Fristgerecht hat der von der CDU unterstützte Bürgermeisterkandidat Stefan Laux seine Bewerbungsunterlagen in den Briefkasten des Rathauses in der Innenstadt eingeworfen.
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Fristgerecht hat der von der CDU unterstützte Bürgermeisterkandidat Stefan Laux seine Bewerbungsunterlagen in den Briefkasten des Rathauses in der Innenstadt eingeworfen.

Spannender Wahlkampf erwartet

Eine Frau und drei Männer wollen Bürgermeister werden

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Keine weiteren Bewerber bis zum Ende der Anmeldefrist. Abgestimmt wird am Sonntag, 14. März.

Limburg -In zehn Wochen haben die Limburger Bürger die Wahl zwischen vier Kandidaten, die sich für das Amt des Bürgermeisters am Sonntag, 14. März, bewerben - dem Tag der Kommunalwahl in Hessen. Am Montagabend endete die Anmeldefrist: Neben den bislang bekannten Bewerbern meldete sich kein weiterer Interessent.

Sollte im ersten Wahlgang keiner der vier Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, findet zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen statt. Die Amtszeit des neuen Bürgermeister beginnt Anfang Dezember dieses Jahres.

Formal treten zwei unabhängige Bewerber - Amtsinhaber Dr. Marius Hahn und Stefan Laux - gegen zwei Bewerber von FDP und Grünen an. Das heißt, auf dem Wahlzettel am 14. März fehlt bei ihnen der Hinweis auf ihre Parteizugehörigkeit. Aber das ändert nichts daran, dass Bürgermeister Hahn immer noch Mitglied der SPD, und Stefan Laux weiterhin Mitglied der CDU ist. Hahn wird offiziell von einer Wählerinitiative unterstützt (und natürlich von der Limburger SPD), Laux tritt als Einzelkandidat an, ist also nicht von der CDU nominiert worden, wird aber von seiner Partei offiziell unterstützt.

Und das sind die Kandidaten:

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD): Der 49-Jährige Kernstädter ist 2015 ins Amt gewählt worden. Kurz vor Weihnachten hat er an alle Limburger Haushalte einen gedruckten "Faktencheck" verteilen lassen. Darin listet er 26 seiner Wahlversprechen von vor sechs Jahren auf, die er nach seinen Angaben alle eingehalten haben will. Dabei nennt er unter anderem die Ansiedlung einer Fachhochschule in Limburg, "attraktivere Grünflächen" für Limburg mit Bezug auf die Umgestaltung des Domplateaus und das Konzept für die künftige Aufwertung des Schafsbergs sowie eine "Reduzierung der Schadstoff- und Verkehrsbelastung" mit Blick auf die im Masterplan Mobilität beschlossene "Verkehrswende".

Stefan Laux (CDU): Der 51-Jährige ist Leiter der Friedrich-Dessauer-Schule in Limburg. Er setzt sich unter anderem für "Medizinische Versorgungszentren" in Limburg ein, die er als eine mögliche Option ansieht, "wenn es mittelfristig zu einem Haus- und Fachärztemangel kommen sollte". Außerdem spricht er sich für einen Stadtpark Lahn von der Autobahnbrücke bis zur Lichfieldbrücke "mit der Schleuseninsel als Herzstück" aus. Er fordert zudem, die "Ortskerne aktiv zu gestalten". Der Bedarf an Wohnungen und Eigenheimen müsse nicht nur auf der "grünen Wiese" gedeckt werden. Das in Wallmerod praktizierte Modell "Leben im Dorf - Leben mittendrin" ließe sich zum Beispiel in ähnlicher Form auch in Limburg umsetzen.

Maximilian Acht (FDP): Der 31-Jährige will, unabhängig vom Wahlausgang, auch nach der Wahl in der Kommunalpolitik in Limburg mitreden. Auf der FDP-Liste zur Stadtverordnetenversammlung steht der Kernstädter auf Platz 2. Er ist Informationselektroniker und im IT-Geschäftskundenvertrieb tätig. In seinem Wahlflyer spricht er die Punkte Sicherheitsgefühl, Sauberkeit und Ordnung, "Serviceorientierte Verwaltung", "Wachstum und Stabilität für unsere Wirtschaft" sowie "Verkehr und Straßen" an. "Ich werde Druck machen für die Umgehungsvarianten, um endlich den viel zu hohen Durchgangsverkehr wirksam zu reduzieren", schreibt er in seinem Wahlflyer.

Birgit Geis (Grüne): Die 64-Jährige aus Dietkirchen engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik. Seit 2011 ist sie ehrenamtliche Stadträtin der Grünen im Magistrat. Die Verwaltungsfachangestellte arbeitet in der Kreisverwaltung Limburg. Sie hatte zuletzt kritisiert, "dass die Stadtteile in der Stadtpolitik oft zu wenig Beachtung erhalten" und will dies als Bürgermeisterin ändern. Sie spricht sich unter anderem "für den Erhalt wertvollen Ackerlandes" in Limburg aus, wenn es zum Beispiel, wie in Offheim, um die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets "Nördlich der Kapellenstraße" geht, und plädiert für eine eigene Lahnquerung nur für Fußgänger und Radfahrer in Höhe des Campingplatzes.

Podiumsdiskussion mit den vier Kandidaten

wird im Internet gezeigt

Um allen Bürgern in Limburg die Möglichkeit zu geben, die vier Bürgermeisterkandidaten und deren Vorstellungen von der künftigen Entwicklung der Stadt besser kennenzulernen, bietet diese Zeitung eine digitale Podiumsdiskussion an. Am Donnerstag, 18. Februar, 19 Uhr, werden Dr. Marius Hahn, Stefan Laux, Maximilian Acht und Birgit Geis in der Stadthalle Limburg Fragen der Redaktion, aber natürlich auch Fragen der Besucher dieser digitalen Veranstaltung beantworten; sehr wahrscheinlich wird gar kein Publikum im Saal der Stadthalle erlaubt sein. Die rund zweistündige Podiumsdiskussion wird im Internet auf dem Youtube-Kanal dieser Zeitung live gezeigt - eine Anmeldung bei Youtube ist nicht erforderlich; das gilt auch für diejenigen, die den Kandidaten Fragen stellen wollen. Wer an diesem Abend verhindert ist, kann sich die Veranstaltung aber auch noch danach als Aufzeichnung im Internet anschauen. Wir haben uns für einen frühen Termin entschieden, weil wir angesichts der Corona-Pandemie von sehr vielen Briefwählern ausgehen, die bereits Anfang Februar ihre Briefwahlunterlagen im Rathaus abholen oder sich zuschicken lassen können. Eine Podiumsdiskussion erst wenige Tage vor der Wahl zu veranstalten, ergibt deshalb nur wenig Sinn.

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