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In Halle 1 der ehemaligen Druckerei entsteht derzeit der Empfangsbereich des Impfzentrums: (von links) Thorsten Roth, Landrat Michael Köberle (CDU), Dr. Gundi Heuschen und Michael Lohr.

Impfstart nach Weihnachten

Corona-Impfzentrum im Kreis Limburg-Weilburg: In Dietkirchen wird zentral geimpft

  • Stefan Dickmann
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Eine ehemalige Druckerei im Kreis Limburg-Weilburg wird derzeit zum Corona-Impfzentrum umgebaut. Noch vor Weihnachten soll es einsatzbereit sein.

Limburg - Das Ende der Corona-Pandemie soll im Landkreis Limburg-Weilburg in Dietkirchen eingeläutet werden. In einer ehemaligen Druckerei an der Senefelder Straße im Gewerbegebiet (gegenüber vom DRK) entsteht derzeit ein zentrales Impfzentrum für alle Bürger aus dem Landkreis, die sich freiwillig impfen lassen wollen.

Gestern Nachmittag stellte Landrat Michael Köberle (CDU) das Impfzentrum vor. Es soll in einer Woche einsatzbereit sein, am Freitag, 11. Dezember. "Lassen Sie sich impfen - wie ich es auch tue", appellierte Köberle an alle Bürger. "Denn damit sind wir alle gemeinsam hoffentlich in der Lage, dieser Pandemie ein Ende zu bereiten."

Limburg: Alle Infos zum Corona-Impfzentrum in Dietkirchen

Wann startet die Impfaktion? Der Landkreis geht davon aus, direkt nach Weihnachten loszulegen.

Wer wird geimpft? Im Prinzip jeder, der es möchte. Aber ausdrücklich nur die Bürger, die zuvor eine schriftliche Einladung des Landes Hessen erhalten haben, dass sie sich freiwillig impfen lassen können mit einem festen Termin. Spontan zum Impfzentrum zu fahren und auf Einlass zu hoffen, ist zwecklos! Das Land stellt zuvor eine Prioritätenliste auf, wer zuerst geimpft werden soll, und schreibt die jeweiligen Bürger an. Zuerst werden alle Risikogruppen geimpft, also ältere Menschen sowie Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind und regelmäßig Kontakt mit Infizierten haben. Insgesamt zwei Impfungen werden in einem Abstand von zwei bis drei Wochen nötig sein, um den erwarteten vollen Schutz zu haben.

Corona-Impfzentrum für Region um Limburg: Öffnungszeiten und Ablauf

Wie lange dauert die zentrale Impfaktion? Der Landkreis rechnet mit einer Dauer von sechs bis acht Monaten, bis mindestens 60 Prozent der heimischen Bevölkerung geimpft sein sollen. Läuft alles nach Plan, wäre also im August 2021 Schluss.

Wie viele Bürger können pro Tag geimpft werden? Mindestens 1000 Menschen. Pro Stunde ist ein Durchlauf von 70 Personen möglich.

Wann ist geöffnet? Von Montag bis Sonntag von 7 bis 22 Uhr; allerdings könnte es sein, dass später aus organisatorischen Gründen nur noch von 8 bis 20 Uhr geöffnet ist.

Wie ist der Ablauf? Wer eine Einladung erhält, bekommt seinen Termin genannt und findet sich - freiwillig - an diesem Tag im Impfzentrum ein. Nur wer eine Einladung vorweisen kann, wird eingelassen. Vorher wird Fieber gemessen und es werden typische Symptome einer Infektion abgefragt. Geimpft werden nur gesunde Personen. Im Impfzentrum herrscht Maskenpflicht! In Halle 1 befinden sich Eingang und Empfang, in Halle 2 wird geimpft; dafür stehen zehn "Impfstraßen" zur Verfügung. Bis dahin sollen 15 Minuten vergangen sein. In Halle 3 befindet sich ein Ruhebereich, um sicher zu gehen, dass die Impfung gut vertragen wird, sowie der Ausgang.

Limburg: 150 Mitarbeiter im neuen Corona-Impfzentrum im Einsatz

Wie viele Mitarbeiter sind im Einsatz? Pro Tag sorgen 150 Mitarbeiter im Zentrum für einen reibungslosen Ablauf - davon wird die Hälfte medizinisches Fachpersonal sein. Der Landkreis kooperiert mit drei Hilfsorganisationen, dem Deutschen Roten Kreuz Limburg und Oberlahn sowie dem Malteser Hilfsdienst, die das Personal stellen. Weil noch Verstärkung gesucht wird, können sich Interessierte an diese Mail-Adresse wenden: personalimpfzentrum@limburg-weilburg.de.

Wer leitet das Impfzentrum? Dr. Gundi Heuschen vom Kreisgesundheitsamt ist für den medizinischen Bereich verantwortlich, Thorsten Roth, der Leiter des Büros des Landrats, kümmert sich um den organisatorischen Bereich.

Wie werden nicht mobile Menschen in Alten- und Pflegeheimen geimpft? Es sind drei mobile Impfteams vorgesehen, die die Alten- und Pflegeheime aufsuchen werden. Sie bestehen jeweils aus einem Arzt, einem Assistenten und einem Fahrer.

Wer bezahlt das? Das Land will die Kosten für alle Impfzentren in ganz Hessen übernehmen, die jeweiligen Landkreise werden in Vorleistung gehen. Eine konkrete Zahl wollte Landrat Köberle gestern Nachmittag nicht nennen, aber er sprach allein für den Landkreis von Ausgaben in Höhe von "mehreren Millionen Euro"; davon werde der Großteil auf die Personalkosten entfallen. Das sei zwar viel Geld, "aber wenn wir es schaffen, die Pandemie damit zu beenden, ist das noch günstig".

Am Dienstag war ein Dringlichkeitsantrag zur Kreistagssitzung am Freitag von Dr. Klaus Valeske (FDP) bekannt geworden. Darin hatte er den Kreisausschuss aufgefordert, 25 Fragen zum Impfzentrum zu beantworten, was nun zum Großteil erledigt ist. Am Mittwoch hatte der Kreis dann zur Vorstellung des Impfzentrums eingeladen.

Corona-Pandemie: Auch Lahnstein und Hachenburg erhalten Impfzentren

Der Rhein-Lahn-Kreis richtet das KreisImpfzentrum in Abstimmung mit dem Land im ehemaligen Lidl-Gebäude in Lahnstein ein. Kreis-Impfzentrum-Koordinator Guido Erler übernahm mit seinem Vertreter Marcus Grün und Landrat Frank Puchtler nun das Gebäude offiziell und stellte das geplante Zentrum vor. Das Impfzentrum soll im Auftrag des Landes ab dem 15. Dezember bereit stehen und startet mit einer "Impfstraße". Für die Zweitimpfung wird eine zweite Impfstraße in Betrieb genommen. Die Kapazität kann durch die Gebäudegröße auf bis zu vier Impfstraßen ausgebaut werden.

Insgesamt werden in Rheinland-Pfalz 36 Impfzentren eingerichtet werden. Der Westerwaldkreis hat anhand des Anforderungskataloges des Landes als geeigneten Standort das Gebäude der ehemaligen Graf-Heinrich-Realschule in Hachenburg (Corona-Praxis) ausgemacht. Dieses wird aktuell entsprechend der Vorgaben des Landes für den Betrieb vorbereitet. (Stefan Dickmann) Im Kampf gegen Corona soll es in Hessen insgesamt 30 Impfzentren geben. In verschiedenen Städten und Landkreisen wird jeweils ein Impfzentrum öffnen.

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