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Im Februar war Mathilda zuletzt für ihre Krebsimpfung in New York. Eigentlich müsste sie spätestens am 5. Mai wieder dort sein. 

Einreisestopp in die USA

Coronavirus-Drama: Mathilda (6) hat Krebs – Therapie nur in den USA möglich

In New York wartet die Krebstherapie auf Mathilda (6) aus der Nähe von Limburg. Jetzt bedroht der Coronavirus den Erfolg der Behandlung. 

  • Mathilda (6) kann wegen Coronavirus nicht in die USA
  • Reisebeschränkungen wegen Coronavirus könnten Impfung verhindern
  • Familie hofft auf Antwort der Behörden

Limburg-Weilburg – „Die reinste Katastrophe“, nennt Rebecca Schmidt den Einreisestopp, den US-Präsident Donald Trump in dieser Woche verkündet hat. Ihre Tochter Mathilda bekommt seit Weihnachten in einer New Yorker Klinik Impfungen, mit denen sie den Krebs in ihrem Körper endgültig besiegen soll. Im vergangenen Jahr hatte die ganze Region für das kleine Mädchen gesammelt, um die teure Behandlung in Spanien und in den Vereinigten Staaten möglich zu machen. „Und jetzt kommt ein Virus und macht vielleicht alles, wofür wir und die ganzen Menschen in der Region gekämpft haben, zunichte“, sagt Rebecca Schmidt

Coronavirus sorgt für Einreisestopp

Mathildas Behandlung folgt einem strikten und genau getakteten Zeitplan - bis spätestens 5. Mai muss die Sechsjährige die nächste Spritze im Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York bekommen haben. Ansonsten wird sie aus der klinischen Studie genommen, in der es die Krebsimpfung bislang ausschließlich gibt. „Wenn es bei den 30 Tagen Einreisestopp bleibt, sind wir sicher“, rechnet Mathildas Mutter vor. Wenn es dabei bleibt. Die Familie aus Hintermeilingen befürchtet: „Wenn ein Land einmal eine Sperre verhängt hat, ist es doch einfach, die zu verlängern“

Coronavirus-Drama: Impfung nur in den USA möglich

Die Impfung nach Deutschland zu schicken, wird nicht funktionieren. Jede Impfdosis wird in der New Yorker Klinik-Apotheke am Tag der Behandlung gemischt, wenn der behandelnde Arzt bestätigt hat, dass Mathilda impffähig ist. Die Zubereitung dauert etwa zwei Stunden, danach muss die Spitze innerhalb von 20 Minuten verabreicht werden. Mathildas Mutter steht seit Wochen wegen Corona mit dem Krankenhaus im Kontakt.

Schon am 12.03.2020 hatte US-Präsident Donald Trump einen Einreisestopp verhängt.

Ungewissheit wegen Coronavirus-Reisetopp

Von dort heißt es: Kinder, die aktuell in Behandlung sind, werden weiter behandelt. Kinder, die dann vor Ort sind. Stundenlang hat Rebecca Schmidt in den vergangenen zwei Tagen im Internet recherchiert, hat E-Mails verschickt und versucht, zu telefonieren. Die Behörden sind überlastet, niemand weiß, wie es nach den 30 Tagen Sperre weitergeht oder ob es Ausnahmen gibt. Jeder erzählt gerade etwas anderes. Die Schmidts haben angefragt, ob man das „Rezept“ für den Impfstoff notfalls an die Klinik in Barcelona, die ja auch an der Studie beteiligt ist, schicken kann. Auch von dort gab es noch keine Antwort.

Familie behält Hoffnung trotz Coronavirus

„Wir hängen völlig in der Luft und haben noch keine Lösung“, beschreibt Mathildas Mutter ihre aktuelle Situation. „Vielleicht machen wir jetzt unnötig ein Drama und am Ende klappt alles. Auch wenn wir das natürlich hoffen, wir können nicht einfach abwarten und darauf vertrauen.“

ej/hei/ma

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