An verschiedenen Plätzen in Eschhofen kamen die Sänger vom MGV Fidelio zusammen und erfreuten ihre Zuhörer mit einem neuen Repertoire.
+
An verschiedenen Plätzen in Eschhofen kamen die Sänger vom MGV Fidelio zusammen und erfreuten ihre Zuhörer mit einem neuen Repertoire.

Erfolg in Eschhofen

Eckensingen: Gelungene Premiere der Fidelio-Sänger

  • VonNadja Quirein
    schließen

Chor aus dem Limburger Stadtteil präsentiert sich klangvoll und mit neue Ideen

Limburg -Fast zwei Jahre ist der letzte Auftritt des Eschhöfer Männergesangvereins "Fidelio" her. Der war beim Weihnachtsmarkt 2019. Dann kam die Corona-Pandemie, und Planungen und Konzerte lagen auf Eis. Nun aber geht es endlich wieder los: Geprobt wird bereits seit Sommer unter Pandemiebedingungen wieder. Am vergangenen Samstag traten die Sänger erstmals wieder auf.

Für ihren ersten Auftritt hatten sich die Männer mit Chorleiter Mario Siry, der seit Herbst 2019 den Chor leitet, etwas Besonderes und für Eschhofen einmaliges einfallen lassen: Das sogenannte Eckensingen. Dabei zogen die Sänger durch den Ort und sangen an vier zuvor bekanntgegebenen Plätzen, zu denen neben dem Startpunkt am Kindergarten auch der Dorfplatz sowie die Mühlener Straße und schließlich der Garten der Anna-Kapelle gehörten. "Wir wollen wieder auftreten und unser neues Repertoire zeigen", erklärte Christian Brühne vom Fidelio-Vorstand. Die Idee des ungewöhnlichen Konzertes an wechselnden Orten, kam gut an. "Eine tolle Sache", fand etwa die Eschhöferin Ursula Fluck, die gemeinsam mit Ehemann Hans-Peter den Sängern lauschte und sich schon im Vorfeld lange darauf gefreut hatte. Man sei mal wieder draußen und treffen auch Nachbarn, die man lange nicht gesehen habe, nannte sie neben der gelungenen Gesangsdarbietung weitere positive Punkte des Eckensingens.

Ungezwungenes Konzertkonzept

Auch andere Zuhörer zeigten sich nicht nur vom Gesang begeistert, sondern auch von der Idee des Eckensingens. So wie die junge Mutter Janina Wagner, die mit ihrer Familie samt Nachwuchs anwesend war. Bei diesem Konzept sei es ihr möglich auch mit kleinen Kindern teilzunehmen, da sie jederzeit zu einem Ort dazustoßen oder auch pausieren könne, erklärte sie. So wurde es auch von den anderen Zuhörern umgesetzt: Während manch einer von Beginn an dabei war und von Station zu Station mitwanderte und so auf dem Fußweg mit anderen ins Gespräch kam, steuerten andere Gäste gezielt bestimmte Orte an und stießen während des Gesangs hinzu. Auch bei Autofahrern, Spaziergängern und Menschen, die zufällig in ihren Gärten von der Veranstaltung hörten, sorgte das Eckensingen für Interesse. Manch einer nahm auch vom Fenster aus am Konzert teil, ohne das Haus verlassen zu müssen. Doch nicht nur das Konzept, sondern vor allem die gesangliche Darbietung begeisterte und wurde mit kräftigem Applaus gewürdigt.

Musik aus vier Jahrhunderten

Die Sänger präsentierten gut gelaunt ein neues, frisch erarbeitetes Repertoire das von Werken aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Schlagern und Pop der Gegenwart reichte. Mal eher ruhig, mal etwas flotter, mal modern, mal traditionell, immer aber waren die Sänger mit Freude bei der Sache und zeigten sich stimmgewaltig. "Richtig schön war das", lobte eine Zuhörerin beim gemeinsamen Gang zur nächsten Station einen der Sänger. Die Auswahl der Stücke - unter anderem "Übers Meer" von Rio Reiser, der "Fliegermarsch" oder auch nachdenkliche Werke wie "Wie kann es sein" von der renommierten Musikgruppe Wise Guys und ein Abendlied - zeigten: Die Sänger sind gesanglich in vielen Bereichen zu Hause.

Wenn es die Situation zulässt, wird der MGV Fidelio am Eschhöfer Weihnachtsmarkt wieder zu hören sein. Zuvor steht für die Sänger aus Eschhofen aber noch ein Probenwochenende und die Teilnahme an der Chormeisterschaft in Koblenz auf dem Programm.

1000 Euro für die Mühlener Kapelle

Die letzte Station des Eckensingen führte die Zuhörer zur Anna-Kapelle. Neben den gesanglichen Darbietungen hatte der MGV Fidelio hier eine besondere Überraschung parat: Einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro. Vor einiger Zeit seien "Fensterpaten" gesucht worden, erklärte Vorsitzender Clemens Friedrich. Denn die insgesamt sieben Fenster der Kapelle sollen fachmännisch restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Diesem Aufruf sei der Verein gerne gefolgt, um das Wahrzeichen in Mühlen zu unterstützen, erklärte auch Sänger Ansgar Sehr, der die Fensterpatenschaft im Verein vorschlug und sich für dessen Umsetzung stark machte. Die 1866 im ehemaligen Ortsteil Mühlen erbaute Anna-Kapelle sei ein wichtiges Bauwerk. Umso mehr freut es viele, dass die Kapelle nun restauriert und anschließend noch ausgiebiger genutzt werden soll. Die Renovierungsarbeiten sind derzeit in vollem Gange und werden unterstützt vom Landesamt für Denkmalpflege, dem Bistum und einem Fachmann. Ziel sei die möglichst ursprüngliche Fassung wieder herzustellen, sagte Martin Lenfers, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates, der zusammen mit Markus Kaiser vom Pfarrgemeinderat den Spendenscheck entgegennahm. Sie seien dankbar für die Spende des Männergesangvereins, damit die kunsthistorisch besonderen Fenster wieder in neuem Glanz erstrahlen, betonten die beiden. Weitere Fensterpaten werden aktuell noch gesucht.

Mitsinger gesucht

Der MGV Fidelio freut sich auch über neue Sänger. Interessenten können die Sänger direkt ansprechen oder finden Infos unter www.mgvfidelio.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare