Ein Selfie mit mit der aus „Malle“ eingeflogenen Sängerin Isi Glück (links): Bei der Mallorca-Party war mächtig was los.
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Ein Selfie mit der aus „Malle“ eingeflogenen Sängerin Isi Glück (links): Bei der Mallorca-Party in Limburg war mächtig was los.

Chef hält Diskussion für Unsinn

Heftiger Streit um Mallorca-Party kurz vorm Corona-Lockdown: Kreis leitet Verfahren ein

  • Joachim Heidersdorf
    vonJoachim Heidersdorf
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Die Mallorca-Party in Limburg kurz vor dem Corona-Lockdown hätte genehmigt werden müssen. Der Kreis hat ein Verfahren gegen die Verantwortlichen eingeleitet.

Limburg – Die umstrittene Mallorca-Party am 24. Oktober in der Limburger „Fabrik“ hätte genehmigt werden müssen. Dies hat der Landkreis auf Anfrage dieser Zeitung mitgeteilt. Der Kreis hat demnach ein Verfahren gegen die Verantwortlichen eingeleitet. Der Betreiber der Event-Location, Sven Blümel, behauptet dagegen weiter, dass er keine Genehmigung brauchte. Dies könne er anhand des Schriftverkehrs mit dem Ordnungsamt der Stadt belegen. Und die Stadt bleibt bei ihrer Darstellung, wonach diese Angaben falsch sind. Das ZDF hatte in seiner Sendung "hallo Deutschland" die ausgelassene Stimmung der Party mit der aus Mallorca eingeflogenen Sängerin Isi Glück dokumentiert.

Mallorca-Party in Limburg: Verbot für Tanzveranstaltungen wegen Corona

Für den Kreis ist die Sache klar: Durch die am Veranstaltungstag (24. Oktober) gültige 19. Verordnung zur Anpassung der Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus vom 12. Oktober, die am 19. Oktober in Kraft getreten war, galt ein generelles Verbot für Tanzveranstaltungen", erläutert Pressesprecher Jan Kieserg. Tanzlokale und Discotheken konnten unter bestimmten Voraussetzungen (Veranstaltung als Sitzplatzveranstaltung mit geeignetem Hygienekonzept und Kontaktdatenerfassung etc.) mit Genehmigung des zuständigen Gesundheitsamtes betrieben werden, wobei räumliche Vorkehrungen zu treffen waren, die das Durchführen von Tanzveranstaltungen verhindern. "Eine nach der damaligen Rechtslage erforderliche Genehmigung des Gesundheitsamtes des Landkreises Limburg-Weilburg wurde weder beantragt noch erteilt", sagt Kieserg. Weitere Angaben könnten aufgrund des laufenden Verfahrens nicht gemacht werden.

Die Stadt Limburg weist darauf hin, "dass der Schriftverkehr mit Herrn Blümel Anfang September stattgefunden und zu einem Abschluss gebracht worden ist". Die konkrete Ausrichtung des Mallorca-Stammtischs sei der Stadt damals nicht bekannt gewesen, so Sprecher Johannes Laubach.

Mallorca-Party in Limburg: Wegen Corona Verzicht auf Motto-Partys

Unabhängig von der Personenzahl seien Veranstaltungen untersagt gewesen, die geeignet seien, das Abstandsgebot zu gefährden. Auf Motto-Partys, wie die Mallorca-Party in Limburg, hätte deshalb verzichtet werden sollen. "Es kommt darauf an, ob die zulässige Personenzahl von 100 überschritten wurde und die Gäste sich konsequent an Tanzverbot und Abstandsregeln gehalten haben", hatte Laubach Anfang November erklärt - und hinzugefügt, daran habe er nach dem Betrachten der ZDF-Bilder erhebliche Zweifel.

"Fabrik"-Inhaber Sven Blümel nannte am Montag (24.11.2020) auf Anfrage dieser Zeitung eine neue Teilnehmerzahl. "Laut Online-Anmeldung waren nur 80 Gäste vor Ort", teilte er mit. Im Fernsehbeitrag war von 120 die Rede. Laut Blümel waren in seiner Location im Oktober 150 Gäste ohne weitere Genehmigung zulässig. Von daher halte er die ganze Diskussion über die Veranstaltung für Unsinn. (hei)

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