Generalvikar Wolfgang Rösch
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Generalvikar Wolfgang Rösch

Corona-Regeln für Kirchgänger

Bistum Limburg: Besonnen mit der Lockerung umgehen

  • vonMathias Geiß
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Was Generalvikar Wolfgang Rösch über die neue Gottesdienstregel denkt

Limburg Ab dem morgigen Sonntag können im Bistum Limburg wieder Gottesdienste in kleinen Gruppen und unter strengen Auflagen gefeiert werden. Entsprechende Entscheidungen der Landesregierungen in Hessen und Rheinland-Pfalz machen dies möglich. "Wir freuen uns über diese Entscheidungen. Nach Wochen ohne öffentliche Gottesdienste, in denen die freie Religionsausübung aus nachvollziehbaren Gründen eingeschränkt war, kommen wir nun in eine neue Phase", sagt Domkapitular Wolfgang Rösch. "Nun muss besonnen und beherzt mit der Lockerung der Corona-Regelungen umgegangen werden und Verantwortung für sich selbst und für andere übernommen werden", betont der Generalvikar des Bischofs von Limburg. Das gemeinsame Ziel aller Christen, der Politik und der Kirche müsse es bleiben, die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu steuern, um das Leben von Menschen zu schützen.

Anspruchsvolle Vorbereitungen

Bei allen Möglichkeiten, die sich nach der Entscheidung der Politik nun böten, sei die freie Religionsausübung weiter stark eingeschränkt und das kirchliche Leben nach wie vor weit vom Normalbetrieb entfernt. "Im Bistum Limburg wird es klare Regelungen geben, die es möglich machen in kleinen Gruppen Gottesdienste und Eucharistie zu feiern", erklärt Rösch. Daher habe er eine entsprechende Dienstanweisung erlassen. "Die Maßnahmen der Dienstanweisung sind mit anspruchsvollen Vorbereitungsmaßnahmen für die Pfarreien verbunden. Uns ist sehr wohl bewusst, dass es nicht überall möglich sein wird, diese Maßnahmen bis zum 3. Mai umzusetzen. Dafür haben wir Verständnis. Ebenso bitten wir aber auch die Gläubigen, die sich nach Gottesdiensten sehnen, um ihr Verständnis", so Rösch. Die Pfarreien müssten verantwortlich handeln. Dort, wo die Voraussetzungen nicht gegeben seien, könne solange auch kein öffentlicher Gottesdienst gefeiert werden.

Onlineangebote

weiterführen

Grundsätzlich können Gläubige nun wieder an den Gottesdiensten teilnehmen. Personen, die Erkältungssymptome oder Fieber haben, dürfen nicht an den Gottesdiensten teilnehmen. Personen, die sich einer Risikogruppe zurechnen, sollten aus Eigenschutz nicht an den öffentlichen Gottesdiensten teilnehmen.

Da mit Blick auf Abstandsregelungen und Hygienevorgaben nicht allen Gläubigen die Mitfeier von Gottesdiensten ermöglicht werden kann, sollten die kreativen Online-Angebote nach Möglichkeit fortgeführt und entsprechend bekannt gemacht werden. Die Dispens von der Sonntagspflicht gelte zunächst weiter.

Wie viele Gläubige gemeinsam Gottesdienst feiern können, hängt im Bistum Limburg unter anderem an der Größe der Kirche. "Es ist zu gewährleisten, dass durchgängig ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Gläubigen in alle Richtungen gegeben ist. Aus diesem Abstandsgebot ergibt sich die Zahl der zugelassenen Gottesdienstbesucher", erklärt Rösch. Die Zahl der Sitzplätze soll an den Kirchorten publiziert werden. Der Zugang zu den Gottesdiensten sei zahlenmäßig zu begrenzen und es dürfe zu keinem Zeitpunkt zu Menschenansammlungen kommen. Die Pfarreien sind gebeten, entsprechende Ordnerdienste und ein Anmeldeverfahren zu organisieren. Die Laufwege in den Kirchen werden dort, wo es nötig ist, als Einbahnwege markiert. Eine Empfehlung, Gottesdienste unter freiem Himmel zu feiern, gibt es im Bistum Limburg ausdrücklich nicht, da Versammlungsverbote tangiert werden könnten.

Die Kirchen sollen vor, während und nach den Gottesdiensten gut durchgelüftet werden. Zudem soll den Gläubigen eine Möglichkeit angeboten werden, sich am Eingang mit Desinfektionsmittel die Hände zu desinfizieren. Es ist zudem erforderlich, dass Gläubige bis zum Einnehmen der Sitzplätze und ebenso beim Verlassen der Kirche einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Gläubigen sollen ihr eigenes Gotteslob mitbringen, sofern sie dieses für das persönliche oder das gemeinsame Gebet benutzen wollen.

Priester und Kommunionhelfer werden sich vor der Spendung der Heiligen Kommunion die Hände desinfizieren und tragen Mund-Nasen-Schutz. Den Gläubigen wird die Kommunion dann in angemessenem Abstand und berührungslos gereicht.

Die Dienstanweisung des Generalvikars gibt es im Wortlaut unter www.bistumlimburg.de. red

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