Yvonne Streb ist leitende medizinisch-technische Assistentin im St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg.
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Yvonne Streb ist leitende medizinisch-technische Assistentin im St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg.

Interview: Arbeiten in Krisenzeiten

Krankenhaus in Limburg: Warten auf Corona-Testergebnisse dauert nur noch halb so lang

Yvonne Streb und ihre Kollegen testen im St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg auf das Coronavirus. Wie sich ihr Arbeitsalltag durch die Pandemie verändert hat, erzählt sie im FNP-Interview.

Limburg – Im Limburger St.-Vincenz-Krankenhaus vergehen 24 Stunden vom Zeitpunkt einer Probenentnahme bis zum Vorliegen des Ergebnisses, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Patientinnen und Patienten auf Covid-19 getestet werden. Seit einigen Wochen kann der Test in Eigenregie im Zentrallabor des Krankenhauses durchgeführt werden. 

Betroffene, die den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollten aber ihren Hausarzt, das Gesundheitsamt oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst zunächst telefonisch informieren und das weitere Vorgehen besprechen. Nur Patientinnen und Patienten mit schweren Symptomen sollten eine Notaufnahme aufsuchen. 

Yvonne Streb, leitende medizinisch-technische Assistentin (MTA) im Zentrallabor des Limburger Krankenhauses äußert sich im Interview zu ihrem Arbeitsalltag mit potenziell hochinfektiösem Material und zum Ablauf der Testung auf das Virus.

Frau Streb, haben Sie Angst, sich bei Ihrer Arbeit im Labor mit dem Coronavirus zu infizieren?

Nein, ich persönlich habe keine Angst, mich hier anzustecken. Natürlich ist die Corona-Pandemie eine ganz besondere Situation, die noch keiner von uns in diesem Ausmaß erlebt hat. Aber das Arbeiten mit Viren und Bakterien gehört im Labor schon immer zum Tagesgeschäft, sodass wir im Umgang mit infektiösem Material geübt sind. Insofern macht es für uns im Zentrallabor keinen allzu großen Unterschied, dass wir jetzt auch auf das neuartige Coronavirus testen.

Wie hat die Corona-Krise Ihren Arbeitsalltag verändert?

Der normale Routinebetrieb ist zu Beginn der Pandemie etwas weniger geworden. Das hing vor allem damit zusammen, dass elektive Eingriffe weggefallen sind und insgesamt weniger Patienten im Haus waren. Anfangs konnten wir die PCR-Diagnostik (zum Erregernachweis bei Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2) hier auch noch nicht eigenständig durchführen und haben die Proben zur Diagnostik weggeschickt.

Wie kam es dann dazu, dass Sie jetzt auch in Limburg testen können?

Unsere ärztliche Leiterin Claudia Suchatzki stand jedoch in engem Kontakt zu unterschiedlichen Firmen und konnte so veranlassen, dass wir den Test auch im Vincenz schnell etabliert haben. Das Gerät, in dem die MRSA-PCR-Diagnostik durchgeführt wird, hatten wir schon, sodass wir direkt mit dem Testen beginnen konnten, als Test-Kits erhältlich waren. Diese waren anfangs - wie viele Güter zu dieser Zeit - jedoch nur sehr schwierig und in geringen Mengen zu beschaffen. Inzwischen haben die Firmen allerdings die Produktion hochgefahren, sodass wir zum jetzigen Zeitpunkt gut mit Test-Kits ausgestattet sind. Seit einigen Wochen können wir nun die Corona-PCR in Eigenregie durchführen. Das ist eine enorme Zeitersparnis: Als wir die Tests noch weggeschickt haben, hat es bis zu 48 Stunden gedauert, bis wir ein Ergebnis erhielten. Seitdem wir hier testen, vergehen vom Zeitpunkt des Abstrichs bis zum Vorliegen des Ergebnisses nur 24 Stunden.

Wie funktioniert so ein PCR-Test zum Nachweis auf Sars-CoV-2?

Wir verwenden eine Real-time Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR). Vereinfacht gesagt sieht das so aus: Die Probe - ein Abstrich aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum in einem speziellen Medium -, wird in ein Probenröhrchen überführt, das spezifisch ausgelegt ist für das Gerät, in dem getestet wird. Außerdem führen wir der Probe noch ein Test-Kit hinzu. Die weitere Testung läuft dann intern im Automaten ab. Dabei wird die Virus-DNA zunächst isoliert und anschließend in mehreren Zyklen repliziert, also vervielfältigt. Durch den Einsatz fluoreszierender Stoffe kann dann überprüft werden, ob die gesuchten Gensequenzen des Virus vorliegen oder nicht. Dieses Vorgehen dauert in etwa drei Stunden.

Wie viele Tests führen Sie am Tag durch?

Wir führen den Test täglich, also auch am Wochenende, durch. Zu Beginn war es etwas weniger. Inzwischen hat es sich bei einer Anzahl zwischen fünf und 30 Tests am Tag eingependelt. An besonderen Tagen werden auch mehrere Durchläufe gefahren.

Wie stellen Sie sicher, dass sich im Labor niemand mit dem Virus infiziert?

Wir achten auf die Einhaltung der Zugangsbeschränkung zum Labor und, wo möglich, ausreichenden Abstand bei der Tätigkeit im Labor. Dann gibt es natürlich die krankenhausinternen Vorgaben, wie die Mundschutzpflicht, Hygieneregelungen oder Vorgaben zu einer begrenzten Personenzahl in Pausenräumen. Innerhalb des Labors befinden wir uns hier im Bereich der Mikrobiologie, in dem wir auch Bakterien untersuchen, die einer bestimmten Risikoklasse angehören. Hier gelten noch einmal verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Zum Beispiel gibt es eine Sicherheitswerkbank mit einer internen Abluft, die sicherstellt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter infektiöse Proben gefahrlos anlegen können. Für die Diagnostik auf Sars-CoV-2 d.h. die Durchführung der Tests, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen durch den Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe gefordert, die beachtet werden.

Sehen Sie in der aktuellen Situation auch Chancen für Ihren Bereich?

Gerade in der jetzigen Situation wird deutlich, wie wichtig die Labordiagnostik sein kann. Wir sind sehr stolz darauf - und da spreche ich natürlich für alle meine Kolleginnen -, dass wir hier vor Ort die Corona-PCR etablieren konnten und so unseren Beitrag zum Umgang mit dieser besonderen Situation für Patienten und Mitarbeiter leisten zu können.

Was haben Sie sich persönlich vorgenommen für die Zeit nach Corona?

Ein großes Familienfest feiern.

red

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