Julia und Martin Trettel heirateten ohne Publikum und Begleiter in Elz und zeigten trotzdem gerne ihr Glück.
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Julia und Martin Trettel heirateten ohne Publikum und Begleiter in Elz und zeigten trotzdem gerne ihr Glück.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Hochzeit im kleinen Rahmen: Zwei heiraten, der Rest bleibt draußen

Wer in Zeiten von Corona eine Hochzeit geplant hatte, muss sich auch im Kreis Limburg-Weilburg entscheiden: Entweder im kleinen Rahmen oder verschieben.

  • Hochzeiten sind wegen der Corona-Pandemie nur im kleinen Rahmen möglich
  • Trotz der Corona-Pandemie lassen sich viele Paare ihre Hochzeit nicht nehmen
  • Im Kreis Limburg-Weilburg sind Angehörige kreativ 

Elz/Limburg – Sie hatten eine Hochzeit mit rund 100 Gästen geplant. Aber Julia und Martin Trettel ging es wie vielen anderen Brautpaaren: Dank der Corona-Pandemie konnte der schönste Tag im Leben nicht so gefeiert werden wie geplant. Die Elzerin und der Berliner nahmen es aber mit Humor. Sie beschlossen, nach dem Motto „Nur die Liebe zählt“, zumindest standesamtlich zu heiraten. Auch, weil beide jetzt ein ganz neues Leben anfangen. Sie ziehen um nach Ludwigshafen und haben neue Arbeitsplätze.

Die Enttäuschung war groß, als nicht einmal die Eltern im historischen Standesamt in Elz oder im Hof davor die Hochzeit verfolgen konnten. Standesbeamtin Sabine Schmitt schüttelte energisch den Kopf. „Mir tut es selbst sehr leid, aber wir müssen uns an die Vorschriften halten!“ Sie hatte aber einen kleinen Trost im Ärmel: Die trotz allem festliche Trauung konnte per „WhatsApp“ live miterlebt werden. Anschließend wurden die frisch Vermählten zu Hause mit großer Freude und dem einen oder anderen Tränchen empfangen.

Hochzeit zu Corona-Zeiten: Viele reizende Überraschungen in Elz bei Limburg

Mit der engsten Familie wurde Sekt getrunken und dann gab es noch eine reizende Überraschung, sozusagen als Entschädigung für die ausgefallene Feier. Die Eltern der Braut hatten ein Wohnmobil gemietet, Braut-Mutter Daniela Möller hatte es liebevoll geschmückt. Von zu Hause aus musste das Brautpaar auf Überraschungstour gehen und zehn Stationen absolvieren. Bei der ersten Station, im Haus der Oma, wartete die Hochzeitstorte, bei der zweiten Station, im Industriegebiet, hatten Freunde eine Kistenwand mit einem Herz bemalt. Die Aufschrift „Traut Euch“ war gleich doppelsinnig, jedenfalls brachte Brautvater Julius Möller, der das junge Ehepaar kutschierte, die Wand mit einem gewaltigen Übereinander-Gepurzel zu Fall. 

Zum Hochzeitstanz sangen Bettina Wilhelm, Michael Schenk und Thomas Schmitt (von Moderlabbe) und dann ging es zurück ins Wohnmobil zur nächsten Station, wo sich andere Freunde wieder neue Überraschungen ausgedacht hatten. Und obwohl auch die Hochzeitsreise ausfällt, strahlte das junge Paar vor Glück und freute sich an seiner ungewöhnlichen, aber rundum gelungenen Hochzeit. Das große Fest haben die jungen Leute ins kommende Jahr verlegt. Dann wird noch mal gefeiert, wahrscheinlich etwas konventioneller.

Hochzeit trotz Corona: Standesamtlich statt kirchlich im Kreis Limburg-Weilburg

So wie sie machen es inzwischen viele Brautpaare. „Natürlich wurden einige Hochzeiten abgesagt“, erzählt Standesbeamtin Sabine Schmitt. „Die Trettels war meine zweite Corona-Hochzeit in Elz und für den Mai und Juni sind jeweils noch vier Hochzeiten geplant.“ Nun haben sich die Bestimmungen auch gelockert: Jetzt dürfen im Trausaal mit seinen 100 Quadratmetern insgesamt 20 Menschen (mit Standesbeamten) an einer Trauung teilnehmen. Allerdings besteht Maskenpflicht. Beim Rein- und Rausgehen muss der Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Am Platz dürfen alle die Maske abziehen.

In Bad Camberg waren die Regelungen schon von Anfang an etwas lockerer. „Bislang waren bis zu zwei Trauzeugen erlaubt“, berichtet Timo Brands, der zuständige Standesbeamte. „Jetzt dürfen es insgesamt elf Menschen sein, natürlich mit dem gebührenden Abstand.“ Er hat in der Corona-Zeit bereits drei Ehen geschlossen. „Ein Ehepaar hatte schon alles geplant und das kirchliche Hochzeitsdatum in den Ring gravieren lassen. Da diese ja nicht stattfinden konnte, hat das Paar einfach die standesamtliche Hochzeit auf das eingravierte Datum gelegt.“ Seine Erfahrung sind positiv: „Alle Trauungen waren sehr schön und die Brautpaare gut drauf.“

Kreis Limburg-Weilburg: Mai ist trotz Corona ein beliebter Monat für eine Hochzeit

Auch in Limburg wird weiter geheiratet. Zehn Hochzeiten soll es im Mai noch geben, zehn Paare haben bereits die Ringe getauscht. Elf Hochzeiten dagegen wurden verschoben. Auch in der Domstadt sind die Regeln streng. Nur ein Standesbeamter und das Brautpaar dürfen zugegen sein. „Das gilt so lange, bis wir neue Verordnungen bekommen“, sagt Angela Berger, eine der drei Limburger Standesbeamtinnen.

Und im Diezer Standesamt klangen ebenfalls coronare Hochzeitsglocken. Die Brautpaare mussten allerdings mit Standesbeamtin Katja Ludwig alleine bleiben. „Trotzdem sind noch einige Hochzeiten geplant“, sagt die Standesbeamtin, „denn der Mai ist ein besonders beliebter Hochzeitsmonat.“ Eine neue Verordnung soll es ab dem 18. Mai geben. Mal sehen, was dann kommt.

Anette in Concas

Alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Hessen, die aktuellen Infizierten-Zahlen und Informationen zu Lockerungen gibt es im News-Ticker. Nach einer großen Hochzeitsfeier sind in Wiesbaden etliche Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

In Bussen gelten im Kreis Limburg-Weilburg die Corona-Mindestabstandsregeln nicht. Dagegen regt sich bei den Eltern der betroffenen Schüler Protest.

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