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Falls die Zahl der Corona-Infektionen steigt

Elf Schulbusse in Reserve

  • vonBernd Lormann
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Der Kreis Limburg-Weilburg übernimmt die Finanzierung.

Limburg -Bis zu elf zusätzliche Fahrzeuge können eingesetzt werden, wenn aufgrund der Corona-Pandemie die Kapazität der Schulbusse nicht ausreichen sollte. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Jugend, Schule und Bau sowie Raumordnung, Wirtschaft und Verkehr des Kreistages Limburg-Weilburg.

Die beiden Ausschüsse haben jetzt in ihrer Sitzung in der Limburger Adolf-Reichwein-Schule einstimmig einer gleichlautenden Beschlussempfehlung des Kreisausschusses und des Landrates für den Kreistag zugestimmt. Die Finanzierung der zusätzlichen Schulbusse übernimmt der Landkreis. Grundlage der Sitzung waren ein Dringlichkeitsantrag der Freien Wähler sowie ein Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und SPD in der Sitzung des Kreistages im September. Die Freien Wähler hatten aufgrund der Abstandsregeln ein erweitertes Platzangebot gefordert. CDU und SPD schlugen eine Entzerrung des Beginns der Unterrichtszeiten vor.

Im Ausschuss wurde von der Verwaltung dargelegt, die Pflicht zur Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern zu anderen Personen gelte gemäß der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Krise vom 14. März nicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Demnach sei stattdessen eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Ausgenommen von dieser Pflicht seien Kinder unter sechs Jahren und Personen, die diese aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung nicht tragen können.

Bisher keine

Bestimmungen verletzt

Wie Landrat Michael Köberle (CDU) darlegte, wurde zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 an allen Schulen wieder im Regelbetrieb unterrichtet. Alle Schülerinnen und Schüler nahmen am Präsenzunterricht teil, sofern sie nicht durch ärztliches Attest freigestellt wurden. Infolgedessen sei es im Anschluss an die Sommerferien zu einer entsprechenden Auslastung der Busse zu den Schulanfangs- und -endzeiten gekommen. Einzelnen Hinweisen aus der Elternschaft wegen einer möglichen Überfüllung von Fahrzeugen sie die Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW) als zuständige Stelle für die Schülerbeförderung im ÖPNV nachgegangen. Geschäftsführer Dirk Plate sagte im Ausschuss, die Schulbusse seien in keinem Falle überfüllt gewesen. Bei rund 100 vorgenommenen Überprüfungen sei keine Verletzung maßgebender Bestimmungen festgestellt worden, die insbesondere eine maximale Auslastung von 80 Prozent vorsehe.

Um zukünftig auf mögliche Veränderungen des regionalen Infektionsgeschehen reagieren zu können, wurden auf Entscheidung von Landrat Köberle elf zusätzliche Busse bei heimischen Unternehmen gesichert. Diese Busse sind zur Unterstützung des Schülerverkehrs im Landkreis Limburg-Weilburg reserviert und können zu jeder Zeit kurzfristig eingesetzt werden, wenn "das Infektionsgeschehen in einer bestimmten Region über die Inzidenz 20 steige oder wenn die Belegungskapazität einer Buslinie nachweisbar und unveränderbar überschritten wird". Der Einsatz erfolge dann in enger Abstimmung mit den jeweiligen Schulleitungen.

Auch nach einer etwaigen Schulschließung wegen Corona könnten beim Wiederanlaufen des Schulbetriebs zusätzliche Busse eingesetzt werden, um die Situation zu entzerren, so der Landrat. Die Finanzierung dieser zusätzlichen Busse und der Fahrer übernehme zunächst der Landkreis. Die Landesregierung habe finanzielle Unterstützung angekündigt, wenn zusätzliche Fahrzeuge für den Transport von Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden müssten. Die Höhe der Unterstützung sei aber noch nicht bekannt.

Zusätzliche Kapazitäten

nach den Herbstferien

Dirk Plate von der VLDW sagte, dass einige Buslinien im Bereich des Schülerverkehrs, beispielsweise im Raum Weilburg, durch Veränderungen der Fahrstrecken schon nach den Herbstferien zusätzliche Kapazitäten böten. Die Schülerinnen und Schüler könnten zudem selbst zu einer Entzerrung beitragen. Wenn auf einer Strecke mehrere Busse zeitlich versetzt fahren, müsse morgens nicht immer der letzte und mittags nach der Schule nicht immer der erste Bus genutzt werden.

Zu veränderten Schulanfangszeiten erläuterte Dr. Michael Jung vom Staatlichen Schulamt, eine solche Staffellösung, wie sie innerhalb des Schulamtsbezirks bislang nur an einer Schule in Dillenburg durchgeführt werde, sei zwar lobenswert, ein Übertragung auf andere Schulen aber sehr problematisch. Dies hätte insbesondere Konsequenzen für die Ganztagsangebote. Daher könne es nur individuelle Lösungsmodelle an den einzelnen Schulen geben.

Auf keine Zustimmung im Ausschuss stieß der Vorschlag des Kreistagsabgeordneten und Schulleiters Bernd Steioff (Linke), in den Bussen sollten von den Ordnungsämtern zur Verfügung gestellte Hilfspolizisten mitfahren, um die Regeln zu überwachen.

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