Claus Ruhe Madsen ist seit 2019 Oberbürgermeister von Rostock.
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Claus Ruhe Madsen ist seit 2019 Oberbürgermeister von Rostock.

In Corona-Krise bekannt geworden

Claus Ruhe Madsen: "Gestalten statt verwalten"

Rostocker Oberbürgermeister zu Gast bei digitaler Vollversammlung der IHK Limburg.

Limburg -Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, hat mit der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg in einer Videokonferenz über smarte Verwaltung und Digitalisierung zum Wohle der Bürger und Unternehmen in Zeiten der Corona-Pandemie gesprochen. "Ein wichtiges Ziel für meine Arbeit als Oberbürgermeister ist, eine neue Struktur in der Stadtverwaltung einzuführen - weg von der Verwaltung hin zum Handeln. Unter dem Leitsatz ,Gestalten statt verwalten' öffnen wir etwa unsere Arbeitsumgebung und verschlanken unsere Prozesse, um möglichst viele Termine mit Menschen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen die Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen", erklärte Claus Ruhe Madsen den Vertretern der regionalen Wirtschaft.

Eingeladen zum Vortrag in der Vollversammlung hatte den Rostocker Oberbürgermeister IHK-Präsident Ulrich Heep, der den ehemaligen Präsidenten der IHK zu Rostock bereits aus der gemeinsamen Arbeit in der IHK-Organisation kennt. Unterstützung für seine Ideen und Maßnahmen bekommt Madsen durch das bundesweite Förderprojekt "Smart City", aus dem er für Rostock "Smile City" macht. Die Stadt wolle zeigen, so Madsen, dass sie mit Hilfe von Digitalisierungsprojekten digitale Bürgerservices und neue Technologien umsetzt, die sie menschenfreundlicher, nachhaltiger und moderner macht. Dabei stehe der Mensch im Mittelpunkt, gleichzeitig würden die Bürger aber auch Mitverantwortung tragen und müssten mitmachen.

Bürokratie

abbauen

"Was mich auch bewegt, als jemand der aus der Wirtschaft kommt", so der ehemalige Möbelunternehmer, "ist die Bürokratie. Ich komme einfach nicht damit klar, mit wie viel Papier wir es zu tun haben. Die Pandemie hat gezeigt, dass wir hier nicht einen Schritt weitergekommen sind. So bremsen etwa Ausschreibungsverfahren viele Dinge, die nützlich für alle sind, so weit aus, dass man sie am Ende des Tages lieber lassen möchte. Wenn man eine Lösung sucht, bekommt man zehn neue Probleme. Davon müssen wir weg und dahinkommen, dass wir viel schlanker und effizienter werden. Die digitale Welt hilft uns hier weiter. Zugleich müssen auch viele Gesetze daraufhin angeschaut werden, ob man sie tatsächlich braucht", erklärte er.

Mit den heimischen Unternehmerinnen und Unternehmern, die in der IHK-Vollversammlung die regionale gewerbliche Wirtschaft repräsentieren, diskutierte Madsen, der im dänischen Kopenhagen geboren ist, nach der Schule nach Deutschland kam und seit 2019 Rostocker Oberbürgermeister ist, über verschiedene Themen der Wirtschaft und berichtete von seiner Arbeit in der Pandemie, für die er deutschlandweit bekannt wurde. So wurden in der Hansestadt etwa ein Monat lang samstags kostenfreier ÖPNV angeboten sowie in Innenstadtmöblierung, Kultur und Spielplätze investiert. Dadurch sollte die Innenstadt attraktiver gestaltet und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden, damit die Menschen mehr Geld ausgeben.

Die mangelnde Digitalisierung der Schulen war auch in Rostock ein großes Problem. Zudem gab es an den Berufsschulen Auszubildende, die aufgrund von Kurzarbeit ihrer Unternehmen nicht übernommen werden konnten oder die Probleme bei der Abnahme von Prüfungen hatten. Die Kultur- und Veranstalterbranche unterstützte Rostock mit vielen Sonderveranstaltungen, Pilotprojekten und finanziellen Mitteln und bemühte sich, Kultureinrichtungen so früh wie möglich zu öffnen. red

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