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Einblicke in die neueste Moschee

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Von: Stefan Dickmann

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So sieht die Moschee der Islamischen Gemeinde der Bosniaken im Dietkircher Gewerbegebiet von innen aus. Unten beten die Männer, oben die Frauen. Wer sie betritt, muss seine Schuhe ausziehen, und die Frauen müssen zusätzlich ihr Haar bedecken.
So sieht die Moschee der Islamischen Gemeinde der Bosniaken im Dietkircher Gewerbegebiet von innen aus. Unten beten die Männer, oben die Frauen. Wer sie betritt, muss seine Schuhe ausziehen, und die Frauen müssen zusätzlich ihr Haar bedecken. © Stefan Dickmann

Offizielle Eröffnung der Interkulturellen Tagen

Limburg -Seit zwei Jahren steht in direkter Nachbarschaft zum Stadthaus, in dem die Verwaltung der Stadt untergebracht ist, eine Moschee auf der Dietkircher Höhe. Es ist das jüngste islamische Gebetshaus in der Domstadt und Zentrum der bosniakischen Gemeinde mit rund 750 Mitgliedern; in Limburg gibt es sieben Moscheen.

Durch die Pandemie hat es eine offizielle Eröffnung noch nicht gegeben, sie soll im nächsten Jahr stattfinden. Am Mittwochabend war die „Sandžak Moschee“ der Ort, an dem die Interkulturelle Woche der Stadt Limburg offiziell eröffnet wurde. Sandžak heißt eine Region im Südwesten Serbiens und Nordosten Montenegros, aus der viele Mitglieder der Islamischen Gemeinde der Bosniaken in Deutschland (IGBD) stammen.

Bestattung ein wichtiges Thema

Stadträtin Birgit Geis (Grüne) begrüßte rund 30 Gäste, neben Vertretern der muslimischen Gemeinde mit Imam Kasim ef. Muric auch die Integrationsbeauftragte der Stadt, Melanie Weil, den Vorsitzenden des Ausländerbeirats, Mustafa Yüce, der selbst Mitglied dieser Gemeinde ist, den Vorsitzenden des Ausschusses für Integration, Andreas Pötz (Grüne), mehrere Stadtverordnete und vom Caritasverband Frank Mach.

Die Moschee wurde in zwei Jahren errichtet und eigenhändig gebaut von den Gemeindemitgliedern, von denen ein Großteil in der Baubranche tätig sei, wie IGBD-Generalsekretär Benjamin Gudzevic den Gästen erklärte. Die Baumaterialien im Wert von 1,5 bis 1,8 Millionen Euro seien komplett gespendet worden, die Arbeitsleistung war ehrenamtlich.

Viele dieser Muslime, die in Deutschland leben, sind während des Jugoslawien-Kriegs geflohen. Bosniaken sind eine südslawische Ethnie, überwiegend muslimisch, von denen viele in Bosnien, Serbien und Montenegro leben. Auf die Frage, was sich die Muslime am meisten wünschten, antworte Generalsekretär Gudzevic: „Wir versuchen, als junge Gemeinde Fuß zu fassen. Und wir wünschen uns Beerdigungen nach muslimischem Ritual auf einem Friedhof in Limburg.“ Zwar gibt es mittlerweile die Möglichkeit für Muslime, sich auf dem Hauptfriedhof in Limburg bestatten zu lassen mit Gräbern, die in Richtung Mekka ausgerichtet sind, und auch in Leinentüchern statt in einem Sarg. Aber, wie der Vorsitzende des Ausländerbeirats betont, gebe es noch immer keinen geeigneten Raum, um eine rituelle Waschung der Toten vornehmen zu können.

Ein weiteres Problem: Wenn ein Mitglied der Gemeinde in Elz stirbt, darf es nicht auf dem Hauptfriedhof in Limburg bestattet werden; nur dort und in Weilburg gibt es bislang die Möglichkeit, sich muslimisch bestatten zu lassen. Diese Einschränkung gilt aber auch für Christen in Limburg: Bestattet wird auf dem Friedhof in dem Stadtteil, in dem der Verstorbene gewohnt hat.

Die bosniakische Gemeinde sucht deshalb ein geeignetes Grundstück in Limburg oder im Landkreis, um dort einen privaten Friedhof für Muslime betreiben zu können; dann würde der Wohnort eine Beerdigung nicht verhindern. Stefan Dickmann

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