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ARCHIV - Bischöfe haben am 21.09.2010 beim feierlichen Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung im Dom in Fulda die Hände gefaltet. Die Bistümer Mainz, Limburg und Fulda haben bereits mehr als 300 000 Euro an Entschädigungen für die Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche gezahlt.

Kirche

Bistum Limburg will Konsequenzen aus Missbrauchsskandal ziehen

Das Bistum will Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Studie von sexuellem Missbrauch durch Kleriker (MHG) ziehen, einen offenen Gesprächsprozess über die systemischen Faktoren führen und die Aufarbeitung mit externer Expertise weiter vorantreiben.

Aus den Erkenntnissen sollen konkrete Schritte für die Diözese abgeleitet werden, die permanent bearbeitet würden. Dafür hat sich der Diözesansynodalrat (DSR) im Bistum in seiner Sitzung in Limburg ausgesprochen.

„Die MHG-Studie darf nicht in irgendwelchen Schubladen verschwinden. Wir müssen über das Thema und die Empfehlungen sprechen und Konsequenzen für unser Bistum ziehen“, sagte Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung.

Eine solche Weiterarbeit und Auseinandersetzung fordert auch Bischof Dr. Georg Bätzing, der sich in der Pflicht sieht, die Empfehlungen der Studie für sein Bistum umzusetzen. „Ich wünsche mir Beratung und Austausch zum Themenfeld des sexuellen Missbrauchs. Wir müssen miteinander darüber ins Gespräch kommen und die Themen und Empfehlungen, die die MHG-Studie benennt und die die deutschen Bischöfe beraten haben, offen, ehrlich und ohne Tabus diskutieren“, so Bätzing. Er werde sich erst öffentlich zu den Erkenntnissen aus der MHG-Studie äußern, wenn es eine konkretere Vorstellung davon gebe, wie notwendige Veränderungen im Bistum angestoßen werden könnten.

Die Mitglieder des Diözesansynodalrates und der Bischof waren sich einig, dass das weitere Vorgehen gemeinsam geplant und eine breite Beteiligung erreicht werden müsse, wenn es wirklich um den Abbau von Klerikalismus und Machtstrukturen in der Kirche gehen solle. Die Perspektive der Opfer müsse unbedingt in die weiteren Überlegungen einbezogen werden.

Der DSR sieht es als sinnvoll an, bereits angestoßene Gesprächsprozesse im Bistum – etwa über die kirchliche Sexualmoral, Homosexualität, Segensfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können – um Aspekte aus der Studie zu ergänzen. Darüber hinaus müsse über Themen wie Machtmissbrauch und Klerikalismus ebenso wie über die Rolle der Frauen in der Kirche und über den Pflichtzölibat gesprochen werden.

(pm)

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