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Vorbereitung auf den Wintereinbruch in Hessen: Was unternommen wird

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Von: Stefan Dickmann

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Für den Ernstfall gerüstet: Der Streudienst - wie hier bei Heckholzhausen auf der B 49 - könnte sofort loslegen.
Für den Ernstfall gerüstet: Der Streudienst - wie hier bei Heckholzhausen auf der B 49 - könnte sofort loslegen. © kdh

Der Winter kann kommen: Die Straßenmeisterei, der Landkreis Limburg-Weilburg und die Stadt Limburg sind vorbereitet.

Limburg-Weilburg – Noch sind wir in Hessen von Eis und Schnee weitgehend verschont geblieben, aber je nach Wetterlage kann es plötzlich schnell gehen, und noch bevor der erste Schnee fällt, stehen die Streu- und Räumfahrzeuge bereit, um ein hohes Maß an Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Zuständig sind dafür die Autobahnmeistereien und Straßenmeistereien, im Landkreis Limburg-Weilburg eine Firmen-Arbeitsgemeinschaft für die Kreisstraßen, und auch die Kommunen müssen schauen, dass auf ihren Durchgangsstraßen der Verkehr trotz Eis und Schnee fließt.

Vor dem Wintereinbruch in Hessen: Sieben Lkw und ein Unimog im Kreis Limburg-Weilburg im Einsatz

Landkreis Limburg-Weilburg: „Die Vorbereitungen für den Winterdienst auf den Straßen im Landkreis Limburg-Weilburg sind abgeschlossen“, teilt der Sprecher des Landkreises, Jan Kieserg, mit. „Rund 240 Kilometer umfasst die Strecke, auf der die Verkehrssicherung an sieben Tagen in der Woche von 6 Uhr bis 22 Uhr zu gewährleisten ist.“

Verantwortlich sei dafür die vom Landkreis beauftragte Arbeitsgemeinschaft der Firmen Albert Weil und Schäfer. Deren Fahrzeuge seien aufgerüstet und die Salzsilos aufgefüllt. „Im Einsatz sind sieben Lkw sowie ein Unimog“, teilt Kieserg weiter mit. „Die Salzsilos wurden mit 550 Tonnen gefüllt - weitere 1500 Tonnen sind abrufbereit.“ Der Landkreis sei also für den Winter gut aufgestellt. Landrat Michael Köberle (CDU) bedanke sich ausdrücklich bei der Arbeitsgemeinschaft für die sehr gute Zusammenarbeit.

Gegen Schnee und Eis auf hessischen Straßen gerüstet: Salz wurde um 15 Prozent teurer

Stadt Limburg: „Aktuell sind circa 300 Tonnen bei uns auf Lager, und rund 200 Tonnen stehen in einem Fremdlager abrufbereit zur Verfügung“, teilt auf Anfrage die Sprecherin der Stadt Limburg, Stefanie Kesper-Süß, mit. „Insgesamt müssen etwa 200 Kilometer Straße im Winter geräumt werden.“ Für den Winterdienst auf der Straße stünden der Stadt vier Fahrzeuge und für Rad- und Gehwege sechs Fahrzeuge zur Verfügung. „Zusätzlich beschäftigen wir noch mehrere Kolonnen für den Handwinterdienst.“

Der Salzpreis habe sich dieses Jahr um rund 15 Prozent erhöht. Grundsätzlich habe das Streusalz kein Verfallsdatum und sei deshalb auch auf unbestimmte Zeit verwendbar. „Damit das Salz rieselfähig bleibt, setzt der Hersteller dem Salz ein Antibackmittel zu“, teilt sie mit. Zwar könne nicht verwendetes Salz im Laufe der Zeit auch fest werden, verliere jedoch nicht seine Tau-Eigenschaften, sondern müsse maschinell wieder gelockert werden.

Winter in Hessen: Rund 1000 Mitarbeiter betreuen mehr als 15.000 Kilometer Straße

Bundes- und Landstraßen: Seit Sommer 2020 werden die Bundes- und Landesstraßen im Landkreis Limburg-Weilburg von der neu geschaffenen Straßenmeisterei Oberweyer betreut; das gilt natürlich auch für den Winterdienst. Das ist eine von 46 Straßenmeistereien, für die die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil mit Sitz in Wiesbaden verantwortlich ist. Für all diese Straßenmeistereien stünden insgesamt 90.000 Tonnen eingelagertes Salz zum Start der Winterdienst-Saison zur Verfügung.

Im Winterdienst seien bei Hessen Mobil rund 1000 Mitarbeiter und rund 350 Fahrzeugen im Einsatz, um die insgesamt etwa 15.200 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen frei von Schnee und Eis zu halten, je nach Bedarf von 6 Uhr bis 22 Uhr. „Bei Streu- und Räum-Einsätzen setzen wir Prioritäten“, sagt der Präsident von Hessen Mobil, Heiko Durth. „Strecken mit hoher Verkehrsbelastung oder neuralgische Punkte fahren wir zuerst an, Parkplätze oder Verbindungsrampen beispielsweise eher nachrangig.“ Seine Behörde setze dabei weiterhin auf „vorbeugenden Winterdienst“.

Umweltschonend und sicher durch den Winter: Computergesteuerte Streu-Technik für Hessen

Wenn Glätte gar nicht erst entstehe, werde weniger Salz benötigt. Das schone die Umwelt und erhöhe die Verkehrssicherheit. Um möglichst wenig Salz zu verbrauchen, nutze Hessen Mobil eine computergesteuerte Streu-Technik sowie hochwirksames Feuchtsalz, das sich gleichmäßig verteile, sehr gut hafte und schon bei kleiner Menge große Tauwirkung erziele. Pro Quadratmeter genüge ein Teelöffel.

Eine Besonderheit stellt der Winterdienst auf Radwegen dar: Hessen Mobil ist hier nach eigenen Angaben für die Radwege zuständig, die neben Bundes-, Landes- und Kreisstraßen laufen. Es gebe jedoch auch Verwaltungsvereinbarungen mit Kommunen, den Betrieb und somit auch den Winterdienst der Radwege zu übernehmen.

Winterdienst auf den Autobahnen in Hessen: Für „überdurchschnittlichen Winter gerüstet“

Autobahn: Den Streudienst auf den Autobahnen und damit auch auf der A3 im Landkreis Limburg-Weilburg koordiniert die Niederlassung West der Autobahn GmbH mit Sitz in Montabaur: Auch die 22 Autobahnmeistereien seien bereit für den Winterdienst, teilt Ulrich Neuroth, Leiter der Niederlassung West in Montabaur, mit. Die Mannschaften hätten den Auftrag, auch bei schwierigen Wetterverhältnissen die Befahrbarkeit von rund 1550 Kilometern Autobahnen und rund 800 Kilometern Rampen zwischen Perl und Wattenheim, Saarbrücken und Prüm, Darmstadt und Reiskirchen, Heiligenroth und Schweich sowie zwischen Gelnhausen und Mendig zu gewährleisten.

„Sehr milde und außergewöhnlich strenge Winter wechseln sich in nicht vorhersehbaren Zyklen ab“, sagt er. „Da wird bereits die Vorausschau zur Beschaffung angemessener Streusalzmengen ein Lotteriespiel.“ Allein im Saarland habe es beim Streusalzverbrauch Schwankungen zwischen 5400 Tonnen im Winter 2006/07 und 36.000 Tonnen im Winter 2009/10 gegeben.

Vor diesem Hintergrund habe sich die Niederlassung West der Autobahn GmbH für einen überdurchschnittlichen Winter gerüstet. An 54 Standorten in der Region stünden zu Beginn des Winters rund 60.000 Tonnen Streusalz zur Verfügung. Ein höherer Bedarf könne durch Nachbestellungen gedeckt werden. (dick/red)

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