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So erklärt man fairen Handel

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Die Limburger Dombibliothek geht mit digitalen Medien neue Wege. Mit Tablet-Computer und elektronischer Schnitzeljagd führt sie Jugendliche an das Thema Fair Trade heran.

„Das mit den Tablets finde ich toll“, sagt eine Schülerin der Goethe-Schule, die gemeinsam mit ihrer Schulklasse und ihrer Klassenlehrerin Nicole Wojach die Dombibliothek in der Fair-Trade-Woche besucht hat. „Viel besser als auf einem Zettel“, ergänzt eine ihrer Klassenkameradinnen diese moderne Schnitzeljagd. Die beiden haben, wie weitere 13 Klassen heimischer Schulen, an der neuen Tablet-Ralley zum Thema Fair Trade der Dombibliothek teilgenommen.

Ausgedacht hat sich diese für die teilnehmenden Schulen kostenfreie Ralley, die für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben gedacht ist, Bibliotheksleiterin Silvia Kremer mit ihrem Team. Schon öfter hätte sie auf verschiedensten Wegen versucht, jungen Menschen das Thema Fair Trade näherzubringen, allerdings nicht mit der gewünschten Resonanz, sagt Silvia Kremer. Mit dem Angebot einer elektronischen Schnitzeljagd sah das anders aus. „Die Resonanz war riesig“, freut sie sich über die Rückmeldung auf ihre Idee, die auf den Einsatz eines Tablet-Computers setzt.

Mit Hilfe einer dort installierten App namens Action Bound werden die Schüler durch die Stadt geführt und haben allerlei Fragen zu beantworten. Diese Fragen hat sich Silvia Kremer ausgedacht und sie drehen sich rund um fairen Handel. Ziel sei es, nach der elektronischen Schnitzeljagd dafür sensibilisiert worden zu sein und das mit Spaß, sagt die Bibliotheksleiterin. „Das Bewusstsein für dieses Thema soll gestärkt werden.“ Das solle möglichst alltagstauglich und lebensnah geschehen: Keine Äpfel aus fernen Ländern kaufen, wenn hier die Bäume voll hängen, zum Beispiel.

Doch bevor die Schülerinnen und Schüler verteilt in Kleingruppen durch die Stadt zogen und dabei unter anderem auch mit Marktleuten über saisonales und regionales Obst und Gemüse ins Gespräch kamen, gab es in der Dombibliothek ein kleines Einführungsvideo zu sehen – natürlich auf dem Tablet. Zudem hat das Bibliotheks-Team verschiedene Bücher und Medien zum Thema zusammengestellt, für den Fall, dass sich die Teilnehmer nach der Tour weiter mit Fair Trade beschäftigen wollen.

„Das macht Spaß“, lautet das Fazit der jungen Leute bereits während der Tour. Und gelernt haben sie auch etwas: „Ich weiß jetzt, wo faire Schokolade herkommt“, sagte die zwölfjährige Evelin auf dem Weg durch die Limburger Altstadt, bei dem sie in verschiedenen Geschäften mit den Anbietern der Produkte ins Gespräch kamen und so die Fragen beantworten konnten. Zu den Aufgaben gehörte zudem, einen kleinen Werbespot zu einem Fair-Trade-Produkt zu drehen, was den jungen Leuten besonders viel Spaß bereitete und zudem das während der Tour Gelernte festigte.

Für die gelösten Aufgaben gab es Punkte. Die besten Gruppen und Klassen werden nach der Auswertung prämiert und erhalten einen Preis. Es soll im nächsten Jahr auf jeden Fall eine Fortsetzung geben, kündigt Silvia Kremer an. Schon jetzt gibt es verschiedene elektronische Touren zum Beispiel zum Thema Märchen, die von der Dombibliothek erarbeitet wurden. Nähere Infos dazu gibt es bei der Dombibliothek, Frankfurter Straße 2.

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