Prozess

Elzer (25) hat Ex-Freundin mehrfach misshandelt – Gefängnis

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Hinter Gittern muss ein 25 Jahre alter Elzer jetzt versuchen, seine Aggressionen in den Griff zu bekommen. Misshandlungen seiner Ex-Freundin waren dabei nicht die einzigen Straftaten.

Eifersucht und purer Jähzorn waren die Triebfedern für einen 25 Jahre alten Elzer, der seine Ex-Freundin im November 2016 und September 2017 in deren Niederbrechener Wohnung geschlagen, getreten, mit einem Kabel gewürgt und eingeschlossen hat. Da der bereits zehnmal einschlägig vorbestrafte Angeklagte die Misshandlungen seiner Ex-Freundin in vollem Umfang einräumte und zu den weiteren Tätlichkeiten Teilgeständnisse ablegte, war er der Taten überführt und wurde vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Becker wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Der Angeklagte führte 2016 über mehrere Monate eine feste Beziehung zu der jungen Frau in Brechen. Nachdem sich das Paar getrennt hatte, wollte sich der 25-Jährige damit aber nicht abfinden, dass diese mit anderen Männern ausging und lauerte ihr zweimal an deren Wohnhaus auf. Beim ersten Mal trat er ihr gegen das Bein und wollte den Namen des neuen Freundes wissen.

Beim zweiten Mal ließ er seinen Aggressionen freien Lauf, nahm der Frau zunächst Handy und Wohnungsschlüssel weg, schlug ihr sechs Mal mit der Faust ins Gesicht und würgte sie mit einem Stromkabel. Der Frau gelang schließlich die Flucht. Ein darauf folgendes vom Amtsgericht in Weilburg ausgesprochenes Kontaktverbot missachtete der Angeklagte und schrieb seiner Angebeteten trotzdem 14 SMS.

Weitere Straftaten ereigneten sich am zweiten Weihnachtstag in Heringen, als der Angeklagte bei einem Moped-Verkauf dem Käufer Schläge versetzte und ihn mit einem Kopfstoß traktierte, weil dieser die vereinbarte Kaufsumme nicht bezahlt hatte. Nach dem Streit flüchtete er mit einem Auto, obwohl er keinen Führerschein besitzt. Schließlich beleidigte der Angeklagte eine 23-Jährige nach einer Fastnachtsveranstaltung in Kirberg, schlug deren Begleiter mit der Faust ins Gesicht und trat diesen am Boden liegend gegen die Beine.

Während der Verhandlung und in seinem „letzten Wort“ stellte der Angeklagte unmissverständlich klar, dass ihm die Auseinandersetzungen mit seiner Ex-Freundin von Herzen leid tun. „Ich kann mir bis heute nicht erklären, warum ich das getan habe. Zum ersten Mall im Leben war ich eifersüchtig. Es war der größte Fehler meines Lebens“, erklärte der Angeklagte. Andererseits bedauerte er die zwei anderen Taten nicht. Das sei eben so gewesen und Alkohol habe eine Rolle gespielt.

Sowohl beim Strafmaß, als auch bei der Wertung der Straftaten schloss sich das Gericht der Argumentation von Staatsanwältin Sabine Hönnscheidt an. Strafverschärfend seien die vielen Vorstrafen, strafmildernd die Teilgeständnisse, während das Geständnis zu den Tätlichkeiten gegenüber der Frau wenig Wert besitze, da die Verletzungen für sich sprächen. Nebenklägervertreter Björn Gärtner war mit dem geforderten Strafmaß einverstanden und Verteidigerin Sybille Becker befürwortete eine angemessene Bestrafung. In seiner Urteilsbegründung sagte Richter Becker, der Angeklagte solle im Gefängnis alles tun, um seine Aggressionen in den Griff zu bekommen, um nicht irgendwann zu einer Gefährdung für die Allgemeinheit zu werden.

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