Schwimmmeisterin Sandra Marucci desinfiziert den Sprungturm.
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Schwimmmeisterin Sandra Marucci desinfiziert den Sprungturm.

Freibad in Limburg

Parkbad Limburg wieder geöffnet: Desinfizieren, Schlange stehen und Schwimmen

  • VonRobin Klöppel
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Im Limburger Parkbad haben die Gäste die ersten Tage nach den Corona-Beschränkungen im Freibad genossen – und loben das Engagement der Badmitarbeiter.

Limburg – Viele Bürger haben nach dem monatelangen Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie förmlich darauf gewartet, bei schönem Wetter gleich am ersten Öffnungstag wieder ins Limburger Parkbad zu gehen. Die Besucher lobten die Organisation im Becken, weniger aber die langen Wartezeiten vor dem Einlass. Gerade ältere Bürger würden sich auch wünschen, wenn es neben der Onlinebuchung von Plätzen auch die Möglichkeit der telefonischen Voranmeldung geben würde.

Ina Roth sagt: „Ich habe lange darauf gewartet, dass das Bad wieder öffnet“. Sie würde sich aber freuen, wenn jetzt an wärmeren Tagen das Bad abends länger noch länger als 20 Uhr geöffnet wäre. Helga Lorenz aus Dietkirchen liebt es, jeden Morgen ins Parkbad zu gehen. „Das war sehr schlimm für mich, dass das Bad so lange zu war“, berichtet Lorenz. Sie sei alternativ sechs Kilometer täglich spazieren gegangen. Doch schwimmen mache ihr mehr Spaß. Bedenken hat sie nicht, das Bad unter Corona-Bedingungen zu betreten. „Ich bin ja geimpft“, so die Dietkircherin. Zudem seien ja vier Bahnen für die Schwimmer abgesperrt, so dass alle im Becken genügend Abstand voneinander halten könnten. Sie habe bisher während der Coronazeit bei den zwischenzeitlichen Öffnungen stets den Eindruck gehabt, dass die Gäste des Bades überwiegend sehr diszipliniert seien.

„Lebensqualität zurückgeholt“: Gäste im Parkbad Limburg halten sich an Corona-Regeln

Tanja Diefenbach geht normalerweise gerne ins Offheimer Hallenbad. Da das aber noch zu ist und sie nach eigenen Aussagen „schon mit den Hufen gescharrt hat, um endlich wieder schwimmen gehen zu können“, ist sie froh, Donnerstag früh das Parkbad besuchen zu dürfen. Das Wasser sei perfekt. Beim Frühschwimmen hat sie den Eindruck gehabt, dass die Gäste im Umgang mit der Einhaltung der aktuellen Corona-Vorschriften sehr umsichtig seien. Auf den Bahnen sei genügend Raum, um andere Schwimmer mit genügend Abstand zu überholen. Sie habe keine Probleme damit, in der aktuellen Zeit ins Freibad zu gehen, da sich ja alles mit niedriger Infektionsgefahr an der frischen Luft abspiele und die Besucherzahlen pro Zeitfenster ja auch begrenzt seien. Karl-Heinz Schäfer sagt beim Vorbeigehen: „Ich gehe, wenn ich kann, jeden Morgen hierher. Heute hat man sich ein Stückchen Lebensqualität zurückgeholt“.

Während die Frühschwimmer langsam den Heimweg antreten, die Angemeldeten des zweiten Zeitfensters auf Einlass warten, werden drinnen die sanitären Anlagen und Handgriffe desinfiziert. Sandra Marucci, eine von drei Limburger Schwimmmeistern, hat bisher während der Corona-Zeit den Eindruck, dass sich der Großteil der Gäste an die Spielregeln halte. Die meisten Besucher seien einfach froh und glücklich, dass es ihnen die Stadt wieder ermögliche, schwimmen zu gehen. Dadurch, dass es mehrere Bahnen gebe, kämen sich langsame und schnellere Schwimmer nicht in die Quere. Es gebe auf den Runden einen Einbahnstraßenverkehr, so dass jeder zu allen anderen Abstand halten könne. Marucci hat den Eindruck, dass alles ruhiger als normal im Bad zugehe. Aber auch der Sprungturm ist geöffnet. Und natürlich dürften sich, so die Schwimmmeisterin, die Besucher auch auf die Wiese legen, solange sie den Abstand wahrten.

Gartenarbeit und Physiotherapie sind kein Ersatz: Schwimmen im Parkbad bleibt erste Wahl

Elfriede Watzke erzählt wartend am Eingang, dass sie es „sehr vermisst habe, jeden Morgen ins Schwimmbad zu gehen“. Sie habe sich die frei gewordene Zeit mit Gartenarbeit beschäftigt. Gudrun Hirschberger findet es wunderbar, dass das Schwimmbad wieder geöffnet ist. „Ich hoffe, das Schwimmen klappt noch. Man hat ja da immer seine Defizite, wenn man länger nicht im Wasser war“. Zwei Mal die Woche sei sie während der Schließungszeit des Bades bei ihrem Physiotherapeuten an die Geräte gegangen. Elisabeth Kleinmichel hat keine Bedenken, sich im Bad Corona einfangen zu können. Hier seien alle diszipliniert. Wenn sie Zeit habe, gehe sie jeden Tag ins Bad. Matthias Rädisch aus Staffel hat keine Probleme damit, das Bad zu besuchen: „Die Infiziertenzahlen im Limburg sind ja niedrig und letztes Jahr hat hier auch schon alles gut funktioniert“. Nach so langer Zeit sei man dankbar für wieder etwas Abwechslung im Leben.

Eine Elzerin, die ihren Namen nicht nennen möchte, ärgert sich darüber, dass es am Kassenhäuschen trotz offiziellem Beginn des neuen Zeitfenster nicht vorangeht. Zum einen, weil all die Zeit von ihrer Schwimmzeit abgeht, zum anderen, weil sich vor dem Bad ein großer Pulk an Menschen bildet. Joachim Rau lobt, dass sich bemüht werde, einen ordentlichen Badebetrieb zu gewährleisten. Allerdings findet er es schade, dass Menschen ohne Computer bei der Voranmeldung benachteiligt seien. Er habe mehrfach vergeblich versucht, im Bad jemanden telefonisch zu erreichen. Falls noch freie Plätze in einem Zeitfenster sind, können aber auch spontane Gäste ohne Onlineanmeldung nach persönlicher Registrierung vor Ort noch ins Bad gelangen, wie Schwimmmeisterin Marucci versichert. (Robin Klöppel)

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