Kästner-Schule

Diese Sozialpädagogin unterstützt Lehrer und Schüler

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Insgesamt 700 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte soll es an Hessens Schulen geben. Jetzt hat sich Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel an der Limburger Kästner-Schule ein Bild davon gemacht, wie die „unterrichtsbegleitende Unterstützung“ vor Ort aussieht.

Das Land Hessen hat zum 1. Februar beschlossen, 400 zusätzliche Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte zu schaffen. Weitere 300 Kräfte für weiterführende Schulen wurden am 1. August bewilligt. 139 Schulen in den Kreisen Limburg-Weilburg und Lahn-Dill profitieren mit einer halben bis 1,5 Stellen davon, wie Michael Scholz, Leiter des Staatlichen Schulamtes, gestern in Limburg erläuterte.

Zusammen mit dem Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, Dr. Manuel Lösel, sowie dem heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann sah sich Scholz am Donnerstag früh am Beispiel der Erich-Kästner-Grundschule in der Domstadt an, wie die Arbeit der „UBUS“ (Abkürzung für unterrichtsbegleitende Unterstützung) angelaufen ist.

Die 33-jährige Diplom-Pädagogin Mareike Kirchberg hat an der Kästner-Schule zum Schuljahresbeginn mit einer vollen Stelle begonnen. Die Kästner-Schule ist eine dreizügige Grundschule mit zwei Intensivklassen zur Integration junger Ausländer sowie einer Vorklasse. Diese ist für Kinder, die vom Alter her schon schulpflichtig wären, doch für die normale erste Klasse noch nicht reif genug erscheinen.

Mareike Kirchberg hat vorher bei der Hephata-Diakonie Wohngruppen für minderjährige Flüchtlinge betreut und war in der Familienhilfe tätig. Die Limburgerin war eine von sechs Bewerbern auf die „UBUS“-Stelle an der Kästner-Schule. Rektorin Evelyn Hannappel berichtete, dass drei Bewerber zum Vorstellungsgespräch geladen worden seien. Die anderen seien mangels ausreichender Vorqualifikation nicht infrage gekommen.

Hannappel betonte, dass die Kästner-Schule sich bereits vorher zusammen mit der benachbarten Goetheschule eine Schulsozialarbeiterin geteilt habe. Die könne sich aber nicht um alles kümmern. Deshalb sei die zusätzliche Einstellung von Mareike Kirchberg ein Segen. So gebe es nun einen Trainingsraum für verhaltensauffällige Kinder, in dem sich die neue Kraft eine Schulstunde pro Tag mit den betroffenen Schülern treffen und sie unterstützen könne.

Die Rektorin sagte, dass die Kästner-Schule die Hilfe brauche, weil sie nicht nur in der Vorklasse lernschwache Kinder habe, sondern auch sonst Schüler aus prekären Familienverhältnissen. Da bräuchten oft auch die Eltern Unterstützung. Gerade bei schwierigen Elterngesprächen sei es hilfreich, wenn von der Schule noch eine zweite Person dabei sein könne. Was Mareike Kirchberg an der Limburger Schule mache, sei nicht immer vorausplanbar, sondern ergebe sich manchmal einfach so. Beispielsweise suche sie auch Familien daheim auf, die trotz Schulpflicht ihre Kindern nicht in die Schule schickten. Sie leiste aber in den ersten Wochen schon sehr gute Arbeit und biete dem Kollegium tolle Entlastung.

Manuel Lösel sagte, dass unterrichtsunterstützende Begleitung prinzipiell Sinn mache. Der Staatssekretär berichtete, dass in Gesprächen mit hessischen Schulleitern deutlich geworden sei, dass in den Einrichtungen sozialpädagogische Kräfte zusätzlich benötigt würden, die auch im Unterricht mitwirken dürften. Wichtig sei zudem, dass die Schulen selbst über die Verwendung der „UBUS“ in ihren Einrichtungen entscheiden könnten und dass über diese nicht von einer Stadt oder einem Landkreis fremdbestimmt werde.

Mit den neuen 400 Stellen an den Grundschulen und 300 weiteren für weiterführende Schulen profitierten von der „UBUS“-Initiative insgesamt 1321 Schulen in Hessen. 600 Stellen seien bereits besetzt, hieß es gestern. Scholz verriet, dass es für jede ausgeschriebene Stelle bisher mindestens einen qualifizierten Bewerber gegeben habe, meistens aber sechs bis zehn. Welche Schule eine halbe oder eine volle Stelle bewilligt bekomme, hänge von der Schülerzahl und der Schülerklientel ab. In einer Brennpunktschule in Offenbach werde Unterstützung natürlich eher gebraucht als in einer kleinen Dorfschule im Odenwald mit 13 Kindern. Als UBUS könnten sich Sozialpädagogen und Sozialarbeiter bewerben sowie für den Grundschulbereich auch ausgebildete Erzieher.

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