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Die Maskenpflicht im Kreis Limburg-Weilburg wird ab Donnerstag ausgeweitet.

Maskenpflicht erweitert

Corona im Kreis Limburg-Weilburg: Maßnahmen werden verschärft - Diese Regeln gelten ab sofort

Die Inzidenz im Kreis Limburg-Weilburg steigt. Eine Sperrstunde kommt bei einem Wert über 50, eine Maskenpflicht ab der fünften Klasse schon jetzt.

  • Die Corona-Pandemie nimmt auch im Raum Limburg weiter ihren Lauf.
  • Der Kreis Limburg-Weilburg hat jetzt eine Allgemeinverfügung erlassen, durch die die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden soll.
  • Diese Verfügung sieht einige Regeln, aber auch Empfehlungen für Limburg vor.

Limburg – 98 Personen sind Stand Dienstagmittag im Landkreis Limburg-Weilburg aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegt mittlerweile bei 42,4. Da damit der kritische Wert von 35 erneut überschritten ist, hat der Kreis am Dienstag zwei Allgemeinverfügungen erlassen, die am Donnerstag, 22. Oktober, in Kraft treten und zunächst bis zum 16. November gültig sein werden. Basis sind laut Kreis das Infektionsgeschehen, die Bundes- und Landesverordnungen sowie dass überarbeitete Eskalationskonzept des Landes Hessen vom 19. Oktober 2020, dessen Veröffentlichung noch abgewartet worden war.

Beinhaltet sind weitere Kontakteinschränkungen und erweiterte Pflichten zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Sollte die Inzidenz im Landkreis über 50 steigen, werden weitere Maßnahmen verfügt, insbesondere eine Sperrzeit in der Gastronomie von 23 bis 6 Uhr. "Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürger, sich an die Regeln zu halten, dann bleiben auch die Freiheiten erhalten", sagt Landrat Michael Köberle (CDU).

Die Vorgehensweise ist laut Kreis notwendig, da die Virus-Bekämpfung in Abstimmung mit Bund und Land lokal erfolgen soll. Köberle betont, dass er sich ein einheitlicheres Vorgehen und einheitlichere Vorgaben von Bund und Land für die Verordnung gewünscht hätte. Der Kreis orientiert sich auch an den Allgemeinverfügungen der Nachbarkreise, die teilweise deutlich höhere Inzidenzen aufweisen. "Wir versuchen damit, ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten. Die in unseren Allgemeinverfügungen enthaltenen Regelungen gelten ab einer Inzidenz von größer/gleich 35", so Köberle.

Corona im Kreis Limburg-Weilburg: Dies sind die neuen Regelungen

Aufgrund der Übersichtlichkeit wurden zwei Allgemeinverfügungen erstellt. Die erste befasst sich mit den Schulen im Landkreis:

Während des Präsenzunterrichts ab der Jahrgangsstufe 5 im Klassen- und Kursverband gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Diese gilt auch in den Schulkantinen, außer beim Sitzen auf dem eigenen Platz am Tisch. Ausnahme ist, falls die vom Robert-Koch-Institut festgelegten allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln, insbesondere der Abstand von 1,50 Meter zu anderen Personen, dauerhaft eingehalten werden kann.

Der Sportunterricht darf ausschließlich kontaktlos und unter Beachtung eines dauerhaften Mindestabstandes von 1,50 Meter zu anderen Personen erfolgen. Bevorzugt sollte er im Freien stattfinden.

Die zweite Verfügung betrifft den sozialen und betrieblichen Bereich im Landkreis Limburg-Weilburg:

Bei Zusammenkünften und Veranstaltungen darf die Teilnehmerzahl 150 nicht übersteigen, es sei denn, das Gesundheitsamt gestattet dies. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist überall außer auf dem eigenen Sitzplatz zu tragen.

Für den Trainings- und Wettkampfbetrieb gilt entsprechend eine Obergrenze von 150 Zuschauern. Diese haben außer auf dem eigenen Sitzplatz beziehungsweise einem fest zugewiesenen Stehplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Bei Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften ist eine Mund-Nasen-Bedeckung außer auf dem eigenen Sitzplatz zu tragen.

Beim Besuch von Spielhallen und Spielbanken, Museen, Schlössern und Gedenkstätten sowie Tierparks, Zoos und Freizeitparks ist eine Mund-Nasen-Bedeckung außer auf dem eigenen Sitzplatz zu tragen.

Bei privaten Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Betriebsfeiern und Weihnachtsfeiern darf die Teilnehmerzahl 25 nicht übersteigen.Auch dort ist eine Mund-Nasen-Bedeckung überall außer auf dem eigenen Sitzplatz zu tragen.

Für Feiern in privaten Räumen, insbesondere in Wohnungen, wird eine Höchstteilnehmerzahl von 15 Personen dringend empfohlen.

In Gaststätten und Übernachtungsbetrieben sowie Mensen, Kantinen, Cafés, Eiscafés und Eisdielen haben Gäste beim Betreten und Verlassen der Lokalität, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa dem WC oder Wellnessbereich eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Bei außerschulischen Bildungsangeboten hat der Unterricht so zu erfolgen, dass ein Mindestabstand von 1,50 Meter sichergestellt werden kann oder es ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Es wird dringend empfohlen, eine Mund-Nasen-Bedeckung nicht nur dort zu tragen, wo dies vorgegeben wird, sondern dies im öffentlichen Raum auch dort zu tun, wo Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen, insbesondere in Einkaufsstraßen, auf öffentlichen Plätzen und in Fußgängerzonen.

Plexiglas-Kinnvisiere, die lediglich Teile des Gesichtes (Mund) bedecken, gelten nicht als Mund-Nasen-Bedeckung.

Die Stadt Limburg weist zudem auf eine Maskenpflicht an den Bushaltestellen der Stadtlinie hin. Diese gilt aufgrund der jüngsten Verordnung der hessischen Landesregierung ab sofort auch an Bushaltestellen und Bahnhöfen. Wer diese Regel missachtet, kann mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro bestraft werden.

Die aktuell Infizierten im Landkreis verteilen sich auf Limburg (21), Hadamar (12), Hünfelden (10), Bad Camberg (9), Weilburg (7), Waldbrunn (7), Beselich (5), Elz (5), Runkel (4), Löhnberg (4), Villmar (3), Weilmünster (2), Dornburg (2), Mengerskirchen (2), Brechen (2), Merenberg (2) und Selters (1). Insgesamt gab es bislang 615 bestätigte Fälle (+ 11 zum Vortag), 509 Personen sind inzwischen genesen (+ 7). 563 Menschen befinden sich im Landkreis derzeit in Quarantäne. In den Krankenhäusern des Landkreises befinden sich aktuell vier Corona-Infizierte, drei Personen im Normalpflegebett und eine im Intensivbett.

Kreis Limburg-Weilburg: Nachbarn noch in der Gefahrenstufe "Gelb"

In den beiden benachbarten Kreisen in Rheinland-Pfalz liegt die Inzidenz noch unter 35. Der aktuelle Wert im Rhein-Lahn-Kreis beträgt 27,8, im Westerwaldkreis 23. Somit gilt für beide Kreise die Gefahrenstufe "Gelb". Die Rhein-Lahn-Kreis-Task-Force hat nun auch Vorbereitungen getroffen, falls der Inzidenzwert über die kritische Grenze von 35 steigen sollte. Der Stufenplan des Landes Rheinland-Pfalz sieht dann eine Erweiterung der Schutzmaßnahmen vor - ähnlich den Regelungen in Hessen, die im Kreis Limburg-Weilburg in Kraft treten.

Im Rhein-Lahn-Kreis wurden am Dienstag fünf neue Fälle gemeldet (insgesamt nun 278. Genesen sind 221 Personen (+ 2). Die 50 aktiven Fälle verteilen sich auf VG Aar-Einrich (10), VG Bad Ems-Nassau (6), VG Diez (3), Lahnstein (19), VG Loreley (6) und VG Nastätten (6). Nach Angaben des Landes gab es im Westerwaldkreis am Dienstag 696 bestätigte Fälle. Am Freitag waren es noch 664. (red)

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