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Gerade für Kinder ist der Weihnachtsbaumkauf eine tolle Sache - Waldemar Schumann, hier mit Enkelin Ella, Schwiegertochter Tina und Ehefrau Lydia hat den Baum, den sich der junge Mann ausgesucht hat, für den besseren Transport gerade in ein Netz gezogen.

Preise sind in diesem Jahr stabil

Die Weihnachtsbäume sind bereit

Baumschulen im Kreis Limburg-Weilburg haben am Donnerstag mit dem Schlagen begonnen.

Limburg -Am Donnerstag hat in den Baumschulen die Arbeit fürs Christkind begonnen. Die ersten Weihnachtsbäume wurden geschlagen. Auch in der Baumschule von Daniel Schumann an der B 417 zwischen Linter und Mensfelden war Groß-Einsatz. "Wir fangen immer so spät mit dem Schneiden an, damit die Bäume möglichst lange schön bleiben", begründet der Baumschul-Gärtnermeister den Termin. "Das unterscheidet uns von den fliegenden Händlern, die oft schon am Anfang des Monats mit bereits geschlagenen Bäumen am Straßenrand verkaufen." Daniel Schumann empfiehlt, die Bäume so lange wie möglich im Freien zu lagern und sie vor dem Aufstellen noch einmal anzuschneiden. Aber Achtung: Der Baum nimmt Wasser nur über die Rinde auf. Also ist beim Anschneiden Vorsicht geboten.

Schäden durch

die Trockenheit

Das Coronajahr ist nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Weihnachtsbäume schwierig. Sie haben stark mit den Trockenheitsschäden der vergangenen Jahre zu kämpfen. "Die Bäume stehen unter Stress, da sich die Nährstoffe aus dem harten Boden nicht lösen können", berichtet Firmengründer Waldemar Schumann. "Dadurch verfärben sie sich hellgrün oder gelb." Das bedeutet natürlich auch geringere Ernten und deshalb werden auf Dauer überall die Preise leicht anziehen - in diesem Jahr sind sie aber noch stabil.

"Da wir auch mit der Ressource Wasser sorgsam umgehen müssen, können wir die Bäume ja nicht durchgehend wässern", bedauert Daniel Schumann.Gewässert wurden in seiner Baumschule in diesem Jahr nur die Jungpflanzen - sonst wären sie nicht am Leben geblieben. Das wäre schade, denn es soll ja in den kommenden Jahren auch noch Weihnachtsbäume geben.

Die kleinen Tannen und Fichten werden in den Baumschulen speziell für diesen Zweck gepflanzt und leisten in ihren Aufzuchtjahren viel für die Umwelt. Sie bilden ein Biotop für die Kleinstlebewesen, aber auch für Vögel und einige Wildtiere. Zudem binden die Bäume CO2 und produzieren Sauerstoff. Heute brauchen Weihnachtsbäume etwa acht bis neun Jahre, bis sie die richtige Größe haben, früher waren es sieben bis acht Jahre. Auch das ist dem Klimawandel geschuldet.

Die Familien schauen inzwischen meist nach Bäumen in einer Höhe von zwei Metern, noch vor einigen Jahren waren die Bäume meist noch ein Stück größer. Das Aufziehen der Weihnachtsbäume bedeutet Arbeit. Vom Setzen bis zum Schlagen werden sie rund 50 Mal von den Gärtnern besucht: Nach einer genauen Analyse gedüngt, beschnitten, in Form gebracht. Damit die Spitze gerade wird, kommt ein Bambusstab dazu. Daniel Schumann berät sich häufig mit Kollegen, um diese aufwendige Ganzjahreskultur bestmöglich anzubauen.

Nordmanntanne

und Blaufichte

Im Trend liegen vor allem Nordmanntannen und Blaufichten. Das hat seine Gründe: Die Nordmanntanne sticht nicht, hält lange, hat geschwungene Äste und eine dunkelgrüne Farbe. Allerdings duftet sie nicht und ist mit ihren schwachen Ästen nur bedingt geeignet für echte Kerzen. Im Gegensatz dazu duftet die Blaufichte wunderbar, sträubt sich aber beim Anfassen und sticht. Dank ihrer starken Äste und ihres etagenförmigen Wuchses ist sie aber prima dazu geeignet, echte Kerzen zu tragen. Die blaue oder grüne Blaufichte wird immer Blaufichte genannt. Dieser Baum ist ein echtes Überraschungspaket. Da er über Saatgut vermehrt wird, kann man bei der Jungpflanze noch nicht sehen, welche Farbe sie später trägt. Zu den beliebten Bäumen gehören auch die Coloradotannen, die Nobilis und Kiefern. Sie gibt es aber seltener, sie wachsen in der Region nicht gut und sind entsprechend teurer.

Daniel Schumann kauft seine Bäume dreijährig und etwa 20 Zentimeter hoch in spezialisierten Betrieben. Davon gibt es nur eine Handvoll in Deutschland. Das größte Anbaugebiet ist das Sauerland. Dort suchen Zapfenpflücker zur Samengewinnung die schönsten Bäume aus, klettern bis zur Spitze und holen sich dort die Zapfen. Anschließend werden diese getrocknet, und der Samen kommt für einige Monate in ein Kühlhaus.

Selbst schlagen oder

einfach aussuchen

Regionale Baumschulen bieten frisch geschlagene und extra gezogene Bäume, die keine langen Transportwege haben und auch deswegen umweltfreundlich sind. In vielen Baumschulen ist es übrigens auch möglich, selbst zu schlagen. Die Baumschule Schumann in Linter öffnet zum Beispiel am Samstag, 19. Dezember, ein Baum-Quartier. Dort können sich die Familien ihren Wunschbaum aussuchen und selbst fällen. Dabei kostet ein Baum 25 Euro. Bei den von der Baumschule Schumann geschlagenen Bäumen werden, je nach Garnierung und Wuchs, um die 18 Euro pro Meter fällig.

Die Baumschule Michael Steger in Malmeneich verkauft ausschließlich Bäume mit Ballen, darunter Nordmanntannen und serbische Fichten in allen Größen - sogar bis zu 12 Meter. Gängig als Weihnachtsbaum sind allerdings bei den Containergewächsen eher ein Meter bis ein Meter fünfzig. Solch eine Nordmanntanne mit Ballen kostet ab 100 Euro, die Fichten sind günstiger. Die Bäume können natürlich wieder verwendet werden. Zwei bis drei Jahre im Großcontainer sind kein Problem, anschließend werden sie im Herbst ausgepflanzt.

Eine große Auswahl an Nordmannen, Blaufichten und Coloradotannen gibt es auch bei der Baumschule Thiel in Elbtal. Vor der Holzhütte Am Steinchen 5 wird normalerweise auch Glühwein ausgeschenkt - "dank Corona ist das diesmal leider nicht möglich", bedauert Chef Sandro Thiel. Die Bäume können selbst ausgesucht und geschlagen werden. Wer sich die Stiefel nicht schmutzig machen möchte, sucht sich sein Lieblingsexemplar einfach im gepflasterten Hof aus. Die Blaufichte und die Coloradotanne kosten 13 Euro pro Meter, die Nordmanntanne 16 Euro pro Meter, die einfache Fichte, der Klassiker aus alten Weihnachtsfilmen, kostet 10 Euro. anette in concas

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