Zum Fototermin zog es Maria Daub hinaus in den Garten des Theodor-Fliedner-Hauses. Die 108-Jährige blickt ihrem neuen Lebensjahr mit Zuversicht entgegen.
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Zum Fototermin zog es Maria Daub hinaus in den Garten des Theodor-Fliedner-Hauses. Die 108-Jährige blickt ihrem neuen Lebensjahr mit Zuversicht entgegen.

Die Limburgerin Maria Daub ist mit 108 Jahren erstaunlich fit

Die älteste Frau im Landkreis hat am Mittwoch Geburtstag

Etwas Süßes und manchmal ein Gläschen Wein

"Mein hohes Alter gibt's nur einmal. Das war noch nie da gewesen." Maria Daub, die das sagt, ist sich ihres biblischen Alters wohl bewusst; denn am 18. August vollendet sie ihr 108. Lebensjahr. "Wenn das jetzt meine Eltern wüssten, die würden sich freuen", sagt die aus Dietkirchen stammende Seniorin, die im Theodor-Fliedner-Haus betreut wird. Die älteste Einwohnerin des Kreises ist sehr rüstig und geistig hellwach.

Auf die Frage, wie sie das zurückliegende Jahr mit all seinen Corona-bedingten Unwägbarkeiten erlebt habe, musste sie eine Zeitlang nachdenken: "Es gab keine besonderen Vorkommnisse." In der Tat schien die Zeit bei ihr stillzustehen. Sie war die Erste, die im Altenheim geimpft wurde und hat das Vakzin ohne Nebenwirkungen vertragen.

Manchmal denkt Maria Daub an das Jahr 2011 zurück. Damals versorgte sie sich noch alleine in ihrer Wohnung in der Dorfmitte des Limburger Stadtteils, als sie sich einer schweren Operation unterziehen musste. Zwei Monate lag sie in Koma, erzählt sie. Später habe sie erfahren, dass der Doktor auf der Intensivstation gesagt habe, dass sie zu 99 Prozent nicht überleben werde. "Danach konnte ich nicht mehr zu Hause sein, aber es ist gut, dass ich hierhin gekommen bin. Ich habe ja in Dietkirchen keine Verwandten mehr", berichtet die Jubilarin selbstbewusst.

Oft wird sie gefragt, wie man nur so alt werden kann und trotzdem rüstig bleibt. "Essen, Trinken, ab und zu etwas Süßes und regelmäßiges Schlafen", verrät Maria Daub. "Wenn ich manchmal schlapp bin, trinke ich ein Gläschen Wein. Das ist Heilung. Ein kleines Fläschchen reicht die ganze Woche."

Maria Daub geborene Fliegel ist ein echtes "Dickericher Mädchen". Die Jubilarin war die Zweitälteste von sieben Geschwistern. "Wir waren nie alle zusammen", erinnert sie sich. Einige starben früh, andere kamen aus dem Krieg nicht mehr heim. Zwei blieben übrig. Da die Mutter zumeist keine Zeit für sie hatte, da sie in ihrem Geschäft Lebensmittel, Kohlen, Briketts und Dünger verkaufen musste, wurde Maria nebenan von der Tante betreut und versorgt. Nach der Volksschule besuchte sie die Marienschule. Als zu Hause Not am Mann war, musste sie auf das Abitur verzichten, erwarb aber später in der dortigen Handelsschule ihre Kaufmännischen Kenntnisse.

"Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht, auch wenn es oft sehr viel zu tun gab", berichtet sie. Ihre Freizeit war schon in der Kindheit knapp bemessen. Eine Zeitlang besuchte sie die Gesangstunde, später wirkte sie sechs Jahrzehnte im Kirchenchor mit. Im Alter erinnert sich die 108-Jährige an ihre Reisen in viele Länder der Erde; ihre große Leidenschaft. Sie besuchte Israel ebenso wie das frühere Jugoslawien, ritt in Afrika auf einem Kamel. Auch die Kanarischen Inseln hatten es ihr angetan wie der Besuch von Wallfahrtsorten, so in Lourdes.

Ihre angemeldeten Gratulanten wird sie heute in zwei Gruppen empfangen - um 14.30 und 15.30 Uhr. "Vielleicht darf ich ja in einem Jahr wiederkommen", bemerkte unser Reporter beim Abschied. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "An mir soll's nicht liegen." Dieter Fluck

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