Sie setzen sich für die Tauben in der Stadt Limburg ein: Barbara Veit (links) und Petra Peuser vom Stadttaubenprojekt Limburg.
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Sie setzen sich für die Tauben in der Stadt Limburg ein: Barbara Veit (links) und Petra Peuser vom Stadttaubenprojekt Limburg.

Folgen der Corona-Pandemie

Limburg in der Corona-Krise: "Stadttauben droht der Hungertod"

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Limburg: Stadttauben leiden unter der Corona-Krise. Der Tierschutzverein möchte Fütterungsverbot für die Vögel zeitweise aufheben. Die Stadt lehnt aber ab.

  • Limburg: Nicht nur Menschen leiden unter dem Ausnahmezustand
  • Tauben hungern in der Corona-Krise
  • Tierschützer fordern Fütterungsstellen in Limburg
Limburg - Unter der Corona-Krise leiden nicht nur Menschen, auch Tiere bekommen die Auswirkungen der Pandemie zu spüren. Der Tierschutzverein Limburg-Weilburg sorgt sich vor allem um die Stadttauben. Durch die Schließung der Restaurants und Cafés drohe ihnen der Hungertod. Darauf weist Adelheid Noble, Zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins und Leiterin des Tierheims in Limburg, hin.

Corona-Krise in Limburg: Tierschützerinnen kümmern sich um geschwächte Tauben

Auch das "Stadttaubenprojekt Limburg" sorgt sich; dabei handelt es sich um eine Gruppe von Tierschützerinnen aus dem Südkreis. "Wir machen unsere Kontrollgänge durch Limburg und nehmen geschwächte Tauben mit", teilt auf Anfrage Petra Peuser vom Stadtaubenprojekt mit. "Dabei ist uns aufgefallen, dass wohl Menschen Mitleid mit den Tauben haben und ihnen Brot und Reis hinlegen. Das ist zwar nicht das beste Futter für die Tauben, aber besser als nichts."

Tauben leiden unter Corona-Krise: Verein in Limburg fordert kontrollierte Fütterungsstellen

Der heimische Tierschutzverein hat offiziell bei der Stadt angefragt, ob es möglich ist, "dass auch die Stadt Limburg kurzfristig Ausnahmegenehmigungen zur Fütterung der Stadttauben erteilt oder das Fütterungsverbot interimistisch aufhebt". Dabei verweist der Tierschutzverein auf die Stadt Koblenz, die bereits zugestimmt habe, kontrollierte Fütterungsstellen einzurichten.

Limburg: Verhungern Tauben aufgrund der Corona-Pandemie?

Doch die Stadt Limburg winkt ab. "Es ist nicht vorgesehen, das geltende Fütterungsverbot in Limburg außer Kraft zu setzen, es wird weiter verfolgt", teilt Stadtsprecher Johannes Laubach mit. "Der Hinweis des Tierschutzvereins und des Stadttaubenprojekts, wonach die Tauben in der Stadt vom Tod bedroht ist, da aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen und Beschränkungen der Verzehr von Lebensmitteln im öffentlichen Verkehrsraum zum Erliegen gekommen ist und damit eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Tauben entfällt, wird von der Stadt nicht geteilt." Zwar sei es richtig, dass der Verzehr von Lebensmitteln in der Öffentlichkeit durch geschlossene Imbisse und Verkaufsstände "nicht oder kaum noch stattfindet, aber dieser Ausfall an Nahrung wird als nicht lebensbedrohlich eingestuft".

Corona sorgt für Wandel in Limburg: Tauben müssen auf Felder ausweichen

Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) weist auf eine Einschätzung des stellvertretenden Landesvorsitzenden des Naturschutzbundes Hessen, Bernd Petri, hin. Dieser habe im Hessischen Rundfunk erklärt, dass die Tauben tatsächlich weniger Futter in ihrem gewohnten Lebensumfeld finden, dies aber nicht lebensbedrohlich sei. Sie würden dann auf die umliegenden Felder, Wiesen und bewaldeten Flächen zur Futtersuche fliegen.

Dass diese Antwort denTierschützern wenig gefallen wird, dürfte nicht überraschen. Der Tierschutzbund weist darauf hin, dass Tauben "sehr standorttreu" seien, und die Innenstädte eben nicht verlassen würden. Vielmehr würden die Tauben verwirrt umherirren, "verzweifelt auf der Suche nach Nahrung".

Solidarität während Corona: Taubenprojekt setzt auf Einzelpersonen

Auch wenn menschliche Essensreste nicht gesund und artgerecht für die Tauben seien, seien sie doch oft die Hauptnahrungsquelle. "Durch die Corona-Krise sind die Tiere nun vollends auf sich allein gestellt." Deshalb bittet der Tierschutzbund die Städte, die Tiere nicht im Stich zu lassen und ausreichend kontrollierte Fütterungsstellen einzurichten. Viele Menschen seien bereit, den Stadttauben zu helfen. Für die Versorgung der Tiere könnte die Stadt einzelne Personen beauftragen - Mitarbeiter des Ordnungsamtes, Tierschützer oder andere freiwillige Helfer.

Das Stadttaubenprojekt setzt nun auf das einzelne Engagement von Bürgern. So habe sich zum Beispiel eine Limburgerin bereit erklärt, Tauben auf ihrem Dachplateau zu füttern. "Ich denke, Menschen mit Zivilcourage füttern die Tauben und lassen sie nicht im Stich", sagt Petra Peuser.

Von Stefan Dickmann

In Limburg haben mehrere Dutzend Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei stoppte die sogenannte „Hygiene“-Demo

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