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Die Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg sind auf das Coronavirus Sars-CoV-2 vorbereitet (Symbolbild).

Sars-CoV-2

Coronavirus: Schulen sind in Alarmbereitschaft und haben Szenarien für den Notfall vorbereitet

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Wegen des neuartigen Coronavirus sind die Schulen in Limburg-Weilburg in Alarmbereitschaft. Bislang hat Sars-CoV-2 keine Auswirkungen auf das Abitur.

  • Das neuartige Coronavirus Sars -CoV-2 beschäftigt den Landkreis Limburg-Weilburg
  • Die Schulen haben einen Plan für den Ernstfall
  • Limburg-Weilburg ist bisher noch nicht in die Untersuchungsstellen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Hessen aufgenommen worden

Limburg - Limburg-Weilburg gehört glücklicherweise zu den acht von insgesamt 26 Landkreisen und kreisfreien Städten in Hessen, in denen niemand mit dem Coronavirus infiziert ist. Ob das ein Kriterium für die Auswahl der zehn zentralen Untersuchungsstellen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Hessen war, in denen seit gestern gebündelt Tests auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 vorgenommen werden? Limburg gehört nach Informationen dieser Zeitung nicht dazu. Die nächste Anlaufstelle wird weder von der verantwortlichen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) noch vom Sozialministerium veröffentlicht, damit keiner von sich aus dort hinfährt.

Coronavirus : Voraussetzung für Test des Robert Koch-Instituts ist eine akute Erkrankung

Voraussetzung für einen Coronavirus-Test ist nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts eine akute Erkrankung der Atemwege und ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet. Betroffene werden durch ihren Hausarzt, das Kreisgesundheitsamt oder nach einer Ersteinschätzung unter der Notrufnummer 116 117 den Untersuchungsstellen zugewiesen. "Wir schauen, wie der Bedarf ist und steuern dann gegebenenfalls nach", sagte KV-Sprecher Karl Roth gestern auf NNP-Anfrage. Bei der Festlegung zusätzlicher Standorte würden die Wohnorte der Patienten berücksichtigt, falls es Schwerpunkte gebe.

Die übliche Formulierung "Stand heute" ist im Zusammenhang mit der Epidemie jedenfalls zu allgemein. "Stand jetzt" muss es heißen, denn die Situation kann sich von einer Minute zur anderen schlagartig ändern. Das gilt unter anderem auch für die Schulen, die seit Tagen in "Alarmbereitschaft" sind. Die großen Limburger Schulen fallen unter die "kritischen" Versammlungsorte von 1000 Personen. Veranstaltungen mit so vielen Menschen werden inzwischen in der Regel abgesagt.

Coronavirus Sars-CoV-2 in Limburg-Weilburg: Schulen haben Szenarien vorbereitet

"Im Moment ist noch alles ruhig, aber wir halten die Luft an und sind auf alles eingestellt", sagten uns gestern mehrere Schulleiter. Verschiedene Szenarien seien vorbereitet: Dass einzelne Schüler oder Klassen vom Unterricht befreit werden oder die Schule komplett geschlossen wird. Die entsprechenden Texte für die Homepage und die sozialen Netzwerke sowie Rundbriefe sind schon formuliert. "Im Notfall müssen dann höchstens Nuancen geändert werden, und dann geht die Nachricht sofort raus", erläutert etwa Nicole Schlabach, die stellvertretende Leiterin der Limburger Marienschule.

Die befragten Schulen loben den engen Kontakt zum Gesundheitsamt und die Hygienemaßnahmen des Landkreises. Die Türklinken und Tische werden täglich gereinigt, die Toiletten alle zwei Stunden. Desinfektionsmittel, Handseife und Papierhandtücher sind dem Vernehmen nach ausreichend vorhanden. In der Limburger Tilemannschule hat es bereits Coronavirus-Verdachtsfälle gegeben. 

Coronavirus Sars-CoV-2 in Limburg-Weilburg: Bisher hat sich kein Verdachtsfall bestätigt

"Gott sei Dank hat sich keiner bestätigt", sagt Schulleiterin Regine Eiser-Müller. "Wir sind in Sachen Logistik und Hygiene gut aufgestellt". Eine für vergangene Woche geplante Fahrt nach Krakau ist abgesagt, ein für Mai vorgesehenes Treffen von sechs europäischen Partnerschulen auf September verschoben worden.

Die Friedrich-Dessauer-Schule (FDS) in Limburg hat sich noch nicht entschieden, ob 14 Lehrer in drei Wochen nach Finnland und eine Delegation mit 15 Schülern in vier Wochen in die englische Partnerstadt Lichfield reisen werden. "Wir warten noch ab", sagt FDS-Chef Stefan Laux. 

An der Marienschule und an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) stehen in den nächsten Monaten keine Klassenfahrten an. "Im Hinblick auf die Abschlussprüfungen appellieren wir an die Schüler, auf den Besuch von größeren Veranstaltungen zu verzichten", sagt ARS-Leiter Ralf Abel.

Alle Schulleiter gehen davon aus, dass die Sorge vor dem Coronavirus keine Auswirkungen auf die am Donnerstag nächster Woche beginnenden Abiturarbeiten haben wird. Stand gestern Abend.

Von Joachim Heidersdorf

Mittlerweile gibt es erste Fälle des Coronavirus im Rhein-Lahn-Kreis und im Westerwaldkreis. Größere Veranstaltungen in und um Limburg sollen verboten werden.

Das Sozialministerium empfiehlt, Veranstaltungen abzusagen. Ein Kindergarten ist geschlossen. Der News-Ticker zum Coronavirus-Sars-CoV-2 in Hessen.

Nun ist es geschehen. In Limburg schließt die Goetheschule wegen des Coronavirus Sars-CoV-2.

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