Bürgerpetition will Limburg „durchlüften“

„So kann es nicht weitergehen. Es passiert nichts“, sagt Ina Roth. Sie stammt aus Oberbrechen, wohnt inzwischen in Limburg. Und sie findet, den Bewohnern wird zu viel zugemutet.

„So kann es nicht weitergehen. Es passiert nichts“, sagt Ina Roth. Sie stammt aus Oberbrechen, wohnt inzwischen in Limburg. Und sie findet, den Bewohnern wird zu viel zugemutet. Zu viel an Verkehr und zu viel an Schadstoffen. Und es müsse etwas passieren, damit das Leben in Limburg wieder lebenswerter wird. Das heißt für sie: die Menschen, die in der Stadt leben und/oder arbeiten, zu schützen.

Deshalb hat Roth zusammen mit fünf weiteren Frauen und Männern eine Petition gestartet. Limburg am Limit, so hat die neue Initiative „Liebe Limburg“ ihr Ansinnen überschrieben. Die Petition richtet sich formal ans Land, angesprochen werden Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) und Limburgs Bürgermeister Marius Hahn (SPD). „Lüften Sie durch!“ lautet die Aufforderung.

Roth und ihre Mitstreiter verweisen auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Wiesbaden vom 30. Juni 2015, das nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe gefällt wurde. Danach reichen die bisherigen Bemühungen für bessere Luft nicht aus.

Als erste Schritte fordert „Liebe Limburg“ ein generelles Durchfahrverbot für Lastwagen durch die Limburger Innenstadt, durch den Schiedetunnel und über die Schiede; eine gefahrlose Erreichbarkeit der Innenstadt für ältere Bürger, Kindergartenkinder und Schüler durch die Schaffung von Zebrastreifen am Kreisel auf der Diezer Straße, sowie längerer Grünphasen an den Ampeln auf der Schiede und Diezer Straße; den Ausbau sicherer Fahrradwege im Stadtgebiet, einschließlich der Stadtteile; einen Stopp der aktiven Umleitung des Durchgangsverkehrs durch die Wohngebiete; Schutz und Pflege der Grünfächen und Naherholungsgebiete: Schafsberg, Greifenberg, Tal Josaphat und Lahnwiesen sowie die Verabschiedung des Bebauungsplans zum Schutz des Schafsbergs und dessen Baumbestands.

Der Schutz der wenigen städtischen Grünflächen werde in der Stadt bisher nicht rechtswirksam auf die Beine gestellt. Das werde an dem schon lange vorliegenden Entwurf des Bebauungsplans für den Schafsberg deutlich. Auch habe die Politik in den vergangenen Jahren durch ihre Entscheidungen für steigendes Verkehrsaufkommen gesorgt. Konzepte für eine nachhaltige Lösung, die dem Wachstum Limburgs gerecht werde, seien nicht vorhanden. Dies alles führe zu einer erheblichen Belastung durch Luftschadstoffe. Beim Stickoxid liegt Limburg auf dem sechsten Platz in Deutschland, so Roth. Kein Platz, auf den die Stadt stolz sein könne.

„Wir sind politisch nicht aktiv“, sagt sie. Als Bürger und Bewohner Limburgs wollen sie mit ihrer Petition die Kräfte all derer bündeln, die sich gerne in dieser Stadt aufhalten. Das Ziel sei klar: Die Lebensqualität müsse besser werden.

Damit eine Petition auch Chancen hat, braucht sie ausreichend Unterstützer. 690 sind notwendig. Die Petition kann online oder auch mit ausgefüllten Unterschriftenbögen unterstützt werden. Informationen dazu gibt es unter .

(jl)

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