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Die Leiterin des Geschäfts "Esprit", Letizia Casella, ist in der WERKStadt in Limburg mit Desinfektionsmittel gerüstet. Die Geschäfte dürfen trotz Corona öffnen. 

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Corona in Limburg-Weilburg: Geschäfte öffnen wieder - Von Normalität noch weit entfernt 

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Im Kreis Limburg-Weilburg öffnen zahlreiche Geschäfte wieder. Dies soll zur langsamen Normalisierung in der Corona-Krise beitragen. Es ist weniger los als normal, aber mehr als zuletzt.

  • Geschäfte in und um Limburg öffnen wieder
  • Geschäftsleute haben Vorkehrungen getroffen
  • Wegen der Corona-Krise noch lange kein Normalzustand 

Limburg-Weilburg - Die meisten Einzelhandelsgeschäfte in Limburg und Umgebung hatten gestern nach vierwöchiger Corona-Pause wieder für die Kundschaft geöffnet. Andere teilen auf Schildern mit, wann es weitergeht, etwa bei "Vohl & Meyer" am Mittwoch. In derLimburger City war zwar bei weitem noch nicht soviel los wie an "normalen" Montagen, aber doch deutlich mehr als in den vergangenen Wochen. Da in den Läden nicht so viel los war, kam die Vorgabe, dass Kunden aufgrund der Corona-Vorsorge wegen Überfüllung draußen warten müssten, kaum zum Tragen.

Corona-Krise: Geschäfte in Limburg öffnen wieder

Viele Geschäfte haben angeschrieben, wie viele Kunden bei nicht mehr als einer Person pro 20 Quadratmeter herein dürfen. Häufig trugen die Mitarbeiter Masken, einige hielten auch Desinfektionsmittel für die Kunden bereit.

Esther Vaupel, Filialleiterin des Spielwarengeschäftes "Habakuk" in der WERKStadt in Limburg, sagte, dass der Kundenzuspruch klar unter einem normalen Montag lag. Für Geschäftsleute wie Kunden sei es aber schön, dass die Geschäfte wieder öffnen dürften. Begeistert war die Geschäftsfrau, dass die Kunden alle sehr ruhig und diszipliniert gewesen seien. Sie rechnet die kommenden Wochen mit weniger Umsatz als normal, weil manche Menschen aufgrund von Corona zurückhaltend seien.

Geschäftsöffnung in Limburg während Corona: "Es ist ein wenig wie Entzug gewesen"

Karine Füll vom Geschenkladen "Nanu-Nana" in derLimburger WERKStadt sagte: "Wir haben ein bisschen weniger als an einem normalen Montag umgesetzt." Doch viele Kunden freuten sich, dass sie wieder einkaufen gehen konnten. "Es ist für sie ja schon ein wenig wie Entzug gewesen, daheim zu sitzen und nicht in die Geschäfte gehen zu können."

Ruth Drescher (von links), Erwin Krekel und Bianca Woidoch waren im Geschäft "KFashion" in Hadamar bei Limburg gestern mit Mundschutz auf die Kunden während der Corona-Krise vorbereitet. 

Letizia Casella, Leiterin des Esprit-Ladens in Limburg, musste auch feststellen, dass gestern noch weniger Menschen als normal ins Geschäft kamen. Casella sieht Gründe dafür. Frauen wollten, wenn sie sich neue Mode kauften, die auch draußen zeigen. Und Veranstaltungen besuchen oder ins Restaurant gehen, das gehe ja momentan noch nicht. Zudem hätten manche Kunden durch Kurzarbeit und sonstige Einnahmeneinbußen das Geld nicht so locker wie sonst.

Geschäfte bei Limburg: Großer Ansturm bleibt während Corona-Krise aus

Beate Seibert-Simon, Vorsitzende des Elzer Gewerbevereins, musste an der Tür ihrer "Schatzkiste" gestern früh nur einmal das Absperrband befestigen, dass der nächste Kunde kurz draußen warten muss. "Die Elzer Geschäfte haben alle wieder aufgemacht und sind froh, dass das wieder möglich ist", so Seibert-Simon. Sie denkt, dass die kleinen Geschäfte die Corona-Vorgaben gut regeln könnten. Bei "Pia's Schuhecke" habe es gestern sogar einen Run gegeben, weil die Leute Kinderschuhe anprobieren müssten.

Örtliche Geschäfte in Limburg während Corona-Krise unterstützen

Bianca Woidich, Vorsitzende der Gewerbevereins Hadamar Aktiv aus der Nähe von Limburg, bittet die Bürger, die gebeutelten örtlichen Geschäfte zu unterstützen und gezielt lokal einzukaufen. Annita und Ralf Herrmann, Betreiber des Geschäftes "Lebensart" und "AH-Eventservice" in Niederhadamar bei Limburg, erzählten, dass nur wenig los gewesen sei. Die Leute feierten ja aktuell nichts. Das Ehepaar befürchtet somit bis kommendes Frühjahr weiter erhebliche Einbußen. Ralf Herrmann kann auch die Ungleichbehandlung nicht verstehen. Er habe nicht weiter Ware in seinem Geschäft verkaufen dürfen, während im Baumarkt Massen von Menschen weiter Dekorationsartikel und Pflanzen kaufen konnten.

Ohne Feiern wegen der Corona-Krise ist der Geschenkebedarf bei Ralf und Annita Hermann vom Geschäft  "Lebensart" in Hadamar bei Limburg gering.

Bei Ralf Meinhold von "Optik Wenzel Hadamar" in Hadamar bei Limburg wird aktuell kein Kunde ohne Mundschutz und vorheriges Händewaschen bedient. "Die ersten Kunden machen jetzt wieder Termine mit uns. Wir wollen hoffen, dass sich die Nachfrage wieder steigert, dass sich das Geschäft bald auch wieder lohnt", so Meinhold.

Corona: Geschäfte bei Limburg öffnen wieder

Erwin Krekel, Betreiber des Modegeschäftes "KFashion" in Hadamar bei Limburg, sagte, dass es bei normalem Kundenzulauf kein Problem sei, dass nicht mehr als acht Leute gleichzeitig ins Geschäft dürfen. Krekel hofft nach einem für ihn normalen Montag, dass nicht zu viele Menschen dauerhaft an den Online-Handel verloren seien. Er habe zwar guten Kunden weiter Bekleidungspakete gepackt, doch 50 Bestellungen in einem Monat könnten den Verlust durch die Schließungen bei weitem nicht ausgleichen. Das habe bei sechs Geschäften und 17 Mitarbeitern schlaflose Nächte gebracht. 

Corona-Krise: 70 Prozent der Geschäfte in Limburger Einkaufszentrum offen

"70 Prozent unserer Geschäfte waren heute schon wieder auf", sagte WERKStadt-Eigentümer und -Betreiber Marcel Kremer in Limburg zufrieden. Für den ersten Tag sei der Zulauf schon sehr groß gewesen. Für die nächsten Wochen erwarte er aber weiter weniger Publikum als in normalen Zeiten. Teilweise hätten die Kunden noch Angst vor Corona. Dadurch, dass viele Menschen weiterhin daheim blieben, sei insgesamt weniger Laufkundschaft als sonst in Limburg unterwegs.

Limburg: Noch kein Normalzustand bei Geschäften während Corona-Krise

Marcel Kremer findet es aber trotz eigener geschäftlicher Interessen gut, dass in den Geschäften nicht gleich wieder Normalzustand herrsche. Zuviel Menschen auf einmal in der WERKStadt in Limburg würde er in der aktuellen Lage selbst unverantwortlich finden. "Mittwoch sollten hier alle Geschäfte wieder offen sein", sagte er. Die Betroffenen seien ja alle wieder heiß, ihre Läden öffnen zu dürfen. Einige müssten aber vorher noch etwas umbauen. Beispielsweise müsse der Medimax-Markt einen Teil der Verkaufsfläche absperren, um auf unter die 800 aktuell erlaubten Quadratmeter zu kommen. Kremer sagte, dass die letzten Wochen nur ein Viertel der üblichen Besucherströme in der WERKStadt in Limburg zu verzeichnen gewesen seien. Das, obwohl unter anderem der Tegut-Markt, die DM-Drogerie und der Bioladen weiter offen gewesen seien. 

Von Robin Klöppel

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