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Bistum will Bezirke zusammenlegen

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Von: Anken Bohnhorst, Sebastian Semrau, Barbara Schmidt

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Das Bistum Limburg plant, aus elf Bezirken fünf Regionen zu machen.
Das Bistum Limburg plant, aus elf Bezirken fünf Regionen zu machen. © Boris Roessler/dpa

Limburg künftig mit Wetzlar und Lahn-Dill-Eder, Rhein-Lahn und Westerwald zusammen

Limburg -Die Strukturen im Bistum Limburg, die sich mit der Bildung von "Pfarreien neuen Typs" schon stark gewandelt haben, sollen sich nun auch auf regionaler und diözesaner Ebene ändern. Im dazu vor zweieinhalb Jahren angestoßenen Transformationsprozess sind dazu nun weitere Eckpunkte bekannt geworden, die allerdings noch einer Zustimmung der Gremien benötigen. So sollen die bislang elf Bezirke im Bistum zu fünf Regionen zusammengefasst werden. Damit ist der alternative Vorschlag einer thematischen Zentrenbildung vom Tisch.

Hintergrund sind der mangelnde Priesternachwuchs und die sinkenden Mitgliederzahlen in der katholischen Kirche. Der Bezirk Limburg soll demnach mit den Bezirken Wetzlar und Lahn-Dill-Eder eine Region im Bistum bilden. Gleiches gilt für die Bezirke Rhein-Lahn und Westerwald, die ja beide als einzige in einem anderen Bundesland liegen. Das gehört zu den Ergebnissen eines Gremientags, bei dem rund 60 Mandatsträger in Montabaur zusammenkamen und die in rund zweieinhalb Jahren Prozess erarbeiteten Vorschläge diskutierten.

Außerdem sollen Main- und Hochtaunus sowie die bisherigen Bezirke Wiesbaden, Untertaunus und Rheingau eine gemeinsame Region bilden. Bei den Zuordnungen hat man nicht rein nach der Größe geschaut, auch wenn alle fünf Regionen rund 100 000 Katholiken beheimaten, sondern auch ähnliche Verhältnisse und Voraussetzungen berücksichtigt. Die Frankfurter Stadtkirche bleibt demnach eigenständig.

Beschlüsse noch

in diesem Jahr

Bistumssprecher Stephan Schnelle spricht von einer perspektivischen Veränderung. Die Beschlüsse dazu sollen seiner Aussage nach noch in diesem Jahr fallen. Wann die Umsetzung erfolgt, werde dann entschieden.

Die neuen Regionen sollen eigene Budgets erhalten. Wie sie eingesetzt werden, entscheidet ein "synodaler Regionalrat" - der offenbar die bisherigen Bezirkssynodalräte auf der mittleren Ebene ablösen soll. Ursprünglich war eine solche Vertretung nicht mehr vorgesehen. Das hatte zu einiger Kritik geführt.

Anstelle der bisherigen Bezirksreferentinnen und -referenten gibt es künftig Regionalleitungsteams aus zwei Personen mit mindestens 150 Prozent Beschäftigungsumfang. Nur noch eine Person muss dabei aus einem pastoralen Berufsfeld stammen, es können also auch Nicht-Theologen in diesen Funktionen arbeiten. Dienstvorgesetzt ist mittelbar das Bischöfliche Ordinariat, unmittelbar die Region, wie es schon bei Verwaltungsleitungen oder Kita-Koordination Praxis ist.

Auf Bistumsebene trifft künftig ein sogenanntes "Bistumsteam" unter Leitung des Bischofs alle wichtigen Entscheidungen der Verwaltung. Besetzt wird es paritätisch mit Regionalleitungen und den Bereichsleitungen des Bischöflichen Ordinariats.

In der obersten Bistumsbehörde, dem Ordinariat, wird ebenfalls umgebaut. Neu gebildet werden die Funktionsbereiche "Strategie und Entwicklung", "Personalmanagement und Einsatz" sowie "Marketing und Kommunikation". Dazu sind zwei "Leistungsbereiche" geplant, nämlich "Ressourcen und Infrastruktur" sowie "Pastoral und Bildung". An der Spitze des Ordinariats soll künftig ein Leitungsduo stehen, neben den Generalvikar tritt eine "weitere bevollmächtigte Person".

Verschiedene Zentren

sollen gebildet werden

In Fach-, Kompetenz- oder Innovationszentren, ebenfalls mit Doppelspitze, soll die Verantwortung für bestimmte Themenfelder delegiert werden. Einige Kompetenzzentren wie das Zentrum für Trauerpastoral oder das Meditationszentrum (beide in Frankfurt) bestehen bereits. Auch das "Haus am Dom" lässt sich als solches sehen. Ob sie dem Bischöflichen Ordinariat oder einer Region zugeordnet werden, soll individuell geschaut werden. Innovationszentren sollen im Unterschied zu den Kompetenzzentren auf Zeit angelegt werden. Sie sollen sogenannte "Erkundungsaufträge" umsetzen.

Der Sorge, das synodale Prinzip des Bistums könnte unter den neuen Strukturen leiden, tritt der Gremientag entgegen. Weiter solle es auf allen Ebenen synodale Räte geben. Neu ist: Gewählt werden können dann nicht mehr nur Pfarreimitglieder, sondern auch "Personen aus anderen Bereichen des kirchlichen Lebens". Klare Verantwortungszuweisungen an die Gremien sollen für weniger Sitzungs-Aufwand sorgen.

Nicht geklärt ist, wie etwa der Priesterrat oder Gremien wie der Diözesankirchensteuerrat in die neuen Strukturen passen. Das soll bis zum November überlegt werden. "Generell soll eine gemeinsame Verantwortung für das Ganze im Bistum Limburg in den Vordergrund gestellt werden", sagt Schnelle .

Der Limburger Bezirksdekan Andreas Fuchs aus Hadamar freut sich auf die Veränderung, weil sie ermögliche, "näher an die Menschen heranzukommen und schneller auch auf aktuelle Themen zu reagieren". Außerdem werden somit die "Vertretung in der Fläche gut gewährleistet". Ein schwerer Tanker wie die katholische Kirche müsse manövrierfähig bleiben, sagt der Pfarrer, und dafür sei bisweilen eine Kursänderung nötig, "ohne dabei Menschen zu verletzen oder zu verlieren". Dass er in der neuen Struktur möglicherweise nicht mehr Bezirksdekan sein wird, sieht Fuchs gelassen. "Es geht nicht um mich und nicht darum, einen Posten zu sichern."

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