Priester seit 60 Jahren

Diamantenes Funkeln für Gott und die Welt

Feiertag bei den Limburger Pallottinern. Dort konnten am Sonntag gleich drei betagte Patres ihr Diamantenes Priesterjubiläum feiern. August Grezinger (86), Werner Nakott und Bernhard Pieler (beide 88) wurden vor 60 Jahren zu Priestern geweiht. Alle drei blicken auf ein bewegtes Leben zurück.

Von den 23 Patres des damaligen Jahrgangs 1958, die in der Wallfahrtskirche in Schönstatt von dem Danziger Bischof Carl Maria Splett geweiht wurden, leben noch sechs Priester. Außer den drei Limburgern sind das Gottfried Seifert (Kanada) sowie Josef Butscher und Benno Rausch in Australien.

Die Jubilare wurden in einem Festgottesdienst und bei einem Empfang gewürdigt. Ihre Treue zur katholischen Kirche würdigte Pallottinerpater Heinz-Willi Rivert. Der Hochschulseelsorger an der Philosophisch Theologischen Hochschule Vallendar erlebte unter dem langjährigen Gemeindepfarrer Bernhard Pieler in der Limburger Pfarrei St. Marien drei lehrreiche Kaplansjahre. Der Theologe blickte zurück auf das II. Vatikanische Konzil (1962 bis 1965), das die damals jungen Patres als Aufbruch erlebten, dem später auch entmutigende Erlebnisse gefolgt seien. „Es war manchmal zum Davonlaufen“, stellte Rivert fest und fügte sogleich hinzu „aber die heutigen Jubilare haben die Höhen und Tiefen durchgestanden“.

Rivert hob Bernhard Pieler hervor, der sein Leben lang gekämpft und unter der drei Jahre später veröffentlichten Enzyklika (Lehrschreiben des Papstes) „Humanae Vitae“ (Über die rechte Ordnung der Weitergabe menschlichen Lebens) auch gelitten habe. „Alle haben darunter gelitten, dass die vom Konzil ausgehenden Hoffnungen und Erwartungen steckengeblieben sind. Es ist nicht zu dem Aufbruch gekommen, und ihr seid trotzdem nicht davongelaufen“, lobte Rivert, der den Jubilaren Respekt zollte, dass sie an der Seite der Menschen blieben und jeden als Goldstück gesehen hätten.

Der Prediger verglich die Pieler, Nakott und Grezinger mit Diamantlingen, „mit wunderschönen Steinen, die erst funkeln können, wenn sie das Licht Gottes brechen“. Und: „Wir erleben aber auch, dass das Licht kostbarer Steine mitunter sehr verhalten ist.“ Er zitierte die Heilige Theresa von Avila, eine Mystikerin, die im 16. Jahrhundert lebte, die anmahnte, dass kostbares Kristall, wenn es seine Strahlkraft nicht verlieren solle, immer wieder geputzt werden müsse.

August Grezinger habe in der CAJ, der Christlichen Arbeiterjugend, immer wieder junge Arbeiter begleitet, sozial-pastoral gewirkt. „Die Kirche hat an der Seite der Menschen zu sein, die am Rande leben. Wenn du mit den Augen der Schwächeren und des Evangeliums siehst, dann verändert sich alles“, betonte Pater Rivert. Der feierliche Gottesdienst wurde vom Kirchenchor St. Marien musikalisch mitgestaltet.

Beim anschließenden Empfang im Bischof-Vieter-Saal zeichnete der Rektor des Limburger Missionshauses, Pater Leo Wiszniewsky, die langen und bewegenden Lebenslinien der drei Jubilare nach, von denen sich jeder auf seine Weise als Seelsorger um Gott und die Menschen verdient gemacht habe. Dabei erwähnte er unter anderem die segensreiche Arbeit von Werner Nakott in Oberhausen, Mülheim/Ruhr und Schönstatt, der jetzt auf der Seniorenstation lebt.

Der Bürgermeister der Stadt Alzenau, Dr. Alexander Legler, war eigens zur Gratulation aus Unterfranken für Bernhard Pieler angereist, der vor seiner Rückkehr nach Limburg im Stadtteil Kälberau zwölf Jahre lang die Seelsorge im Wallfahrtsort ausübte. Der Limburger Domkapitular Gereon Rehberg würdigte namens des Bistums die Lebensleistung von August Grezinger, der in mannigfachen Funktionen, so auch in leitenden Ämtern des Ordinariats bis hin zum Präses des Bundes katholischer Männer und Frauen in Deutschland, seinen Mann stand.

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