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Brüderpaar wegen Gewalt nach Fastnachtszug verurteilt

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Von: Bernd Bude

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Die Statue Justizia.
Die Statue Justizia. © Peter Steffen/Archiv

Ein vermeintlicher Einbruch, Körperverletzung, Waffen- und Drogenbesitz, verfassungsfeindliche Äußerungen – im Prozess gegen drei junge Männer kamen schwerwiegende Vorwürfe zur Sprache. Ins Gefängnis muss schließlich nur der Älteste des Trios. Sein Bruder kommt mit einem Jugendarrest davon. Das Verfahren gegen den Dritten im Bunde, einen 19-Jährigen, wird eingestellt.

Ein 29 und 21 Jahre altes Brüderpaar sowie dessen Bekannter (19) mussten sich vor dem Limburger Jugendschöffengericht zunächst wegen eines Wohnungseinbruchs im Mai dieses Jahres in Oberzeuzheim verantworten. Ein Nachbar hatte gegenüber der Polizei ausgesagt, die Drei beobachtet zu haben. Sie seien durch ein Fenster eingebrochen und hätten dann Möbelstücke aus dem Haus getragen. Tatsächlich stellte sich während des Verfahrens aber heraus, dass der 19-Jährige einen Schlüssel zu der Wohnung hatte, in der er mit der 44 Jahre alten Mieterin zusammenlebte. Der junge Mann habe nach einem Streit mit der Freundin ausziehen wollen und daher zusammen mit seinen Bekannten seine Sachen aus der Wohnung geräumt. Allerdings habe er seine Lebensgefährtin damals auch bedroht: Er werde zurückkommen und ihr den Schädel spalten, soll der junge Mann gesagt haben. Die Freundin sei daraufhin in den nahen Wald geflüchtet.

Die Frau lebt mittlerweile wieder mit dem Angeklagten zusammen. Sie sagte vor Gericht aus, dass die drei Männer nicht durch das Fenster in die Wohnung eingedrungen waren. Dies bewegte das Gericht dazu, das Einbruchsverfahren einzustellen.

Im zweiten Anklagepunkt gegen das Brüderpaar war die Lage dagegen ziemlich klar: Die Männer gaben vor Gericht zu, am 28. Februar, nach dem Limburger Fastnachtszug, mehrere junge Leute mit Fäusten und einem Schlagring verletzt zu haben. Sie entschuldigten sich bei ihren Opfern, die Kopfverletzungen davongetragen hatten. Der Richter wollte von dem Älteren wissen, warum er einen Schlagring dabei gehabt habe und warum am Tag des vermeintlichen Einbruchs ein Schlagstock in seinem Auto gefunden worden war. Die Antwort irritierte den Vorsitzenden. „Ich muss mich gegen Asylanten schützen“, sagte der Angeklagte. Er ist im Übrigen wegen verfassungsfeindlicher Parolen gegenüber Polizeibeamten („Hitler hätte Euch alle vergast“) bereits vorbestraft.

Brutaler Waffennarr

Der Richter stufte den Mann als brutalen Waffennarr ein und verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung, unter Einbeziehung einer Bewährungsstrafe wegen Drogenbesitzes, zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Seinem Opfer muss er 2000 Euro zahlen. Verteidiger Olaf Wolff hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr beantragt. Der jüngere Bruder wurde nach Jugendrecht zu einem zweiwöchigen Dauerarrest verurteilt – und mit der Warnung entlassen, nicht weiter dem schlechten Beispiel seines Bruders zu folgen.

(bb)

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