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Die Karte zeigt die Verbindungen, die der On-Demand-Dienst zwischen den Stadtteilen Limburgs erschließen soll. Orange sind medizinische Einrichtungen eingezeichnet, rot größere Arbeitsplatzstandorte und blau Einkaufsstandorte.

Stadt nimmt viel Geld in die Hand

Die Limburger Stadtlinie kommt in die Stadtteile

Im Juni 2021 will die Stadt ein Mobilitätsangebot auf Abruf starten.

Limburg -Die Mobilität verändert sich. Ohne eigenes Auto von einem zum anderen Ort kommen, dennoch bequem, effizient und klimafreundlich, das ist die Herausforderung, gerade auf dem Land. Möglich werden soll dies in Limburg mit der On-Demand-Mobilität. Der englische Begriff bedeutet zu Deutsch Mobilität auf Abruf. Per App oder Anruf wird ein Fahrzeug bestellt, das den Nutzer zum gewünschten Ort bringt. Gleichzeitig gehen Anfragen anderer Nutzer ein und eine Software berechnet die günstigste Strecke, so dass mehrere Nutzer gemeinsam fahren können.

"Dies ist eine deutliche Erweiterung unseres erfolgreichen Anrufsammeltaxis, zugleich setzen wir dabei auf Digitalisierung", sagt der Betriebsleiter der Stadtlinie, Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU). Als Vorteile im Vergleich zum Anrufsammeltaxis, auch bekannt als AST, nennt er das Fahren mit Elektro-Fahrzeugen, die Buchungsoption mittels App und die Software, die optimale Strecken berechnet, so dass Leerfahren entfallen.

Kern ist aber die massive Ausweitung der Fahroptionen rund um die Uhr. Die Mobilität, vor allem für Bürger in den Stadtteilen, soll deutlich ausgeweitet werden. So wird es dann schon tagsüber möglich sein, Verbindungen zwischen den Stadtteilen und in Teilen der Kernstadt, in denen heute keine Direktverbindungen existieren, mit dem neuen Angebot zu nutzen. "Die Stadtlinie kommt damit in die Stadtteile - eine langjährige Forderung wird somit erfüllt", sagt Stanke.

Sauberere Luft dank

Elektro-Fahrzeugen

Durch die eingesetzten Elektro-Fahrzeuge soll sich die On-Demand-Mobilität auch auf die Luft in Limburg auswirken. Gerade vor dem Hintergrund der Klage der Deutschen Umwelthilfe und der Forderung, die Grenzwerte der Luftreinhaltung einzuhalten, sei der On-Demand-Dienst ein Baustein in einem ganzen Bündel von Maßnahmen, so die Stadt.

Starten soll der Dienst im Juni 2021 und dann das Anrufsammeltaxi ablösen. Im Mai ist ein Testbetrieb vorgesehen. Fünf Elektro-Fahrzeuge wird die Stadt dafür anschaffen, vier für den täglichen Betrieb und eins als Reserve, wenn Wartungen oder Reparaturen anstehen oder es zu unvorhersehbaren Störungen kommt.

Spezielle Haltestellen

und 1,50 Euro Zuschlag

Der On-Demand-Dienst wird zwischen speziellen Haltestellen verkehren. Möglich sind dann beispielsweise Fahrten zu medizinischen Einrichtungen, zum Arbeitsplatz, zu Einkaufsstandorten oder zu Freizeit-, Sport-, und Kultureinrichtungen. "Gleichzeitig werden dann Verbindungen zwischen den Stadtteilen und zum ICE-Gebiet aufgenommen", sagt Stanke. Wer den On-Demand-Dienst nutzen will braucht eine reguläre Fahrkarte und zahlt einen speziellen Zuschlag, der bei circa 1,50 Euro liegen wird.

Mit dem On-Demand-Projekt ist Limburg einer von zehn Partnern, die den neuen Dienst in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund umsetzen. Dadurch ergeben sich Synergien wie die gemeinsame Ausschreibung einer App oder der Austausch über Marketing-Kampagnen. Stanke ist überzeugt, dass damit ein deutlicher Ausbau des Nahverkehrs in Limburg erreicht wird. "Dieses Ziel verfolgen wir als Stadt seit Jahrzehnten mit unserer Stadtlinie. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt, keineswegs um eine Pflichtaufgabe", sagt Stanke.

Nachdem ein Konzept erstellt wurde, wird die Stadtlinie nun den Fahrbetrieb, die Ladestationen, die Rechtsberatung und das Marketing des On-Demand-Dienstes ausschreiben. Insgesamt wird das Projekt die Stadt Limburg über einen Zeitraum von vier Jahren 2,5 Millionen Euro kosten, davon übernehmen Bund und Land 50 Prozent als Förderung.

Akteure sind neben der Stadtlinie Limburg lokale und regionale Verkehrsanbieter im Landkreis Offenbach, in Hofheim, Kelsterbach, im Landkreis Darmstadt-Dieburg, im Main-Taunus-Kreis, in Frankfurt., Taunusstein und Hanau; mit eigenständigen Projekten sind zudem Verkehrsbetriebe aus Darmstadt, Wiesbaden und Mainz dabei. Alle lokalen und regionalen On-Demand-Angebote sollen in eine Auskunftsplattform des RMV eingebunden werden.

Im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung hat die Stadtlinie weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Limburger Busverkehrs geprüft: Verbindungen zwischen Krankenhaus und Tilemannschule im 15-Minutentakt, eine Erweiterung der Linie 6 bis Dietkirchen und ein Busringverkehr. "Diese Maßnahmen können zwar nicht direkt umgesetzt werden, jedoch wird eine deutliche Verbesserung der Verbindungen durch das On-Demand-System erreicht", sagt Michael Stanke.

Erweiterungen im Stadtlinienverkehr können nicht vor 2025 umgesetzt werden, denn bis dahin läuft der Vertrag mit dem von der Stadt beauftragten Busunternehmen. Da dem eine Ausschreibung vorweg ging, können die Konditionen nicht geändert werden. Im Vertrag ist ein Kontingent für Erweiterungen enthalten, das aber durch die Einrichtung der Buslinie 6 zur Dietkircher Höhe ausgeschöpft wurde. red

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