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Der Justizminister aus der Nachbarschaft

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Von: Anken Bohnhorst

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Der hessische Justizminister Dr. Roman Poseck (CDU) lebt in Limburg und genießt es, an der Lahn zu sein. Hier sei er Privatmann, und das gefällt ihm.
Der hessische Justizminister Dr. Roman Poseck (CDU) lebt in Limburg und genießt es, an der Lahn zu sein. Hier sei er Privatmann, und das gefällt ihm. © Anken Bohnhorst

Dr. Roman Poseck (CDU) wohnt in der Domstadt

Limburg -Das perfekte Wochenende beginnt für Dr. Roman Poseck im Laufschritt. Mit einer Jogging-Runde, die vor seiner Haustüre startet und an der Lahn entlangführt. Poseck, der am 31. Mai in Wiesbaden seiner CDU-Parteikollegin Eva Kühne-Hörmann als hessischer Justizminister nachfolgte, lebt mit seiner Frau in Limburg, zentral und mit Blick auf den Dom. Mehr soll über seine Adresse nicht berichtet werden, sagt der 52-Jährige. Denn erstens gelten für ihn als Minister gewisse Sicherheitsregeln, die nicht zusätzlich strapaziert werden sollen, findet er. Und zweitens sei er in Limburg "Privatmann" und das genieße er.

Seit rund 25 Jahren lebt der aus dem Ruhrgebiet stammende Poseck in der Region. Ein paar Jahre wohnten er und seine Frau in Elz, nahe dem Schwimmbad. Auch da habe er sich wohl gefühlt, und verbunden mit der Nachbarkommune sei er noch immer, sagt Poseck. Nach wie vor gehört er dem dortigen Ortsverband der CDU an. Dennoch ließ sich das Ehepaar vor zwei Jahren in der Domstadt nieder. Die Joggingstrecke an der Lahn, der Markt am Samstagmorgen und anschließend das Frühstück in einem seiner Lieblingscafés in der Altstadt, das alles beförderte den Umzug.

Juristisches Wirken

in der Domstadt

Außerdem war Limburg schon vor mehr als zwei Jahrzehnten Tatort für Roman Posecks berufliches Wirken als Jurist. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre arbeitete er zunächst als Referendar am Landgericht, im Jahr 2000 als Richter bei der 1. Zivilkammer. Nach einem Jahr wechselte er vom Zivil- zum Strafrecht und von Limburg nach Wiesbaden. Poseck wurde Richter am Oberlandesgericht Frankfurt, Büroleiter von Justizminister Jürgen Banzer (CDU), Präsident des Oberlandesgerichts und bis zu seiner Ernennung zum Minister Präsident des hessischen Staatsgerichtshofes.

Sein "Heimatgericht" aber sei der Backsteinbau an der Schiede geblieben, sagt Poseck. Die Kontakte dorthin, zur Staatsanwaltschaft und zum Justizvollzug seien gut. Die Kontakte in die Stadt auch. So verbinde ihn mit SPD-Bürgermeister Marius Hahn beispielsweise die juristische Ausbildung; ebenso wie er sei Hahn Referendar bei der Limburger Justizbehörde gewesen.

Und wenn Bürgermeister und Justizminister einander jetzt in der Stadt begegnen? "Dann grüßen wir uns freundlich", sagt Poseck. Man kennt sich schließlich, und Ambitionen aufs Bürgermeisteramt habe er nicht. Kurz nach seiner Ernennung traf er Hahn auf der Straße, und der habe ihn zu seinem Amt "herzlich beglückwünscht". Dass es für Limburg etwas besonderes ist, den Justizminister des Landes als Bürger der Stadt zu haben, mag sein, sagt Poseck. Dass sich daraus eine besondere Ehrenbürgerschaft ableitet, wohl kaum. Und auch, dass nun von allen Seiten politische Begehrlichkeiten an ihn herangetragen werden, kann er nicht feststellen. Zumal eine politische Laufbahn ohnehin nie auf seinem Lebensplan gestanden habe - trotz langer CDU-Mitgliedschaft. Hätte man ihm vor einem Jahr angekündigt, dass er im Frühsommer 2022 hessischer Justizminister wird, dann hätte er gelacht, sagt Poseck. Es kam anders als gedacht,

Abgeordneter will

er nicht werden

Freundlichkeit und Humor sind ihm dennoch nicht vergangen. Nach kurzer Bedenkzeit wusste er, dass er bereit für die neue Aufgabe und gerne Minister ist, auch über die nächste Landtagswahl hinaus. Als Abgeordneter antreten wird er indes nicht. Das ist für den Juristen klar. "Das Mandat ist in guten Händen", sagt er, und "Mitwirkung hängt nicht vom Mandat ab, sondern von der Fachkompetenz." Die will Roman Poseck stärken, indem er zum Beispiel die 873 Ortsgerichte in Hessen stärkt, jene kleinen Einheiten, die den "Rechtsstaat erfahrbar machen" sollen. Ebenfalls ausbauen will er die juristische Nachwuchsförderung. Der Bedarf an Richtern, Staatsanwälten und Justizvollzugspersonal sei im gesamten Land groß, die Anforderungen an Studenten und Auszubildende aber nicht unbedingt passgenau. Das will er ändern und dafür allen Beteiligten zuhören und vermitteln - auch in Limburg, sagt der gelernte Richter.

Für Ausflüge zu Verwandten in Bonn und Köln und zu seinem FC bleibt wenig Zeit. Für Joggen entlang der Lahn und für Spaziergänge als Privatmann durch Limburg ein bisschen mehr. So groß sei der "Wiedererkennungsfaktor" nicht. Als Ministerpräsident oder als Innenminister, da werde man sicher häufig erkannt. Als Justizminister kann er dagegen privat unterwegs sein. Das gefällt ihm, und daran soll sich auch nichts ändern. anken bohnhorst

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