Unterhielten sich über die Gründung einer Bürgerstiftung: Erich Maier aus Lampertheim (oben, von links), Simeon Harjung, Sonja Hahn, Kai Jahns aus Brandenburg (unten von links) und Bürgermeister Dr. Marius Hahn.
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Unterhielten sich über die Gründung einer Bürgerstiftung: Erich Maier aus Lampertheim (oben, von links), Simeon Harjung, Sonja Hahn, Kai Jahns aus Brandenburg (unten von links) und Bürgermeister Dr. Marius Hahn.

Ehrenamtliches Engagement

Eine Stiftung der Bürger

  • vonRobin Klöppel
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Limburger SPD würde eine solche Gründung in der Domstadt gerne unterstützen.

Limburg -Der Limburger SPD-Ortsverein möchte Bürger der Stadt dabei unterstützen, eine Bürgerstiftung ins Leben zu rufen und mit den Zinsen des gemeinschaftlich einbezahlten Geldes, aber auch über Spenden und Förderprogramme interessante Projekte über das Engagement der Stadt hinaus umzusetzen. Darum hatten die Sozialdemokraten für Dienstagabend zu einem Youtube-Talk eingeladen, bei dem als zugeschaltete Gäste der ehrenamtliche Geschäftsführer der Bürgerstiftung Barmin-Uckermark aus Brandenburg, Kai Jahns, sowie aus dem hessischen Lampertheim Erster Vorsitzender Erich Maier über ihre Erfahrungen berichteten.

Sonja Hahn von der Limburger SPD hatte zusammen mit Stadtverordnetenkollegen und Bürgermeister Dr. Marius Hahn das Thema aufgegriffen, weil eine Bürgerstiftung ihrer Meinung nach den Gemeinschaftssinn fördere und viel im Stadtgebiet bewegen können. Ziel der SPD ist es laut Sonja Hahn aber nicht, den Bürgern bei der Gründung der Stiftung und ihrer späteren Arbeit hineinzureden, sie aber gerne bei offenen Fragen zu unterstützen.

Sie berichtete, dass es in Limburg schon viele Bürger gebe, die Interesse zeigten, sich in einer solchen Stiftung zu engagieren. Sonja Hahn ist der festen Überzeugung, dass die Bürgerstiftung nach der Corona-Zeit helfen könne, die Innenstädte und Ortskerne der Stadtteile wiederzubeleben. Die Themen, derer sich die Bürgerstiftung in Limburg annehmen, könnten vielfältig sein. Als Beispiele nannte sie Kultur, Umwelt, Naturschutz, Soziales und Demokratieförderung.

Veranstaltungen

organisieren

Nach Gesprächen mit Interessenten denkt Sonja Hahn, dass in der Domstadt bei der künftigen Bürgerstiftung die Themen Umwelt und Naturschutz eine besondere Rolle einnehmen könnten. Sie nannte sie die Gestaltung der Naherholungsgebiete Schafs- und Greifenberg sowie des Lahnufers. Die Stiftung könne beispielsweise kulturelle auch Veranstaltungen organisieren und die Dorfgemeinschaftshäuser wieder mit mehr Leben füllen. Aber auch neue Freiluftveranstaltungen könnten etabliert werden, zum Beispiel im Limburger Schlosshof.

Die Stadt könne das Engagement dadurch fördern, in dem sie der Stiftung für ihre Aktivitäten Räumlichkeiten zur Verfügung stelle. Und es könne geschaut werden, wie Projekte der Stiftung an Landes- und Bundesprogrammen partizipieren könne. Denn in der heutigen Zeit könne eine Stiftung nicht viel umsetzen, wenn sie nur die Zinsen des Stammkapitals verwenden könne, so Sonja Hahn. Wie viel ein Bürger einzahlen muss, um offizieller Stifter zu werden, müssten die Verantwortlichen der Limburger Stiftung später entscheiden.

In Lampertheim und Barmin-Uckermark sind es jeweils mindestens 500 Euro. In Lampertheim hat es zwei Jahre gedauert, bis die Umsetzung von Projekten beginnen konnte. Erich Maier berichtete, Ideen könnten nur unterstützt werden, die auch den Bürgern der Stadt Lampertheim dienten. Größtes Projekt war bisher eine Bronzeskulptur für 40 000 Euro, die an die große Tradition Lampertheims als Spargelanbauort erinnere. Es würden aber auch kleinere Projekte gefördert. So wurden in den Stadtteilen Bücherschränke aufgestellt. Neu gebe es einen Coronahilfsfonds für durch die Pandemie in Not geratene Privatpersonen.

Wie die Lampertheimer Bürgerstiftung trotz Niedrigzinsen weiter Hilfe leisten kann, ohne das Stiftungskapital von 400 000 Euro anzugreifen? "Es sind zusätzliche Spenden für einzelne Projekte möglich" sagte Maier. So kann der Vorstand im Jahr 80 000 Euro ausschütten. "Wichtig ist, dass eine solche Stiftung parteipolitisch und konfessionell unabhängig ist. Ich kann sie aber jeder Kommune nur empfehlen", betonte Maier.

Jahns sagte, dass seine Stiftung vor 20 Jahren die allererste in Brandenburg war und ein Gebiet von zwei Landkreisen größer als das Saarland abdecke. 109 Stifter hätten hier zu einem Stiftungsvermögen von 140 000 Euro beigetragen. Die Stiftung in Brandenburg hat sich vor allem den sozialen Bereich, den Umweltschutz und die Stärkung des nach Aussagen Jahns zu DDR-Zeiten nicht wie im Westen gelebten bürgerschaftlichen Engagements. Unter anderem wurde eine Freiwilligenagentur aufgebaut.

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