gestaltung, den wir konsequent nutzen. Sicherstellung der langfristigen Handlungsfähigkeit und Generationengerechtigkeit bleiben dabei Schlüsselbegriffe“, betont Sobbeck.

Die Verwendung des Jahresergebnisses 2017 wurde im Diözesankirchensteuerrat beraten und beschlossen. „Wir nutzen die aktuelle positive Situation für gezielte Investitionen und halten an dem bewährten Weg der Zukunftsvorsorge fest“, sagt dessen Vorsitzender Dr. Herbert Braun.

Insgesamt fünf Millionen Euro führt das Bistum der Schulstiftung zu. Der Eine-Welt-Fonds wird um eine Million Euro weiter aufgestockt. Die Caritasstiftung erhält ebenfalls eine Zuwendung von einer Million Euro. Und auch die Mittel für die Arbeit an einer Willkommenskultur für Flüchtlinge wurden um eine Million Euro aufgestockt. Die Baustiftung erhält 12,9 Millionen Euro. Die pfarrlichen Baurücklagen werden mit 7,5 Millionen Euro und die nicht pfarrlichen Baurücklagen mit fünf Millionen Euro gestärkt. Für Investitionen in die IT-Infrastruktur wurden 1,5 Millionen Euro zurückgelegt. Die haushaltsrechtlichen Pflichtrücklagen wurden mit zehn Millionen Euro dotiert.

Bleiben noch 13,1 Millionen Euro übrig, die „zur nachhaltigen Stärkung der wirtschaftlichen Substanz“ dem Kapital zugeführt werden. „Bereits heute wissen wir, dass wir in den kommenden 20 Jahren durch die demographische Entwicklung, im Wesentlichen durch den Effekt des Renteneintritts der sogenannten Babyboomer-Jahrgänge, eine große Umbruchsituation erleben werden. Wir müssen uns darauf einstellen, langfristig mit deutlich weniger Mitteln auskommen zu müssen“ sagt Sobbeck. Darauf bereite man sich durch konsequente und zielgerichtete Vorsorge vor. „Wir verfolgen hier für zentrale Bereiche gewissermaßen eine ,Immunisierungsstrategie‘, die uns von der langfristigen Kirchensteuerentwicklung etwas unabhängiger macht“, erläutert der Finanzdezernent.

Aus dem Kirchensteueraufkommen wurden als größter Posten für Immobilien, Infrastruktur, Leitung, zentrale Aufgaben, Verwaltung und synodale Arbeit rund 28 Millionen Euro verwendet. In Schule und Bildung flossen ebenso 17 Millionen Euro wie in Soziale Aufgaben. Für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien setzte man etwa zehn Millionen Euro ein.

Der gesamte Bericht

Weitere Infos sowie den Jahresbericht 2017 zum Nachlesen gibt es im Internet unter .

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