Während des Kreuzfests des Bistums in Limburg gab es auch ein Familienpicknick im Bischofsgarten. Daran nahm auch Silke Wunderlich mit ihren Kindern Johanna, Jakob und Paul (rechts) teil.
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Während des Kreuzfests des Bistums in Limburg gab es auch ein Familienpicknick im Bischofsgarten. Daran nahm auch Silke Wunderlich mit ihren Kindern Johanna, Jakob und Paul (rechts) teil.

Vier Tage zum Mitfeiern in Limburg

"Ein einmalig kostbares Geschenk"

Bischof Georg Bätzing feiert im Gottesdienst das Leben -

Das Leben ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk, für das sich Menschen einsetzen müssen, wenn es bedroht und gefährdet ist: Diese christliche Grundüberzeugung hat Bischof Dr. Georg Bätzing am gestrigen Kreuzfest-Sonntag in einem Gottesdienst im Limburger Dom herausgestellt. "Wir feiern das Leben, weil es ein einmalig kostbares Geschenk ist", sagte er. "Wir feiern das Leben, weil niemand einfachhin den Bedrohungen und Gefahren entkommen kann. Wir feiern das Leben, das Gott uns gönnt, weit und ewig über den Horizont dieser Zeit hinaus. Wir feiern das Leben um Kräfte der Freude, der Zuversicht, der Verbundenheit miteinander zu sammeln für unseren Einsatz zugunsten Lebens, wenn es bedroht und gefährdet ist", betonte Bätzing. Christinnen und Christen glaubten zudem, dass Christus selbst die Menschen erlöst habe, "indem er sei eigenes Leben hergab. Wir feiern das Leben, das durch den Tod gegangen ist und obsiegt hat", machte der Limburger Bischof deutlich.

Der Gottesdienst am Kreuzfest-Sonntag wurde mit einer Videoleinwand auf den Domplatz übertragen sowie auf den Kanälen des Bistums live gestreamt.

In seiner Predigt erinnerte Bätzing an einen hebräischen Trinkspruch. "L'Chaim - auf das Leben!" Chaim tauche als jüdischer Vorname häufig im Mittelalter auf. Viele Familien hätten nach dem Tod eines Kindes ihr folgendes Kind diesen Namen gegeben. Auch viele Holocaust-Überlebende hätten diesen Namen angenommen. "Das ist ein Bekenntnis zur Zukunft angesichts der drohenden Macht des Todes. Es ist Protest und Aufstand gegen Schrecken und Gewalt und Krankheit und Schicksalsschläge, die menschlichem Leben überall unvermutet auflauern können", sagte der Bischof. "Es klingt nach dem inneren Widerstand, den der Glaube an die Auferstehung der Grenzen des Todes entgegensetzt und Kräfte freispielt, mit denen wir uns tapfer und zuversichtlich allem Todbringenden entgegenstemmen."

Hinter dem Motto des Kreuzfestes "Feier das Leben!" verberge sich nicht Naivität oder Zynismus, sondern eine große Dankbarkeit, die Christen in der Eucharistie feierten. Wer die Eucharistie feiere, stehe in der Nachfolge Jesu. Er unterweise Christen heute wie damals seine Jünger, dass wahre Größe nicht darin liege, sich um Plätze, Ansehen und Rangfolgen zu streiten. Wahre Größe bestehe im Leben darin, die Kleinen und Unbeachteten aufzunehmen. "L'Chaim, auf das Leben! So wollen wir Kreuzfest feiern und den ehren, der das Leben selber ist", sagte Bätzing.

Das Bistum Limburg feiert das Kreuzfest schon seit dem Jahr 1959 und lud Menschen aus dem ganzen Bistum von Donnerstag bis Sonntag erstmals an vier Tagen zum Mitfeiern ein.

Bischof Wilhelm Kempf wollte mit dem Fest Begegnung ermöglichen und das Zusammengehörigkeitsgefühl in dem verhältnismäßig jungen Bistum stärken. Im Zentrum der Feierlichkeiten steht bis heute die Verehrung der kostbaren Kreuzreliquie. Die vier Festtage bis einschließlich des gestrigen Sonntags standen unter dem Motto "Feier das Leben!".

Der Jahrmarkt der Sinne wurde vom Bezirkscaritasverband Limburg veranstaltet und fand dieses Jahr zum vierten Mal statt. red

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