Neue Corona-Regeln in Hessen
+
Neue Corona-Regeln im Kreis Limburg-Weilburg. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Maßnahmen.

Landrat appelliert an Bürger

Kreis Limburg-Weilburg: „Lockdown Light“ - Diese drastischen Corona-Regeln gelten jetzt

Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen im Kreis Limburg-Weilburg liegt jetzt bei 125,3. Ab dem 2. November gelten neue Regeln – die Einschränkungen im Überblick.

  • Auch im Kreis Limburg-Weilburg steigen die Corona-Fallzahlen rasant an.
  • Mittlerweile liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 125,3.
  • Daher gelten ab dem heutigen Montag (02.11.2020) neue Beschränkungen.

Update vom Montag, 02.11.2020, 11.55 Uhr: Ab dem heutigen Montag (02.11.2020) gilt eine neue Corona-Verordnung im Landkreis Limburg-Weilburg. Aufgrund der steigenden Fallzahlen wurden die Regeln verschärft – jetzt gilt ein „Lockdown Light“ in ganz Deutschland. Das sind die neuen Regeln:

  • Kontakte sollen auf ein Minimum beschränkt werden. Entsprechend der Regeln aus Wiesbaden sind nun nur noch Treffen mit maximal zehn Personen aus höchstens zwei Hausständen erlaubt. Zusammenkünfte und Feiern in der eigenen Wohnung sind nur einem engen privaten Kreis gestattet.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind untersagt.
  • Übernachtungen im Inland sind nur noch für nicht-touristische Zwecke erlaubt.
  • Die Gastronomie kann Speisen und Getränke nur noch zur Abholung oder Lieferung anbieten.
  • Schließung: Unter anderem werden Schwimmbäder, Tierparks, Museen, Clubs, Kosmetik- und Nagelstudios sowie Massagepraxen geschlossen. Friseursalons und medizinisch notwendige Einrichtungen sind davon nicht betroffen.
  • Maskenpflicht: Auf stark frequentierten Straßen und Plätzen unter freiem Himmel muss immer dann eine Maske getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Das gilt insbesondere in Fußgängerzonen. Auch wenn sich in einem Fahrzeug Personen aus mehr als zwei Hausständen befinden, muss eine Maske getragen werden.
  • Quarantäne: Alle Personen müssen sich bei einem positiven Corona-Test unmittelbar in Quarantäne begeben. Dies gilt ab dem Vorliegen des Testergebnisses, auch wenn die förmliche Anordnung des Gesundheitsamtes noch nicht erfolgt ist. Wer mit einer positiv getesteten Person in einem Hausstand lebt, muss sich ebenfalls unmittelbar in zweiwöchige Quarantäne begeben.

Höchste Warnstufe in der Region Limburg: Kreis verschärft die Corona-Regeln

Erstmeldung vom Montag, 26.10.2020, 18.41 Uhr: Limburg – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen im Kreis Limburg-Weilburg ist am Montag (26.10.2020) von 70,2 auf 76,0 gestiegen. Am Dienstag liegt sie bereits bei 79,1. Daher hat der Landkreis eine weitere Allgemeinverfügung mit Einschränkungen erlassen, die am Mittwoch (28.10.2020) in Kraft tritt und zunächst bis einschließlich 16. November gültig sein wird.

Grundlage seien das Infektionsgeschehen, die Bundes- und Landesverordnungen sowie das überarbeitete Eskalationskonzept des Landes Hessen vom 19. Oktober, so der Kreis. Nötig sei dies, da die Bekämpfung des Coronavirus in Abstimmung mit Bund und Land lokal erfolgen soll. „Auch in dieser Allgemeinverfügung sind die Vorgaben der Bundes- und Landesverordnungen sowie aufgrund der räumlichen Nähe die Allgemeinverfügungen der Nachbarkreise enthalten. Die Nachbarkreise weisen ja zum großen Teil nach wie vor deutlich höhere Inzidenzen auf. Wir versuchen damit, ein einheitliches Vorgehen zu gewährleisten“, sagt Landrat Michael Köberle (CDU).

Die in der Allgemeinverfügung enthaltenen Regelungen gelten ab einer 7-Tage-Inzidenz von größer/gleich 75. Sie befasst sich mit dem sozialen und betrieblichen Bereich im Kreis Limburg-Weilburg. Die Allgemeinverfügung vom 20. Oktober hinsichtlich der Schulen im Landkreis, die insbesondere eine Maskenpflicht ab der Jahrgangsstufe 5 auch im Präsenzunterricht und kontaktlosen Schulsport vorsieht, behält weiterhin Gültigkeit. „Ich appelliere weiterhin an die Bürgerinnen und Bürger, sich an die geltenden Regeln zu halten. Ich bin sicher, dass wir es dann auch gemeinsam schaffen werden, diese Krise zu meistern“, so Köberle.

Landkreis Limburg-Weilburg: Das sind die neuen Corona-Regeln

Diese Regeln und Empfehlungen gelten ab Mittwoch, wenn die Inzidenz im Landkreis Limburg-Weilburg weiterhin größer/gleich 75 ist:

  • Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen.
  • Bei Zusammenkünften und Veranstaltungen darf die Teilnehmerzahl 100 nicht übersteigen, es sei denn, das Gesundheitsamt hat eine größere Teilnehmerzahl gestattet. Bei diesen ist überall eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • Bei Zusammenkünften von Glaubensgemeinschaften darf die Teilnehmerzahl 100 nicht übersteigen, es sei denn, das Gesundheitsamt hat eine größere Teilnehmerzahl gestattet. Dabei ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Dies gilt auch für Trauerfeierlichkeiten.
  • Bei privaten Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen darf die Teilnehmerzahl 10 nicht übersteigen oder es dürfen dabei nur Personen aus zwei Hausständen teilnehmen. Für Feiern in privaten Räumen wird dies dringend empfohlen.
  • Für den Trainings- und Wettkampfbetrieb gilt eine Obergrenze von 100 Zuschauern. Zuschauer, Betreuer und Trainer haben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • Gastronomische Einrichtungen und Vergnügungsstätten sind von 23 bis 6 Uhr zu schließen.
  • In der Zeit von 23 bis 6 Uhr ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten. Während dieses Zeitraums ist die Abgabe von Alkohol zum Verzehr im öffentlichen Raum untersagt.
  • In Gaststätten und Übernachtungsbetrieben sowie insbesondere Mensen, Kantinen, Cafés, Eiscafés und Eisdielen haben Gäste beim Betreten und Verlassen der Lokalität, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen wie der Toilette eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • Beim Besuch von Spielhallen und Spielbanken, Museen, Schlössern und Gedenkstätten sowie Tierparks, Zoos und Freizeitparks ist Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • Bei außerschulischen Bildungsangeboten ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Lässt die Unterrichtsform dies nicht zu, hat dieser so zu erfolgen, dass ein Mindestabstand von 1,50 Metern sichergestellt werden kann.
  • Bei einem Transport von Patienten zu und innerhalb von Einrichtungen des Gesundheitswesens müssen diese eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen - außer dies ist aus medizinischen Gründen nicht möglich.
  • Die in Massenunterkünften (Obdachlose, Asylbewerber, Ausreisepflichtige, Flüchtlinge und Spätaussiedler) tätigen Personen sind verpflichtet, während ihrer Tätigkeit eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Die Leitung der genannten Einrichtungen ist verpflichtet, diese zu Beginn der Tätigkeit zu befragen, ob Anhaltspunkte für eine Infektion mit Sars-Cov-2 oder eine Erkrankung mit Covid-19 vorliegen.
  • In Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen, bei der Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, in Werkstätten für Menschen mit Behinderung und in Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen gilt die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske für das dort tätige Personal sowie für Besucher. In Werkstätten gilt dies nicht für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte. Masken höherer Schutzklassen ohne Ventil (FFP 1, FFP 2 und FFP 3) sind ebenfalls zugelassen. Auch dort ist die Leitung verpflichtet, die Personen vor Beginn ihrer Tätigkeit oder ihres Besuchs zu befragen, ob Anhaltspunkte für eine Infektion mit Sars-Cov-2 oder eine Erkrankung mit Covid-19 vorliegen.
  • Es wird dringend empfohlen, eine Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum auch dort zu tragen, wo Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen, insbesondere in Einkaufsstraßen, auf öffentlichen Plätzen, in Fußgängerzonen und in Büro- und Verwaltungsgebäuden.
  • Plexiglas-Kinnvisiere, die lediglich Teile des Gesichtes (Mund) bedecken, gelten nicht als Mund-Nasen-Bedeckung im Sinne dieser Allgemeinverfügung und sind zu diesem Zwecke verboten.

Mittlerweile 180 aktive Corona-Fälle: Acht Schulen im Kreis Limburg-Weilburg direkt betroffen

Im Landkreis Limburg-Weilburg sind Stand Montagmittag (26.10.) 180 Personen aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Sie verteilen sich auf Limburg (43), Hadamar (24), Weilburg (17), Bad Camberg (13), Runkel (12), Löhnberg (10), Waldbrunn (8), Beselich (7), Hünfelden (7), Selters (7), Villmar (6), Weilmünster (6), Weinbach (6), Elz (5), Merenberg (5), Dornburg (2) und Mengerskirchen (2). Insgesamt gab es bislang 735 bestätigte Fälle (+ 13 zum Vortag), 547 Personen sind inzwischen genesen (+ 7). 1080 Menschen befinden sich im Kreis derzeit in Quarantäne. In den Krankenhäusern des Landkreises befinden sich aktuell zwölf Corona-Infizierte, zehn Personen im Normalpflegebett und zwei im Intensivbett. Folgende Schulen des Landkreises Limburg-Weilburg sind mit Stand 26. Oktober von positiven Corona-Fällen betroffen: 6 Schulen in Limburg, sowie jeweils eine Schule in Weilburg und Hadamar.

SchuleCorona-Fälle (Stand 26.10.)
Tilemannschule Limburg3
Erich-Kästner-Schule Limburg1
Adolf-Reichwein-Schule Limburg1
Leo.Sternberg-Schule Limburg1
Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg2
Albert-Schweitzer-Schule Limburg1
Wilhelm-Knapp-Schule Weilburg1
Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar1

Aus weiteren Schulen in der Region Limburg befinden sich Klassen zu Hause, da auf Befunde von Kategorie-I-Kontakten gewartet wird. Das gilt auch für die beiden Kindergärten Spatzennest in Seelbach und Heilig Kreuz in Weilburg.

Region Limburg: Auch der Westerwald schränkt ein, besonders im Sport

Im Westerwaldkreis liegt die Inzidenz mittlerweile bei 84,2 (Stand 26.10.). Daher veröffentlicht auch dieser am Montag eine Allgemeinverfügung, die vorerst bis zum 11. November gilt. Dabei gibt es spezielle Regeln für den Westerwaldkreis, wie Landrat Achim Schwickert (CDU) mitteilt. So sind Veranstaltungen im Freien mit bis zu 100 gleichzeitig anwesenden Personen unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen zulässig. In Innenräumen gilt dies für bis zu 75 Personen. Das gemeinsame sportliche Training ist nur noch mit bis zu 30 Personen auf Sportanlagen im Freien bei festen Kleingruppen zulässig. Zuschauer sind bei Wettkampf und Training nicht zugelassen. Die Durchführung von Wettkampfsimulationen sowie Kontaktsport im Training ist nicht zulässig. Dies gilt auch für Sport im Innenbereich, wo die Zahl allerdings auf fünf Teilnehmer beschränkt ist.

Im Rhein-Lahn-Kreis ist am Montag (26.10 erstmals die Warnstufe Orange erreicht. Die Inzidenz liegt nun mit 36,8 über dem Schwellenwert von 35 - gemeldet zur Vereinheitlichung vom Landesuntersuchungsamt. Daher tritt jetzt, wie Landrat Frank Puchtler (SPD) informiert, die Rhein-Lahn-Task-Force ergänzt um die Vertreter des Landes zusammen. (red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare