Wer große Erfolge hat, der darf auch feiern: Spieler und Betreuer des TuS lassen den aktuellen Trainer Thorsten Wörsdörfer hochleben.
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Wer große Erfolge hat, der darf auch feiern: Spieler und Betreuer des TuS lassen den aktuellen Trainer Thorsten Wörsdörfer hochleben.

100 Jahre Fußball im Limburger Stadtteil

Die große Erfolgsgeschichte begann langsam

  • VonRobin Klöppel
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Wie sich der TuS Dietkirchen von der A-Klasse auf den Weg in die Hessenliga machte

Limburg -Der TuS Dietkirchen kann auf das Jubiläum 100 Jahre Fußball im Dorf zurückblicken. Doch bis die ersten Herren des TuS neben dem Sport-Verein Rot-Weiß Hadamar in der Hessenliga zum klassenhöchsten Fußballteam im Kreis Limburg-Weilburg wurden, stand ab Mitte der 1990er-Jahre noch ein weiter Weg vor ihnen. Erst einmal mussten sie damals wieder aus der A-Klasse absteigen.

Im Spieljahr 1994/95 versuchte der TuS mit seinem neuen Vorsitzenden Gerhard Edel einen Neuaufbau. Nach der enttäuschenden Vorsaison hatten zehn Spieler den Verein verlassen. Der Spielbetrieb der zweiten Mannschaft war sogar lange in Frage gestellt. Neuer Trainer wurde Helmut Kremer, ein "Dickerischer Bub". Dieser hatte gemeinsam mit dem neuen Spielausschuss die Aufgabe, den Spielbetrieb zu stabilisieren und junge Spieler in beiden Seniorenmannschaften einzubauen, was hervorragend gelang.

Schon in der Saison 96/97 wurde die Zweite Mannschaft souverän Meister der A-Liga-Reserve. Helmut Egenolf übernahm von Andreas Pötz das Amt des Abteilungsleiters Fußball. In der Saison 1998/99 feierte die erste Mannschaft dann den Meistertitel der A-Klasse Limburg. Das Team blieb ungeschlagen und errang stolze 90 Punkte.

Auch in Sachen Infrastruktur entwickelte sich der Verein weiter. So wurde der Neubau eines Vereinsheimes beschlossen. Auf dem sportlichen Weg nach oben gab es für den TuS aber auch durchaus Rückschläge. 2001 stieg man nach einer überaus glücklosen Saison wieder in die A-Klasse ab, Trainer Christof Dilllmann verließ den Verein. Als Nachfolger übernahm Stefan Kremer aus Dehrn seinen Posten. Im April 2003 wurde das schmucke neue Vereinsheim auf dem "Reckenforst" eingeweiht.

Und auch sportlich lief es wieder, denn die zweiten Herren wurden nach einer spannenden Saison Meister bei den Reserven. Die "Alten Herren" holten nach langen Jahren den Kreispokal in einem Elfmeterschießen gegen die SG Selters (4:3). Und auch bei der ersten Mannschaft war langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn in der Saison 2003/04 schaffte sie durch einen Sieg in Hangenmeilingen am letzten Spieltag den Aufstieg in die Bezirksliga. Drei Jahre gute Zusammenarbeit mit Trainer Kremer hatten sich ausgezahlt.

Für die Runde 2004/05 wurde Thomas Meuer verpflichtet. Die gute Jugendarbeit zahlte sich immer mehr aus. Denn erstmalig konnten drei Seniorenfußballmannschaften gemeldet werden, was damals im Kreis Limburg-Weilburg einmalig war.

2005 gelang es dem TuS nach 32 Jahren wieder einmal, in ein Kreispokalendspiel einzuziehen. Gegner war damals kein Geringerer als Landesligist RSV Würges. Vor 500 Zuschauern konnte der TuS dem haushohen Favoriten lange Paroli bieten, musste sich am Ende aber doch knapp und unglücklich mit 0:2 geschlagen geben. 2006 wurde zehn Jahre nach der ersten Idee der neue Kunstrasenplatz in Betrieb genommen.

2008 scheiterten dann die Dietkircher Herren noch in den Relegationsspielen um den Aufstieg in die Gruppenliga Wiesbaden. Doch 2009 siegte man dann in der Relegation und stieg auf. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus des Vereinsheimes wurde der "Reckenforst" endgültig zu einem Juwel innerhalb des Kreises.

Fußballgeschichte

geschrieben

2010 stiegen die ersten Herren wieder ab, korrigierten das aber bereits ein Jahr später wieder, pünktlich zum 100-jährigen Vereinsbestehen. 2012 fing der TuS dann endgültig damit an, Fußballgeschichte im heimischen Kreis zu schreiben. Mit dem neuen Trainer Florian Dempewolf wurde der TuS souveräner Meister der Bezirksoberliga und Kreispokalsieger in einem denkwürdigen Endspiel gegen den Hessenligisten aus Hadamar. 2013 wurde der Kreispokalsieg verteidigt und im ersten Jahr in der Verbandsliga schon ein starker vierter Platz belegt. 2015 wurde die Mannschaft in der Liga gar Zweiter. Ulrich Schmitt wurde nach 20 erfolgreichen Jahren unter Gerhard Edel zum Vorsitzenden gewählt.

2016 bahnte sich ein großer sportlicher Umbruch an. Trainer Dempewolf verließ den TuS ausgerechnet in Richtung des großen Rivalen Hadamar und mit ihm gingen auch einige Spieler. Doch die Sorge, die TuS-Erfolgsgeschichte könne hier erst einmal enden, erwies sich als unbegründet. Auf dem Platz gab der TuS die Antwort und schlug Hadamar im Kreispokalfinale 1:0. Mit dem neuen Trainer Thorsten Wörsdörfer wurde in der Umbruchsaison 2016/17 in der Verbandsliga der gute sechste Platz belegt.

2018/19 ging für den TuS ein kaum für möglich gehaltener Traum in Erfüllung. Dietkirchen wurde Zweiter, stieg in der Relegation in die Hessenliga auf und gewann nebenbei noch den Kreispokal gegen Dorndorf. Die Saison 2019/20 wurde nach 22 Spieltagen vorzeitig abgebrochen. Auf Platz 15 liegend hätte der TuS Dietkirchen den Klassenverbleib aber auch ohne "Corona-Hilfe" sportlich schaffen können. Das zeigte beispielsweise die starke Leistung beim Kreispokalfinale, das einen 3:2-Sieg nach Verlängerung über Hadamar brachte. Auch die Runde 2020/21 wurde abgebrochen, als der TuS nah zwölf Spieltagen wieder auf Platz 15 lag. 2021/22 will man sich mit Teamgeist und der Unterstützung seiner Fans auf rein sportlichem Wege ein weiteres Jahr Hessenliga sichern.

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