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Trockenes Wetter, harte Musik, viel zu Essen und jede Menge nette Leute: Rund 5000 Besucher feierten das 38. Kalkwerk-Festival.

Rockkonzert

Drei Tage volle Dröhnung auf dem Kalkwerk-Festival

Tolle, Musik, kühle Getränke und beste Stimmung: Das 38. Kalkwerkfestival zog wieder um die 5000 Besucher an. Die genossen im namensgebenden alten Kalkwerkgelände zwischen Limburg und Diez die entspannte, spezielle Atmosphäre des Festivals.

Der Hüftschwung ist schon verdächtig cool, die Pose sexy und die knackigen Shorts beweisen, dass auch der Mann von heute Mut zu viel nackter Haut hat. Was angesichts der knackigen Sommertemperaturen auch nur allzu verständlich ist. Die Reaktion vor der Kalkwerk-Bühne lässt jedenfalls nicht lange auf sich warten. „Ausziehen! Ausziehen!“, jubeln Lara Schmidt (17) und ihre Freundin Lisa Messer (18) aus dem Westerwald. Das Objekt der Begierde, „Girlpolice“-Sänger und Synthie-Pop-Fan Gido Stenger, nimmt es jedenfalls gelassen. Wenn er denn mal 80 Jahre alt sei, wäre er vielleicht zu alt dafür, erklärt der Sänger mit dem stattlichen grauen Vollbart nach seinem umjubelten Auftritt. Ein Auftritt, der gerade auch vor der Bühne für allerhand Betrieb sorgt und zahlreiche Zuschauer zum Mittanzen animiert.

Dass die Stimmung beim 38. Kalkwerk-Festival wieder außerordentlich gut sein würde, davon konnte man schon im Vorfeld fest ausgehen. Schließlich erwarteten die Organisatoren an den drei Festivaltagen rund 5000 Besucher. Das Sommerwetter und das Ausbleiben größerer Gewitterschauer tat ein Übriges. „Es läuft alles super. Auch die Eröffnung am Freitag war schon sehr gut besucht“, erzählt Anke Groß vom Vorstand des Kalkwerk-Vereins. Wichtig ist ihr und ihren Mitstreitern, wieder ein möglich abwechslungsreiches Programm auf die Bühne zu zaubern, bei dem für jeden musikalisch etwas dabei ist.

Was Lara und Lisa hören wollen, zeigt schon ihr Äußeres: Lara trägt eine farbenfrohe Punk-Frisur, Lisa ist mit einem Metallica-Oberteil unterwegs. Dass Punk-Musik nicht gleich Punk-Musik ist, versteht sich von selbst: „Die Toten Hosen sind Schlager“, sagt Lara über die bekannteste deutsche Punk-Band. Und tatsächlich sind Campino und Co mit fortschreitendem Alter immer massentauglicher geworden. So dass auch Schlager-Superstar Helene Fischer den „Hosen“-Song „An Tagen wie diesen“ gesungen hat. NOFX, Knochenfabrik und Adam Angst sind daher eher Laras Fall. Einen Mini-Moshpit (wenn Zuschauer im Kreis tanzen) plant wiederum ihre Freundin Lisa für den anstehenden Auftritt von „Bloodspot“. Schon seit Jahren ist die Kalkwerk-Band auf der Bühne eine Macht, auch wenn der ganz große Durchbruch noch auf sich warten lässt. Für ihren robusten Death-Metal finden sie am Samstagnachmittag jedenfalls wieder zahlreiche dankbare Abnehmer, die vor der Bühne so richtig mitgehen. Auch in Sachen Lautstärke lässt der Auftritt keine Wünsche übrig – Ohrenstopfen sind, wie bei fast allen anderen Auftritten, quasi unverzichtbar. Aber was wäre ein Musikfestival ohne das gewisse Surren in den Ohren?

„Das Tolle ist: Hier trifft man immer alte Freunde. Leute, die man sonst nur einmal im Jahr sieht“, streicht Amalia Balmieri (25) einen weiteren Aspekt des dreitägigen Festivals heraus. Denn seit dem Studium wohnt die ausgebildete Drogistin und Iron-Maiden-Anhängerin nicht mehr in Diez. Sie kann sich aber darauf verlassen, im Kalkwerk jeder Menge bekannter Gesichter zu begegnen. Wie bereits im Vorjahr ist auch Marion Sommer (58) aus Obrechen wieder vor der Bühne zu finden. Für sie begann die Metal-Leidenschaft mit ihrer ersten Single „Shanghai’d in Shanghai“ von Nazareth aus dem Jahr 1974. Seitdem hört sie alles, nur kein Jazz.

„Wir hatten wieder viel Spaß mit unserem Publikum. Und ich hoffe, es mit uns auch“, zieht Organisatorin Anke Groß zufrieden Bilanz.

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