Die Zahl der Straftaten in den einzelnen Kommunen im Landkreis Limburg-Weilburg variiert deutlich.
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Die Zahl der Straftaten in den einzelnen Kommunen im Landkreis Limburg-Weilburg variiert deutlich.

Kriminalitätsstatistik

Kreis Limburg-Weilburg: In vier Gemeinden gibt es deutlich mehr Straftaten

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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In vier Gemeinden im Landkreis Limburg-Weilburg ist die Kriminalität im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. In Weilburg treiben zwei Autoknacker ihr Unwesen.

Limburg - Zwar ist die Zahl der im vergangenen Jahr angezeigten Straftaten im Landkreis Limburg-Weilburg um knapp zehn Prozent zurückgegangen, aber in vier Gemeinden ist die Kriminalität zum Teil deutlich gestiegen. Wie aus der Kriminalitätsstatistik hervorgeht, gab es allein in Weilburg einen Anstieg der Straftaten um fast zwölf Prozent, prozentual höher (gleichwohl bei deutlich weniger Fällen) fiel die Steigerung der Kriminalität in Merenberg, Weilmünster und Villmar aus.

Doch was ist die Ursache? In Weilburg werden zwei Autoknacker für den Anstieg der Straftaten um 78 auf insgesamt 751 Fälle verantwortlich gemacht. Ein im Juli vergangenen Jahres festgenommener Mann im Alter von 44 Jahren steht im Verdacht, von März bis Juli vor allem im Bereich von Weilburg Wertgegenstände aus sowohl verschlossenen als auch unverschlossenen Fahrzeugen entwendet zu haben. Dem Tatverdächtigen konnten, wie die Polizei mitteilt, unter anderem aufgrund von bei einer Wohnungsdurchsuchung entdeckten Gegenständen rund 40 Taten zur Last gelegt werden.

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Wie die Polizei auf Anfrage weiter mitteilt, konnte außerdem im Oktober ein 34 Jahre alter Mann festgenommen werden, der ebenfalls im Verdacht steht, zwischen April und Oktober in rund 40 Fahrzeuge in Weilburg eingebrochen zuhaben. Der Mann war ins Visier der Ermittler geraten, da er mit aus Fahrzeugen entwendeten EC-Karten Geld abgehoben hat.

Kriminalitätsstatistik im Kreis Limburg-Weilburg: Betrug und Paketdiebstähle

Den Anstieg der Kriminalität in Merenberg (plus 54 auf insgesamt 118) erklärt die Polizei mit einer zunehmenden Anzahl von Tankbetrügen auf dem 2018 eröffneten Autohof, der nicht weit von der B 49 entfernt liegt. Die gestiegene Kriminalität in Weilmünster (plus 41 Fälle auf nun 273) "dürfte einem Ehepaar zuzuschreiben sein, welches für eine Vielzahl von Warenbetrugsanzeigen (unter anderem Bestellungen über Internetverkaufsportale, ohne die Rechnung zu bezahlen) verantwortlich war", teilt Polizeisprecherin Michaela Plock mit. Und in Villmar (plus 30 Fälle auf nun 138) gab es nach ihren Angaben eine Serie von Paketdiebstählen sowie Unterschlagungen am Postverteilerzentrum (insgesamt 17 Fälle); ein verdächtigter Auslieferungsfahrer soll es hauptsächlich auf Mobiltelefone abgesehen haben.

Auffällig ist der deutliche Rückgang der Kriminalität in Limburg um 570 Fälle auf noch insgesamt 2520 angezeigte Straftaten. Die Polizei registrierte in der Domstadt deutlich weniger Diebstähle als Folge der Lockdowns während der Corona-Pandemie (geschlossene Geschäfte und Restaurants, weniger Besucher in der Stadt, weniger Pendler, weil diese verstärkt von zu Hause aus arbeiten).

Doch auch das ändert nichts daran, dass aufgrund der Größe der Stadt (die Kommune mit den meisten Einwohnern im Landkreis) und die Magnetwirkung für Pendler, Schüler und Besucher sich im vergangenen Jahr knapp 37 Prozent aller im Landkreis Limburg-Weilburg registrierten Straftaten in Limburg und seinen Stadtteilen ereignet haben.

Dass Limburg in der Kriminalitätsstatistik vorne bleibt, hat Gründe

Die Polizei listet auch immer auf, wie viele Straftaten sich in den einzelnen Kommunen ereignet haben; um kleinere Kommunen wie Elbtal mit Städten wie Limburg vergleichen zu können, werden die registrierten Straftaten statistisch auf je 100 00 Einwohner hochgerechnet. Aber auch das ändert nichts daran, dass Limburg (rund 35 500 Einwohner) immer auf Platz eins in diesem Ranking liegt (trotz des deutlichen Rückgangs an Straftaten im vergangenen Jahr).

Doch dies müsse eingeordnet werden, betont die Polizei. „So besuchen rund 6000, zum Teil stadtfremde Schüler die Limburger Schulen (Haupt-, Realschulen und Gymnasien, Berufsschulen)„, heißt es in der Kriminalitätsstatistik. „Zudem liegen etwa 44 Prozent der Arbeitsplätze des gesamten Landkreises innerhalb der Stadtgrenzen Limburgs. Zusätzlich zieht es Touristen und Kunden ortsansässiger Geschäfte in die Stadt. Diese täglich einpendelnden Schüler, Arbeitnehmer, Kunden und Touristen erhöhen die Zahl der sich in Limburg aufhaltenden Personen regelmäßig auf über 60 000. Dadurch halten sich zeitweilig deutlich mehr Menschen in Limburg auf, was den allein auf die Einwohnerzahl berechneten Belastungswert an Kriminalität relativiert.“

Kriminalitätsstatistik: Merenberg durch Ereignisse an Autohof auf Platz vier

Auf den ersten drei Plätzen in dieser Statistik liegen in schöner Regelmäßigkeit die Städte Limburg, Weilburg und Bad Camberg. Durch die Ereignisse am Autohof landet Merenberg (gut 3200 Einwohner) in diesem Jahr auf Platz vier noch vor Hadamar (mehr als 12 500 Einwohner).

Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es die wenigste Kriminalität in Weinbach, Selters, Villmar, Runkel und Hünfelden, wobei es in Runkel einen leichten Anstieg der angezeigten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr gab, die Fallzahlen in Hünfelden stabil geblieben und in Selters leicht gesunken sind. Auch in Hadamar ging die Kriminalität deutlich zurück; so gab es in der Fürstenstadt deutlich weniger Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie weniger Diebstähle. (Stefan Dickmann)

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