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In diesem Jahr fällt der Christkindlmarkt in Limburg aus und damit auch das vorweihnachtliche Treiben auf dem Kornmarkt.

Wegen der Pandemie

Der Limburger Weihnachtsmarkt fällt aus

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Stadt als Veranstalter des Christkindlmarkts gibt Absage offiziell bekannt. Vorher war sogar eine Verlängerung angedacht.

Limburg -In diesem Jahr wird es keinen Weihnachtsmarkt in Limburg geben, und auch eine angedachte Verlängerung mit Beginn schon im November und einem Ende erst in der letzten Januarwoche ist damit vom Tisch. Die Absage teilte der Erste Stadtverordnete Michael Stanke (CDU) am Montagabend den Stadtverordneten offiziell mit, die zu einer Sondersitzung in der Stadthalle zusammengekommen waren (siehe auch Seite 9).

Begründet wird die Absage mit steigenden Infektionszahlen und einer inzwischen erreichten Inzidenz von mehr als 70 im Landkreis Limburg-Weilburg. Deshalb halten es die Stadt als Veranstalter und die beteiligten Schausteller für dringend geboten, den Markt abzusagen, wie auch aus einer Pressemitteilung der Stadt hervorgeht.

"Es fällt uns nicht leicht, da der Christkindlmarkt von zahlreichen Menschen besucht wird und sich als beliebter Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit bewährt hat", erklärt Stanke in der Mitteilung der Stadt. Doch ein solcher Markt führe automatisch dazu, dass derzeit notwendige Abstände bei der Begegnung von Menschen nicht eingehalten werden könnten. "Aus Gründen des Gesundheitsschutzes und zur Verhinderung einer weiteren Steigerung von Infektionszahlen ist es dringend geboten, auf solche Veranstaltungen zu verzichten."

Die ursprüngliche Idee der Schausteller, die insgesamt rund 40 Buden in der Innenstadt zu verteilen, war vom Kreisgesundheitsamt abgelehnt worden. So blieb in den Überlegungen bis zur endgültigen Absage der Neumarkt als einziger Standort des Weihnachtsmarkts übrig (die Altstadt wäre außen vor geblieben). Dort hätten dann zwar ungefähr genauso viele Buden stehen sollen wie beim regulären Christkindlmarkt (rund 20), aber das wäre zum einen nur die Hälfte aller Buden insgesamt gewesen, und zum anderen hätten diese auf dem gesamten Platz verteilt werden sollen, um die Abstandsregeln einhalten zu können.

Neben der steigenden Anzahl an Infizierten kam erschwerend die starke Beschränkung der Besucherzahlen hinzu, die einen Weihnachtsmarkt nicht mehr rentabel gemacht hätte. Zuvor waren solche Märkte schon in anderen Städten abgesagt worden, auch in der Region. Deshalb befürchtete die Stadt auch einen Weihnachtsmarkt-Tourismus, der während der Pandemie verhindert werden sollte.

Im Sommer hatten die Stadtverordneten den finanziell unter der Corona-Pandemie besonders leidenden Schaustellern noch die Möglichkeit geben wollen, den eigentlichen Christkindlmarkt im Dezember auszuweiten, und den Magistrat gebeten, zu prüfen, ob der Markt schon im November beginnen (zuletzt war von Mitte November die Rede) und bis Ende Januar stattfinden könne, um angesichts zahlreicher Absagen von Kirchweihfesten und dem Oktoberfest den Schaustellern die Möglichkeit zu geben, wenigstens etwas Geld zu verdienen.

"Im Moment haben wir gar keine Perspektive", sagt auf Anfrage der Sprecher der heimischen Schausteller, Andreas von Fischke. "Wir gucken in ein dunkles Loch." Die Entscheidung, den Weihnachtsmarkt ausfallen zu lassen, sei angesichts der Pandemie-Entwicklung dennoch absolut vernünftig. Nun hofften die Schausteller auf einen Rettungsschirm, denn das, was jetzt passiert, "wird nicht jeder Schausteller finanziell überleben".

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