Der Radfahrsteg direkt neben der Eisenbahnbrücke Staffel über die Lahn ist viel zu schmal. Die CDU in Staffel wünscht einen breiteren Steg und hat dabei die Stadt Limburg an ihrer Seite. Auf dem Foto sind unter anderem zu sehen der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) (links) sowie im Hintergrund der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch, Gerhard Stamm und Elke Baccari von der Staffeler CDU, der Limburger CDU-Vorsitzende Christian Wendel und zwei Vertreter des ADFC (rechts).
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Der Radfahrsteg direkt neben der Eisenbahnbrücke Staffel über die Lahn ist viel zu schmal. Die CDU in Staffel wünscht einen breiteren Steg und hat dabei die Stadt Limburg an ihrer Seite. Auf dem Foto sind unter anderem zu sehen der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) (links) sowie im Hintergrund der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch, Gerhard Stamm und Elke Baccari von der Staffeler CDU, der Limburger CDU-Vorsitzende Christian Wendel und zwei Vertreter des ADFC (rechts).

Eine Idee für Radler in Staffel

Dieser Steg für Radfahrer soll breiter werden

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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Stadt will Anregung der CDU aufgreifen, mit der Bahn sprechen und plant noch mehr

Wenn das Luftproblem in der Limburger Innenstadt wenigstens etwas Gutes hat, dann ist es zusätzliches Geld vom Bund für die Förderung des Radverkehrs. Davon könnte auch Staffel profitieren. Die Stadt plant, den Radweg R 8, der Hadamar, Elz und Limburg verbindet, in Staffel im Bereich der B 8 zu verlegen und dadurch attraktiver zu machen.

Dabei will die Stadt auch einen langjährigen Wunsch der Staffeler CDU unterstützen, den viel zu schmalen Steg für Fußgänger und Radfahrer auf der Eisenbahnbrücke deutlich zu verbreitern, was der Zustimmung (und der Finanzierung) der Bahn bedarf.

Dass dies kein Projekt von wenigen Monaten ist, machte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) deutlich, als er der Einladung seiner Staffeler Parteifreunde, ihrem Vorsitzenden Gerhard Stamm sowie der stellvertretenden Ortsvorsteherin Elke Baccari, gefolgt war und dabei mit dem Fahrrad kam. Zwei bis drei Jahre Planungszeit müssten schon einkalkuliert werden, schätzt Stanke. Und zwar nicht allein für die Verbreiterung des nur 1,20 Meter breiten Stegs auf 3,50 Meter in Absprache mit der Bahn, sowie der Verbreiterung der ebenfalls sehr schmalen Auffahrten zu diesem Steg, sondern für das gesamte Projekt, im Bereich der B 8 den Radweg zu verlegen.

ADFC-Vertreter: "Mordsfortschritt"

An dem öffentlichen Termin nahmen auch drei Radler teil - Edgar Farda aus Staffel sowie Hildegard Rostek und Dieter Teibtner vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), die in dieser Zeitung davon gelesen hatten. Sie waren zufrieden: Von einem "Mordsfortschritt" für Radfahrer, sprach der ADFC-Vertreter.

Zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU im Kreistag, Christian Wendel, sowie dem heimischen Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (CDU) ging es auf den Steg, den auch Spaziergänger nutzen dürfen.

Und falls jemand glaubt, man könne dort an einem schönen Spätsommertag allein den Blick auf die Lahn genießen, braucht nur nach links schauen und sieht schon den ersten Radfahrer auf sich zukommen - von rechts kommt gleich der Nächste. Im Minutentakt wiederholt sich das Ganze. Der R 8 erinnert hier ein wenig an die A 3. Zwei Radfahrer kommen auf dem Steg nur aneinander vorbei, wenn sie beide ihr Fahrrad schieben.

Die Macht des Faktischen hat schon jetzt dazu geführt, dass die Radfahrer auf dem R 8 in Staffel anders fahren als offiziell vorgeschrieben - zumindest bei trockenem Wetter. Wenn sie auf der Strecke Richtung Limburg unterwegs und am Firmengelände von Weton vorbei gefahren sind, sollen sie offiziell die breite B-8-Kreuzung überqueren (mit recht langen Wartezeiten an der Ampel), geradeaus in die Koblenzer Straße fahren und vor dem Bahnübergang scharf links in den Radweg entlang der Gleise einbiegen, der kurz darauf auf den sehr schmalen Steg über die Lahn führt.

Aber die wenigsten machen das: Sie biegen lieber ein paar Meter vor der großen Auto-Kreuzung links in einen Trampelpfad ab, der am Elbbach entlang führt, fahren kurz darauf unter der B-8-Brücke und folgen dem Trampelpfad bis er auf den offiziellen Radweg trifft, der dann über die Eisenbahnbrücke führt.

Nach Stankes Angaben soll dieser Trampelpfad zu einem offiziellen Radweg ausgebaut werden - auch dank großzügiger Unterstützung des Bundes für Kommunen, die wie Limburg unter zu hohen Luftschadstoffen leiden. Unter der B-8-Brücke, die über den Elbbach führt, wäre der bauliche Aufwand höher, weil es hier - gepflastert - recht steil zum Bach runter geht. Um dort einen Radweg zu bauen, müsste es Abstimmungsgespräche mit Hessen Mobil geben, erklärte Stanke.

Neuer Weg führt

über Trampelpfad

Und wie es der Zufall will, biegt gerade ein Radfahrer in den Trampelpfad ein, der bei Regenwetter generell von Radfahrern gemieden wird. "Ältere Leute können den Weg gar nicht nehmen mit dem Rad", sagt er zu Stanke. "Macht mal was!"

Auch im Bereich von Weton denkt die Stadt über Änderungen nach und befindet sich bereits in Gesprächen mit dem Unternehmen: So sei es günstiger für die Radfahrer, an anderer Stelle als bislang am Firmengelände vorbeizufahren, erklärt Stanke.

Zufrieden mit den Worten des Ersten Stadtrats zeigte sich der CDU-Vorsitzende Stamm. "Wir sind seit fünf bis sechs Jahren an dem Thema dran." Aber wie gesagt: Zwei bis drei Jahre wird er sich noch mindestens gedulden müssen. Stefan Dickmann

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