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Erfolgreicher Multi-Unternehmer und netter Kumpel

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Von: Joachim Heidersdorf

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Ein Macher mit Ecken und Kanten: Max Stillger wird am Dienstag 60 Jahre alt. © Thorsten Wagner

Max Stillger feiert am Dienstag seinen 60. Geburtstag: "Net schwätze, mache!" ist sein Leitspruch und Markenzeichen.

Limburg -Max Stillger ist nie um eine Antwort verlegen; manchmal platzt sie aus ihm heraus, bevor er überlegt hat. Doch auf eine interessante Frage, die zugegebenermaßen kaum einer stellt, zuckt auch er nur mit den Schultern. "Keine Ahnung", sagt er, warum ihn alle Max nennen und er selbst mit diesem Namen unterschreibt, obwohl er laut Geburtsurkunde und Pass Markus heißt.

So redet ihn ausschließlich seine Mutter Erika an, die ihn am Dienstag, 9. August, vor 60 Jahren zur Welt gebracht hat. Im Kirberger Krankenhaus; vom dritten Tag an hat Stillger in Niederbrechen gelebt. Die Eltern und Vorfahren stammen aus dem Ort. Das ist ihm wichtig. Max Stillger arbeitet zwar seit 36 Jahren in Limburg und wohnt dort seit zwölf Jahren, bezeichnet sich aber als Niederbrechener. Der weltoffene Mann ist sehr heimatverbunden und traditionsbewusst.

Für ihn kein Widerspruch. Allgemein erstaunlich, wie er vermeintliche Gegensätze vereint.

Hin und wieder könnte man auf den Gedanken kommen, es müsse zwei Max Stillger geben. Mindestens. Den erfolgreichen Multi-Unternehmer und den netten Kumpel. Den harten Arbeiter und den geselligen Genießer. Den Fondsmanager im feinen Zwirn, der mit dreistelligen Millionenbeträgen handelt und Luxus kennt, und den einfachen "Typ", der meistens Polo-Shirts und verwaschene Jeans trägt und gerne an der Kneipentheke Bier trinkt.

So kennt man ihn hierzulande - und wahrscheinlich ist der vielfältig engagierte Mann gerade deshalb auch in der Region beruflich so gut im Geschäft und persönlich bei den (allermeisten...) Mitmenschen so beliebt.

Klare Kante statt bemühtes Geschwurbele

Die Einschränkung gilt für Leute, die ihm verschiedene politische und gesellschaftliche Äußerungen in den sozialen Medien übelnehmen. Der CDU-Kreistagsabgeordnete schießt mit vorschnellen Kommentaren und seiner Wortwahl gewiss auch mal über das Ziel hinaus. Das nimmt er in Kauf, um seinen Prinzipien treu zu bleiben: Stets offen und ehrlich das zu sagen, was er denkt - ohne Rücksicht auf politische Korrektheit. Klare Kante statt bemühtes Geschwurbele.

Gegner sprechen abwertend von "Stammtischparolen" und verkennen dabei, dass sich an Stammtischen (auch im übertragenen Sinn) mehr Menschen versammeln als in Hinterzimmern der Weltverbesserer. Dass viele die Art und Weise Stillgers schätzen, zeigte sich auch bei der Kreistagswahl im vergangenen Frühjahr, als die Wähler ihn von einem hinteren Platz auf der CDU-Liste ins Parlament hievten.

Die Popularität verdankt Max Stillger freilich vor allem seinem Charakter. Er ist gutmütig und hilfsbereit. Der hemdsärmelige und volksnahe Unternehmer kennt keine Berührungsängste und kommt mit jedem schnell ins Gespräch. Wenn Not am Mann ist, im Großen und im Kleinen, ist Stillger zur Stelle. Privat und mit seiner Stiftung. Seinen Leitspruch "Net schwätze, mache!" erfüllt er mit Leben. Das ist sein Markenzeichen.

Und Max Stillger hat in seinem Leben schon viel gemacht. Und viel erreicht, seit er sich nach dem Studium 1986 in einem kleinen Büro in der Weiersteinstraße selbstständig machte. Insgesamt verwaltet er mit seinen Gesellschaften und diversen Partnern ein Vermögen von gut einer Milliarde Euro. Als Finanzdienstleister betreut der Experte mit seinem Team im Tower im ICE-Gebiet rund 1500 private und 250 Firmenkunden. Mit der ABID hat er zwölf Senioren- und Pflegeheime mit rund 1000 Wohnungen und außerdem 1000 Pflegeplätzen gebaut. Weitgehend unbekannt ist dagegen, dass Stillger auch zu den größten Investoren für Erneuerbare Energien in der Region zählt und auf diesem Sektor Projekte für 300 Millionen Euro umgesetzt hat.

Der Fußball als große Leidenschaft

Seine große Leidenschaft ist der Fußball. Als "hängende Spitze" war er für mehrere Vereine als technisch versierter und torgefährlicher Kicker aktiv, später agierte er als Trainer, heute als Förderer und Zuschauer. Sein Herz schlägt für den FCA Niederbrechen, den 1. FC Nürnberg und die deutsche Nationalmannschaft. Stillger war bei mehr als 200 Länderspielen in aller Welt und seit 1990 auf allen großen Turnieren dabei, auf die bevorstehende WM in Katar verzichtet er aus Prinzip. "Die Weltmeisterschaft gehört da nicht hin", sagt der Edelfan.

Mit der Stiftung, die seinen Namen trägt, hat sich Max Stillger bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt, das er kräftig poliert und vergrößert. In fünf Jahren hat die Stiftung Vereine, Gruppen, Institutionen und Privatpersonen mit rund 650 000 Euro unterstützt, in diesem Jahr sind es bislang mehr als 150 000 Euro. Jeder gespendete Cent kommt zu 100 Prozent bei den Betroffenen an, die Verwaltungskosten trägt der Gründer und Vorsitzende.

Darauf und auf das hohe Spendenaufkommen kann Max Stillger stolz sein; wie auf vieles andere. An seinem Sechzigsten blickt er dankbar zurück und zuversichtlich nach vorn. "Mir geht es sehr gut, das ist mir bewusst, deshalb gebe ich auch gerne", sagt das Geburtstagskind.

Wer ihm gratulieren will, ist ab 14 Uhr in der Kulturhalle in Niederbrechen willkommen. Die Gäste dürfen sicher sein, dass dort nicht viel "geschwätzt", sondern viel "gemacht" - in diesem Fall gefeiert - wird. (Joachim Heidersdorf)

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