Der ehemalige 1000-Mark-Schein und der neue 0-Euro-Schein, beide mit dem Limburger Dom.
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Der ehemalige 1000-Mark-Schein und der neue 0-Euro-Schein, beide mit dem Limburger Dom.

Eine ungewöhnliche Banknote aus Limburg

Das Sammlerstück mit dem Hohen Dom

  • vonBernd Lormann
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Für 3 Euro verkauft der Verkehrsverein ungewöhnliche Geldscheine

Den 1000-Mark-Geldschein mit dem Limburger Dom gab es bis zum Jahr 1992. Das Dom-Motiv ist zum Ärger der Limburger auf der neuen Euro-Währung nicht mehr vertreten. Aber seit wenigen Tagen gibt es wieder einen Euro-Schein mit dem Limburger Dom. Allerdings einen Euro-Geldschein ohne Wert, ein "0-Euro-Schein" für Sammler. Der Verkehrsverein Limburg unter seinem Vorsitzenden Paul-Josef Hagen bietet diesen Schein nun für drei Euro an, und ein Euro davon geht als Spende an den Verschönerungsverein.

Hagen, in Personalunion Vorsitzender beider Vereine, erhofft sich einen wirkungsvollen Werbewert für die Domstadt. Er kann optimistisch sein. Denn bislang sind schon rund 500 seiner Scheine mit dem Dombild verkauft worden. Der Vorsitzende, der sich schon seit Jahrzehnten mit der Limburger Geschichte beschäftigt und im Jahre 2011 für den Verkehrsverein eine "Chronik der Stadt geordnet nach Jahreszahlen" veröffentlicht hat, forschte auch in der Historie nach anderen Geldscheinen mit Limburger Motiven. Hagen hat außerdem herausgefunden, dass mittlerweile eine echte 1000-Mark-Geldnote unter Sammlern sogar den Wert von 1000 Euro und auch mehr erreicht hat.

Für Paul-Josef Hagen, in Limburg auch als Stadtverordneter der SPD und Altstadtführer, speziell für Nachtwächter-Führungen bekannt, ist der Null-Euro-Schein nicht nur eine Art Kopie oder Stück Papier.

Auf "echtem"

Geldpapier

Der Null-Euro-Schein wird offiziell in der französischen staatlichen Gelddruckerei hergestellt. Natürlich auf "echtem" Geldpapier aus Baumwolle mit allen Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen, Metall-Sicherheitsfaden, Hologramm, Durchsichtsregister, Mikroschrift, unsichtbarer fluoreszierender Tinte, Länderkennung und fortlaufender Seriennummer, so Hagen. Die Rückseite der Banknote sei bei allen Ausgaben gleich und zeige berühmte Bauwerke von Paris, Berlin, Rom, Barcelona, Brüssel und Portugal. Als Motiv für Limburg habe der Verkehrsverein die originale Vorlage des Limburger Doms vom "legendären" 1000-Mark-Schein gewählt, betont Paul-Josef Hagen. Dieser Null-Euro-Schein werde für drei Euro im Tourismusbüro in der Barfüßer-Straße in der Altstadt zum Verkauf angeboten. Von diesen drei Euro wird der Verkehrsverein einen Euro an den Verschönerungsverein Limburg spenden. Beide Vereine arbeiten eng zusammen.

Nach Auskunft von Hagen werden solche Null-Euro-Scheine bereits seit etwa fünf Jahren hergestellt. Zunächst in Frankreich, ein Jahr später auch in Deutschland. Meist werde eine Sehenswürdigkeit oder eine berühmte Persönlichkeit einer Stadt abgebildet. Diese Geldscheine zu sammeln, mausere sich zu einer neuen Sammelleidenschaft, meint der Limburger Verkehrsvereinsvorsitzende. Es würden bereits Kataloge und Alben herausgegeben und es hätten sich die ersten Sammlergilden gebildet. Obwohl der Verkehrsverein bislang keine Werbung für diesen Schein machte, habe er bereits über 500 Null-Euro-Scheine an Sammler verkauft.

Eine Milliarde Mark

für einen Brief

Über die Geschichte der Limburger Geldscheine weiß Hagen auch eine Menge zu berichten. Im Jahr 1917 wurden die ersten Geldscheine mit einem Limburger Motiv herausgegeben, in einer Stückelung von 10 Pfennig, 25 Pfennig und 50 Pfennig. Bereits ein Jahr später erschien eine neue Serie, mit einem neuen Motiv. Ebenfalls in der Stückelung von 10 Pfennig, 25 Pfennig und 50 Pfennig.

1923 erschütterte eine Hyperinflation Deutschland, die schleichend 1918 begann und im November 1923 mit einer Währungsreform endete. Kostete im Jahr 1918 ein Brief noch 0,15 Mark, so mussten die Bürger im Januar 1923 schon 50 Mark bezahlen, im Juni 100 Mark, im August 1000 Mark, im Oktober zwei Millionen, am 3. November bereits 100 Millionen und fünf Tage später eine unglaubliche Milliarde Mark. Danach kam die Währungsreform. Für eine Billion Mark erhielten die Bürger eine Rentenmark, die dann später Reichsmark genannt wurde. Hagen nennt noch ein Beispiel der Hyperinflation. Im Mai 1923 kostete ein Kilogramm Brot 474 Mark, im Juli 2200 Mark, im Oktober 14 Millionen Mark und im November 5,6 Milliarden Mark. Limburg druckte in dieser Zeit eigene Geldscheine in folgenden Stückelungen: 500 000 Mark, eine Million Mark, fünf Millionen Mark, zehn Millionen Mark, 20 Millionen Mark und 50 Millionen Mark . bernd lormann

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