Medienmanager Matthias Distel (links) und Partystar Lorenz Büffel würden gerne den Hessentag in ihre Heimatstadt Limburg holen.
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Medienmanager Matthias Distel (links) und Partystar Lorenz Büffel würden gerne den Hessentag in ihre Heimatstadt Limburg holen.

Bouffier hat Unterstützung zugesagt

Ikke Hüftgold mit klarem Ziel: Den Hessentag nach Limburg holen

  • vonRobin Klöppel
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Der Eschhöfer Matthias Distel ("Ikke Hüftgold") will Event mit überregionaler Strahlkraft. Der Bürgermeister ist skeptisch,

Limburg -Der Limburger Medienmanager Matthias Distel möchte den Hessentag unbedingt in seine Heimatstadt holen. Der 44-Jährige sagt: "Wenn sich in Limburg die nächsten Jahre nicht endlich mal etwas tut, werde ich bei der nächsten Wahl als Bürgermeisterkandidat kandidieren." Amtsinhaber Dr. Marius Hahn (SPD) sieht das Thema Hessentag für Limburg kritisch, ist aufgrund der Kosten und damit verbundenen Verkehrsprobleme dagegen.

Der Eschhöfer Matthias Distel ("Ikke Hüftgold") und der Wahl-Linterer Stefan Scheichel ("Lorenz Büffel") gehören zu den deutschen Partystars, sind aber auch erfolgreiche Unternehmer. Mit Distels mittlerweile in Montabaur ansässigen Firma "Summerfield Group" wurden vor Corona bundesweit zahlreiche Großveranstaltungen mit prominenten Sängern der Unterhaltungsbranche organisiert. Distel findet es schade, dass in den vergangenen Jahren in Limburg "viele gute Ideen zerredet wurden", seiner Meinung nach im Stadtparlament entschieden werde, obwohl dort die nötige Fachkompetenz für Großveranstaltungen fehle.

Distel möchte, dass sich in den kommenden Jahren in Limburg etwas ändert, die Stadt, was Kultur-Events mit überregionaler Strahlkraft angeht, nicht weiter "letzte Geige" spielt. "Ich rede hier nicht von Mallorcakünstlern. Ich spreche von der ersten Liga der deutschen Musikszene, die ich durch meine Branchenkontakte für viel günstigere Gagen als üblich für Limburg gewinnen könnte."

Der ehrgeizige Unternehmer hat nach einem ersten Brainstorming mit dem in Sachen Organisation eines Hessentags erfahrenen Villmarer Agenturchef Michael Krzyzniewski sowie der Zusage für eine Unterstützung des Limburger Bewerbung von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als festes Ziel vor Augen, den Hessentag zeitnah nach Limburg zu holen.

Limburg in Aufbruchstimmung versetzen

Stefan Scheichel als Neu-Limburger sagt, dass die Domstadt für ein solches Großevent die passende Kulisse biete. Gerade nach der Corona-Zeit würde die Hessentagsvorbereitung die Limburger Kultur- und Geschäftswelt sowie die Gastronomie in Aufbruchstimmung versetzen. Dies seien all die Branchen, die während der Pandemie nicht die nötige politische Unterstützung bekommen hätten. Diese hätten durch einen Hessentag auf einmal wieder ein großes Ziel und über Jahre Sicherheit auf wieder gute Umsätze.

Matthias Distel sagt, dass es von Grund auf falsch sei, bei einer Veranstaltung nur die Kostenseite, aber nicht den langfristigen Positiveffekt für eine Stadt wie Limburg zu sehen. Durch einen Hessentag würden viele Menschen wieder auf Limburg aufmerksam, die Gaststätten und Hotels über Jahre voll. "Durch weitere Veranstaltungen in den Folgejahren kann das überörtliche Interesse an Limburg am Leben gehalten werden", erläutert Distel.

Der Chef der Summerfield-Gruppe kann auch nicht nachvollziehen, wenn Stadtverordnete mit dem Totschlagargument der nicht lösbaren Verkehrsproblem kämen. "Man kann einen Hessentag veranstalten, ohne die Autos der Gäste in der City zu haben. Das ist alles mit einer Kooperation mit Bus- und Taxiunternehmen möglich", sagt er. Distel erinnert an den Hessentag in Weilburg, wo die Gäste auch nicht mitten in der engen City, sondern weit draußen auf Wiesen parkten.

Limburg: Matthias Distel würde als Bürgermeister kandidieren

Matthias Distel sagt: "Ich bin kein Parteipolitiker, aber mir liegt meine Heimatstadt Limburg am Herzen. Darum habe ich mich für Stefan Laux als neuen Bürgermeister ausgesprochen, weil er eben viele Dinge ähnlich wie ich sieht und hinter der Idee Hessentag steht." Natürlich sei er, so Distel, auch zu Gesprächen mit Marius Hahn bereit, um ihm sein Konzept vorzustellen.

Gleichzeitig kündigt er aber auch an, dass, wenn sich in Sachen kultureller Belebung der Stadt die kommenden Jahre weiter nichts tun werde, er bei der nächsten Bürgermeisterdirektwahl kandidieren werde. "Das ist kein Spaß, das meine ich sehr ernst", betont Distel.

Hessentag: Bis 2026 sind die Termine vergeben

Auf den Hessentag angesprochen sagt Marius Hahn, dass dieses Thema in der Stadtpolitik in den vergangenen Jahren keine Rolle mehr gespielt habe. Das habe auch seine Gründe. Die Hessentagstermine seien bis 2026 vergeben, danach werde die Stadt die Baustelle Lichfield-Brücke weiter beschäftigen. "Ohne diese Zufahrt in Gänze ist eine Großveranstaltung wie Hessentag undenkbar", sagt der Bürgermeister.

Was die Verantwortlichen bisher auch von einer Bewerbung abgeschreckt habe, seien die Meldungen aus anderen Städten, die am Ende mit einem erheblichen Defizit aus den Hessentagen herausgegangen seien. "Ferner wurden vor fünf Jahren schon mehrheitlich eine Landesgartenschau in der Ermangelung von entsprechenden Aktions- und Parkflächen verworfen. Wo soll denn dann ein Hessentag stattfinden, wäre eine berechtigte Frage, die man stellen müsste", sagt Hahn.

Das Argument, dass die Infrastruktur wie einst in Weilburg durch den Hessentag nachhaltig verbessert werden könne, teilt Hahn ebenfalls nicht. Es gebe nur ein großes Infrastrukturprojekt, das Limburg wirklich weiterhelfen würde. Doch eine Umgehung oder Umfahrung der Innenstadt sei einige Nummern zu groß und von der Baureife zu weit entfernt, um sie gekoppelt an einen Hessentag zu realisieren. Hahn sieht auch keinen nachhaltigen Nutzen für Limburg. Der Bürgermeister erklärt dazu: "Wir sind für einige Tage ein erstrebenswertes Ziel, um Konzerte zu besuchen, Aufführungen zu erleben und mehr. Und anschließend?"

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