Betretene Gesichter bei der CDU im Limburger Restaurant "Europa", als im Fernsehen die Wahlprognose bekannt gegeben wird, unter anderem mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Christian Wendel (Zweiter von links), dem CDU-Kreisvorsitzenden Andreas Hofmeister (rechts) und dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (im Hintergrund) mit seinem in Orange gekleideten Unterstützerteam.
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Betretene Gesichter bei der CDU im Limburger Restaurant "Europa", als im Fernsehen die Wahlprognose bekannt gegeben wird, unter anderem mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Christian Wendel (Zweiter von links), dem CDU-Kreisvorsitzenden Andreas Hofmeister (rechts) und dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (im Hintergrund) mit seinem in Orange gekleideten Unterstützerteam.

Bundestagswahl in Limburg und Umgebung

CDU verliert und behält nur zwei Direktmandate

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  • Stefan Dickmann
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Nick verliert in Montabaur - Freude bei der SPD - Blick auf mögliche Koalitionen

Limburg -In den Wahlkreisen Rheingau-Taunus - Limburg und Hochtaunus hat die CDU bei der Bundestagswahl gestern ihre Direktmandate verteidigt - wenn auch viel knapper als vor vier Jahren. Im Wahlkreis Montabaur schaffte SPD-Kandidatin Tanja Machalet sogar die Überraschung und schlug Titelverteidiger Andreas Nick (CDU). Lange Gesichter also bei der Union, Freude bei den Sozialdemokraten.

Für die Christdemokraten war es nicht nur im Bund ein Abend zum Vergessen. Bei den Zweitstimmen im Wahlkreis Montabaur wurden sie nach fast 13 Prozentpunkten Vorsprung vor vier Jahren überholt, im Wahlkreis Hochtaunus gab es einen deutlich knapperen Sieg mit ebenfalls einem deutlichen Minus und im Wahlkreis Rheingau-Taunus - Limburg, wie die gesamte Region lange eine CDU-Hochburg, gab es über den ganzen Abend ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende lag dann die CDU immerhin noch 0,4 Prozentpunkte vorne.

Willsch nur noch

knapp vorne

Klaus-Peter Willsch behält dennoch sein Direktmandat. Allerdings hätte kaum jemand erwartet, dass es in diesem Wahlkreis, den die CDU-Kandidaten bisher bei allen Bundestagswahlen gewonnen haben, so knapp werden würde. Willsch-Konkurrent Martin Rabanus wird wohl dennoch über die Landesliste erneut in den Bundestag einziehen. Ganz sicher war das gestern Abend noch nicht - im Gegensatz zu Alexander Müller (FDP) und Anna Lührmann (Grüne), die dank ihrer Listenplätze dem Bundestag angehören werden.

Deutlicher als Willsch gewann Markus Koob im Wahlkreis Hochtaunus. Dort lief die Villmarer SPD-Kandidatin Alicia Bokler mit deutlichem Rückstand ein. Allerdings schnitt auch sie besser ab als der SPD-Kandidat vor vier Jahren. Punkten konnte sie zudem in vielen Oberlahn-Kommunen. Im Gegensatz zu Rabanus hat sie auch keine Chance auf ein Mandat über die Landesliste, über die es FDP-Kandidatin Katja Adler geschafft haben sollte.

Großes Thema bei allen Politikern gestern die mögliche Koalitionsfrage. Für eine Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen sprechen sich der Kreisvorsitzende der CDU, der Landtagsabgeordnete Andreas Hofmeister (CDU), und der Vorsitzende der Limburger CDU, Christian Wendel aus. "Die Grünen kommen wohl in die Regierung", sagt Hofmeister. Eine Fortsetzung der Koalition von CDU und SPD, rechnerisch möglich, schließt er aus. "Das ist keine Option, weil beide Seiten davon nicht begeistert sind."

Für eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP sprechen sich der Limburger SPD-Vorsitzende Peter Rompf und der Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) aus. Eine Ampel sei eine "gute Lösung, das kann Deutschland weiterbringen", sagt Rompf. "Unser Land braucht nun eine stabile Regierung", sagt Hahn. Das Wahlergebnis sei ein großer Vertrauensbeweis für die SPD und auch für Olaf Scholz.

Müller und Lührmann, Direktkandidaten von FDP und Grünen, gehören zu den beiden Parteien, die am Ende entscheidend sein dürften. Beide vermieden gestern klare Aussagen. Es gehe um Inhalte, sagte Lührmann. Und auch Müller wollte sich nicht festlegen, "auch wenn er mit dem Programm der CDU eine größere Überschneidung sieht. dick/ses/tob

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